Verkauft, versperrt - demnächst ganz abgerissen! SPÖ will für ein "tragfähiges"
ARWAG-Projekt hilfreich sein - und verzichtet auf ihre eigenen
Ausschreibungskriterien zur Nachnutzung! Ganz übliches Privatisieren eben!
Wiens SPÖ und ÖVP haben den Abriss der Stadt des Kindes beschlossen!
Gerade Hallenbad und Sporthalle werden neben geringstem Bestandsrest für ein ARWAG-Wohnbauprojekt bestehen bleiben!
Wie zu erwarten war, nützt Wiens SPÖ ganz günstig die
montags beginnende Fußballeuropameisterschaft für die Abarbeitung von besonders
Haar sträubender Politik!
Für die seit Jahren stagnierende Umnutzung der „Stadt des Kindes“ am
Penzinger Mühlberg heißt das jetzt: Abriss! Stehen lassen will die SPÖ nämlich fast nichts von Belang vom bestehenden
Baubestand, dazu nur das seit 2002 gesperrte Hallenbad und die Sporthalle! Das
wurde im zuständigen Gemeinderatsausschuss am 9.6. mit Stimmen von SPÖ und ÖVP
jedenfalls so abgesegnet!
Der Skandal ist damit in vielerlei Hinsicht komplett! Denn
schon die bisherigen Absichten des lang gesuchten und schließlich ausgelobten
Bauwerbers ARWAG hatten vielfach und mittlerweile langjährig Anlass zu Kritik
gegeben!
Schon im Mai des Vorjahres soll SPÖ-Wohnbaudtadtrat LUDWIG von ARWAG bekniet
worden sein, die bestehende Architektur trotz ihrer hohen Bedeutung und der
gegenteiligen, verbindlichen Vorgaben abreißen zu lassen!
Das war damals vom Stadtrat abgelehnt worden,
an eine Annullierung des Verkaufs der
wertvollsten Liegenschaft wurde dennoch nicht gedacht, obwohl damit nun klar
ist, dass ARWAG den verlangten Kriterien zur Nachnutzung der Immobilie nach
Vorgabe der Ausschreibungskriterien nicht im Geringsten erfüllen kann!
Noch im November des Vorjahres (hier
mehr davon) hatte ARWAG in der Penzinger Bezirksvertretung beteuert,
reichlich Möglichkeiten zu haben, ein Neubauprojekt unter Einbeziehung des
Altbestandes bis demnächst finalisieren zu können!
Der „hohe Nutzen für die Allgemeinheit“,
den zu beachten ARWAG über die Ausschreibung zum Kauf der Liegenschaft
nachdrücklich zur Beachtung aufgetragen ist, war aber schon im Vorjahr nirgendwo
mehr erkennbar und als offenbar bloß übliche heiße Luft bei derartigen
Privatisierungen auf der Strecke geblieben! Das gesamte erkennbar Engagement von
ARWAG damals: Es würden ohnehin auch „Mietwohnungen“
(!) gebaut, ein tragfähiges Projekt sei halt einmal nötig!
Jetzt ist nur mehr tragfähig, über die Anlage, deren Bau aus Anlass des 50-jährigen Bestehen der Republik Österreich als „Ort sozialer Begegnung und geistiger Verständigung“ gebaut worden war und obendrein als ein Meilenstein damals noch engagierter Wiener Jugendwohlfahrt befürsorgten Kindern und Jugendlichen Heimstätte war, mit dem Bagger zu fahren!
Der Symbolgehalt für das derzeitige soziale und kulturelle Engagement der Wiener Stadtregierung könnte allerdings nicht stimmiger sein: Die ehemalige „Stadt des Kindes“ wird damit in unseren Jahren zum Ort der „finanziellen Verständigung“ und der „privatisierten Begegnung“, die SPÖ darf stolz sein!
Wolfgang Krisch, 5.6.08
Jahre lange letzte Berichte zum Thema:
Stadt des Kindes: Öffentliches Hallenbad "an einem
Nachmittag im Monat" – bei "entsprechender Kundennachfrage"!
Wie sich die SPÖ „hohe Dienstbarkeit für die Öffentlichkeit“ vorstellt!
26.8.07
Stadt des Kindes: Versperrt und vernagelt
Wie es aussieht, wenn die SPÖ öffentlichen Grund verkauft und „ besondere
Dienstbarkeit für die Öffentlichkeit“ für die Nachnutzung verspricht !
29.4.06
Hallenbad Stadt des Kindes/Vertragstext: Öffentlich an „mindestens
einem Nachmittag im Monat"," im Rahmen eines Badevereins“
…wenn „Kundennachfrage
besteht und sich dieser Nachmittag kostendeckend gestalten lässt“ Zur Zukunft
des Hallenbades, der auch die ÖVP zugestimmt hat.
7.7.05
Stadt des Kindes: Reichlich Probleme und trübste
Aussichten...
... zur verlangten "hohen Dienstbarkeit für die Öffentlichkeit" des
MISCHEK - Wohnbauprojektes
8.8.04
Stadt des Kindes : Bezirk beschließt Flächenwidmung für
MISCHEK- Bauprojekt
.... nach bemerkenswerter Debatte
zur Praxis des Wiener Flächenwidmens !
21.2.04
Stadt des Kindes:
Öffentlichkeit wird durch Tarife ausgesperrt
Zutritt zum Hallenbad wird 300 € im
Jahr kosten, sogar die Sportflächen werden "nicht gratis" zu benutzen sein !
4.3.03
Stadt des Kindes : Bezirk
beschließt Flächenwidmung für MISCHEK- Bauprojekt
.... nach bemerkenswerter Debatte
zur Praxis des Wiener Flächenwidmens !
21.2.04
Stadt des Kindes: "Veräußerung", "Umnutzung"!
Volltext der Ausschreibung für
eine Nachnutzung des Areals für politische Entscheidungen ab Mai 2002