Derzeitiger "Sanierungszustand" der Stadt des Kindes hintenaus - gut erkennbar: Die weitgehende Erhaltung!
 

Stadt des Kindes:  Aktuelles Wiener Wording für unveränderte Absichten!
Sanierung“ , „weitestgehende Erhaltung“,  und „teilweise öffentlich“ zu Nutzendes - hier im O-Ton der Stadt Wien!



Misslichkeiten elegant schönzureden ist bekanntlich eine der Kardinalfähigkeiten in Wirtschaft und Politik, - wo beide zusammenkommen, gelingt das oft besonders gut!
Wo beispielsweise Preiserhöhungen also gern „ Gebührenanpassungen“ heißen, Kostenexplosionen „ neue Tarifkonzepte“  und Kürzungen öffentlicher Leistungen aus Steuergeld irgendwie mit– „ reform“ hintennach, lassen sich kunstvolle Sprachkreationen wider alle Wirklichkeit nach meinem Eindruck ganz besonders gut dort finden, wo Immobilienbranche und PrivatisierungspolitikerInnen aufs Allerfeinste kunstvoll miteinander kooperieren!
 
Glanzvolles jüngstes Beispiel diesbezüglich (und um  Rügen zu entsprechen, weil das Thema hier zuletzt ausgespart blieb) ist nun das neueste „Wording“ der Stadt Wien zum Schicksal der Stadt des Kindes! 

Nach Beginn des Abrisses der bestehenden Bausubstanz, einer „Besetzung“ durch DemonstrantInnen, deren Ende durch gewaltigen Polizeieinsatz sowie angekündigten Gesprächen zwischen der Stadt Wien und den Protestierenden, ließen sich die Dinge natürlich nur mit großem politischen Nachteil etwa so ganz sachgemäß zusammenfassen:  Demos hin oder her, die lang vorbereitete Privatisierung der Luxus-Immobilie für einen gut ausgesuchten und bestens bedienten Wohnbauträger wird auch im Widerspruch zu den Auschreibungsvorgaben wie geplant durchgezogen!
Das klänge allerdings wenig optimistisch und gliche aus politischer Sicht einem Schuss ins eigene Knie! Also heißt es zum Stand der Dinge auf Wiens Internetpräsenz (
http://www.wien.gv.at/penzing/homepage/stadtdeskindes.htm)  
vielmehr wunderschön und im Volltext folgendermaßen, - ein idyllisches Foto der Hietzinger GRÜNEN ist stimmungssicher vorangestellt:
 

Stadt des Kindes: Sanierung 2009 steht fest



Nach schwierigen bautechnischen und finanziellen Verhandlungen steht nun für 2009 der Start der Sanierungsarbeiten der Stadt des Kindes fest. Die mittlerweile schlechte Bausubstanz des Gebäudekomplexes aus den 1970er Jahren entspricht nicht mehr den Anforderungen an Energieeffizienz sowie Klima- und Umweltschutz. Daran ist jedoch die Vergabe von Geldmitteln aus der Wohnbauförderung für Neubauten und Sanierungen gekoppelt. Unter Beiziehung eines ausgezeichneten Expertengremiums ist es gelungen, ein prägnantes Bauwerk der jüngsten Wiener Architekturgeschichte weitgehend zu erhalten.

Gebäudekomplex aus 1974

Die von Architekt Anton Schweighofer entworfene Anlage wurde 1974 eröffnet. Ihre transparente und offene Gestaltung setzte damals neue Akzente für eine zeitgemäße Jugendbetreuung.


Teilweise öffentliche Nutzung geplant

Das neue Konzept der Bauherren ARWAG/MISCHEK (Wiener Heim Wohnbau Ges.m.b.H.) sieht vor, dass ein Teil der Gebäude erhalten bleibt. Zwei Familienhäuser, das Schwimmbad und die Sporthalle sollen teilweise öffentlich genutzt werden. Insgesamt werden auf dem Areal 240 attraktive Wohnungen in Niedrig-Energie-Bauweise errichtet. Die Altbauten werden entsprechend saniert. Den Architekturwettbewerb (2003) gewann das Architekturbüro Walter Stelzhammer.

 

Penzings Öffentlichkeit wird  ab demnächst  beste Gelegenheit zur Betrachtung haben, was „Sanierung“ bei weitestgehender Erhaltung" und teilweise öffentliche Nutzung von ehemals öffentlichen Einrichtungen heißt, sobald am Penzinger Mühlberg ein weiteres ganz ordinäres Wohnbauprojekt im Bezirk entstanden sein wird. An meiner langjährigen Berichterstattung über die Vorgänge ist jedenfalls weiterhin kein Beistrich zu ändern, - die ferneren Entwicklungen wird aber in Evidenz halten

Wolfgang Krisch, 8.11.08


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