Schulkind mit Vater auf dem Weg in die VS Diesterweggasse


Schulqualität: Schulraum-Planung in Penzing heißt Containerstapeln
!
Und selbst dazu sind „Planungen“ für z.B. 8 (acht) Container an der VS Karl-Told-Weg offenbar Spontanentscheidungen!

 

Mit Anfrage vom 3.Dezember 2009 ersuchte ich in der Bezirksvertretung Penzing zu den Planungen der Stadt Wien Schulraum betreffend um Auskunft welche kurz-, mittel- und langfristige Dispositionen für den Bezirk Penzing (9.Inspektionsbezirk des Wiener SSR) aktuell zweifelsfrei vorliegen" und begründete mein Ersuchen damit, dass diesbezüglich keine Planungen der Stadt Wien bekannt seien,  obwohl die Problematik durch die Errichtung mehrerer geplanter oder in Bau befindlicher  großer Wohnbauvorhaben besonders im Bezirkswesten noch entschieden verschärft werden wird“, zumal in Penzing für den Bereich der Volksschulen schon zur Zeit eindeutig größter Raummangel herrscht“.


Die Antwort erfolgte umgehend durch ein Schreiben vom 13.Jänner 2010 des Amtsführenden Stadtrates für Bildung, Jugend, Information und Sport von Wien, Herrn Christian OXONITSCH, SPÖ, und zwar wie folgt:  




„… Die von der Magistratsabteilung 18 – Stadtentwicklung und Stadtplanung, beauftragte Bevölkerungsprognose für Wien 2005 – 2035, weist für den Bezirk Penzing ein relativ schwaches Bevölkerungswachstum aus, hinter dem sich jedoch starke regionale Disparitäten verbergen.

Wohnbauvorhaben sind in relativ geringer Zahl über den gesamten Bezirk verteilt. Aus heutiger Sicht ist daher grundsätzlich festzustellen, dass weder die Wohnbauentwicklung noch die Bevölkerungsprognose punktuell neue Pflichtschulbauten rechtfertigt.

Zusätzlicher Schulraum wird einerseits durch verstärkt synergetische Nutzung von vorhandenem Schulraum und andererseits in Einzelfällen durch entsprechende Erweiterung abzudecken sein.

So wurden zum Beispiel im Jahre 2009 am Volksschulstandort Hadersdorf, Hauptstraße 70, vier neue Mobilklassen aufgestellt. Im Sommer 2010 sollen weiters sechs Pavillons bei der Schule Diesterweggasse 30, errichtet werden.

Auf Grund der weitflächigen Verteilung des Mehrbedarfes an Schulraum im Bezirk wird die Stadt Wien weiterhin – gemeinsam mit dem Stadtschulrat für Wien – die Entwicklung laufend beobachten und Entscheidungsgrundlagen erarbeiten.“
(Hier das Stadtratschreiben in Faksimile)

 

Zu der Antwort soll hier gar nicht zu den offensichtlichen Unkenntnissen im Stadtratbüro über laufende und geplante Bauvorhaben im Bezirkswesten gemutmaßt werden, - wer Penzing kennt, kann zu der Stellungnahme ohnehin nur den Kopf schütteln.

Wer Schulkinder hat, wird natürlich auch ferner entsetzt den Kopf darüber schütteln, was Wien zu angeblich sehr engagierten Schulerweiterungsplänen (zusätzliche Ganztagsschulen) hinsichtlich nötiger Raumerweiterungen und Qualitätsstandards für den Ganztagsbetrieb offenbar bisher als einzige „Lösung“ eingefallen ist: Liebe Kinder, - ab in die Container! (Darüber aber demnächst mehr zu dieser Qualitätssache in Details – und gleich vorweg die Vorbemerkung, dass in Penzing seit jeher natürlich auch zumindest ein AHS-Standort entschieden fehlt, was der Bund zu verantworten hat !)


Dass aber selbst das fröhliche Wiener Containerstapeln keinen nachvollziehbaren kurz-, mittel- oder gar langfristiger „Planungen“ des Amtsführenden Stadtrates „gemeinsam mit dem Stadtschulrat für Wien“ unterliegt, sondern offenbar nur mehr irgendwelchen Spontanentscheidungen, lässt sich aus Penzinger Sicht an Hand der Oxonitsch-Botschaft entsetzt nachweisen:



Denn schon seit geraumer Zeit  bestehen auchfür die Volksschule Karl-Told-Weg (Oberbaumgarten) ganz dezidierte Vorbereitungen für das Stapeln von ganzen 8 (acht) Containern auf bisherigen Freiflächen der Schule, was mir aus der Wiener Verwaltung vertraulich zugetragen ist! (Von diesen Plänen ist selbstverständlich auch gar nichts in den Gremien der Penzinger Bezirkspolitik bekannt geworden, obwohl dort eine eigene Kommission für Bezirksentwicklung eingerichtet ist!) Was also heißt, dass – nach strengsten Schlüssen der Logik –  ein zuständiger  Wiener Stadtrat für Bildung, Jugend, Information und Sport von Wien Mitte Jänner nicht wusste, was Ende April in Planung war: Nämlich die Kleinigkeit von 8 Containern für die Volksschule Karl-Told-Weg.


Ich persönlich behaupte ja seit Jahren schon als langjähriger Bezirksrat in Penzing und langjähriges Mitglied des Kollegiums im Wiener Stadtschulrat für den Landtagsklub der Wiener GRÜNEN,   dass in Wien überhaupt keine validen langfristigen Schulraumplanungen unternommen werden! Sollten am Karl-Told-weg tatsächlich 8 weitere Container entstehen, wären allein in Penzing binnen kurzem 18 (achtzehn) solche Provisorien entstanden, die der Stadtrat "Einzelfälle" von "entsprechenden Erweiterungen" darzustellen beliebt.

Aber dass solche bei Gelegenheit nicht einmal kurzfristig durch den zuständigen Stadtrat abseh- und darstellbar sind,  ist für mich einmal mehr eine erschreckende Erkenntnis, welch „sorgfältiges Augenmerk“ Wien nicht weniger als seiner Schul- und Schulraumpolitik beimisst, muss leider berichten

Wolfgang Krisch, 13.5.2010
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