
Erholungsgebiet Satzbergwiese im unteren Bereich
ÖVP-Weingarten-Idee bedroht Erholungsgebiet am Satzberg!
Bloße
Gag-Politik für 50 000 € pro Hektar, Verlust von Erholungsraum und Zerstörung
eines wertvollen Naturraums!
Wie man getrost übersehen haben kann, sagt eine derzeit affichierte ÖVP-Werbelinie den anderen Wiener Fraktionen „ Schlafen, Schimpfen und Träumen“ nach, dem die ÖVP ein eigenes „MACHEN“ gegenüber gestellt wissen will!
„Machen“
klingt ganz prächtig– nur sollte
nicht ganz übersehen werden, dass man bekanntlich auch groben Unsinn machen
kann, selbst wenn man vom schönsten Eifer mit den hehrsten Absichten unterwegs
ist oder wäre, wie eben prompt die Penzinger ÖVP bestens nachweist!
Einen Weingarten auf der Satzbergwiese wollen nämlich die ÖVP-Kollegen Dr.
Herwig KLINKE, Klubobmann in der Penzinger Bezirksvertretung, und
Mag. Wolfgang GERSTL, Landtagsabgeordneter und Verkehrssprecher, auf etwa
„3000 Quadratmetern“ anlegen lassen. Damit
soll erstens die „Weinkultur der Region wiederbelebt“
werden. Zweitens aber – so Gerstl offenbar ganz ernsthaft – könne es
„durch die derzeitige Konzentration der Weinbaugebiete in Wien immer zu
Ernteausfällen kommen“. Und daher „wäre mit der Erschließung
des Satzberges ein Totalausfall unwahrscheinlicher“.
Zu diesem Totalausfall der ÖVP-Önologen in logischer Hinsicht liegt schon eine schlüssige Stellungnahme der MA 49 vor, zu der die ÖVP ihrerseits noch nicht Stellung bezogen hat.
Ein Hektar Weingarten würde erstens
einmal die Kleinigkeit von 50 000 (fünfzigtausend) € kosten, sieht
man davon ab, dass für so ein Projekt vor Ort auch nicht die geringste
Infrastruktur besteht, was weitere Unsummen an Steuermitteln für die Errichtung
verschlingen würde. Dazu käme aber obendrein auch noch der „Ausschluss
der Erholungssuchenden“ von der Satzbergwiese, die als einziger
Aussichtspunkt und Freiraum für Besucher verloren ginge, weil eine
bewirtschaftete Weingartenfläche umzäunt werden müsste. Damit ginge für
Erholungssuchende der stark genutzt Weg aus dem Dehnepark über den Silbersee
bis zur Jubiläumswarte (Stadtwanderweg 4) verloren – und aus
naturschutzfachlichen Überlegungen ein ungemeine artenreiche Flora und Fauna
auf der Satzbergwiese, zu deren Artenvielfalt zahlreiche „Nützlinge“ für
das weite Umfeld hohe ökologische Bedeutung haben!
Wieso das alles von den erfahrendsten Penzinger ÖVP-Politkern nicht vorweg erkannt werden konnte, ist mir schleierhaft, - vielleicht war größere Weinseligkeit bei der Ausheckung im Spiel, worauf möglicherweise ein schönes ÖVP-Pressefoto hinweisen könnte. Die Kollegen Klinke und Gerstl stehen da nämlich in freudiger Erwartung eines guten Tropfens auf der Satzbergwiese und präsentieren zu zweit gleich vier (!) Weißwein-Leergebinde ( a 0,75 Liter, - in Summe also einst drei Liter), deren Leere zur Genese der Idee zu denken geben dürfte. Wenn man nicht ganz unübliche Assoziationen der Alltagssprache zu der Bildbotschaft rund um die Flaschen in Betracht zöge, schiene mir jedenfalls die ÖVP für diese Leerflaschen-Impression werbetechnisch ganz schlecht beraten gewesen zu sein!
Jedenfalls
hat Bezirksvorsteher-Stellvertreter Franz E. LERCH in einer letzten diesbezüglichen
Sitzung der Kommission für Bezirksentwicklung um Vertagung der Materie gebeten,
denn der absente Antragsteller Herweg KLINKE verfüge über einen ganzen
„Packen an Unterlagen“ zu seinem Verlangen, und den könnte er zur Verfügung
stellen.
Um den Packen wird sich niemand reißen, denn er wird an einer nötigen
Entscheidung nichts ändern – Schnapsideen bleiben solche, auch wenn es in dem
Fall bloß um Wein geht. Der
Satzberg wird ein öffentliches Erholungsgebiet zu bleiben haben, auch wenn ihn
die ÖVP zur entscheidenden Geheimwaffe gegen den Totalausfall der Wiener
Weinkultur erfunden haben möchte.
Ich habe der ÖVP aber freundlich geraten, eine frei gewählte Rebe in einem schönen,
selbst gekauften, größeren Tontopf zu setzen und diesen vor dem Europahaus in
die Sonne zu stellen, so wie ja auch am Schwarzenbergplatz vor einem Lokal eine
Rebe wächst, um deren Lese sich gern Bürgermeister HÄUPL persönlich bemüht,
wenn Fotografen vorhanden sind. In ein paar Jahren geht sich dann gewiss auch für
die ÖVP ein hübsches Pressefoto von einer neu kreierten Penzinger Weinlese
aus! Und mehr als ein paar Fotos von seichten Gag-Events erwartet sich ja
ohnehin kein Mensch hierzulande von so üblicher Politik, die sich dem „Machen“
verpflichtet zu fühlen vorgibt, weiß