Engagiertes Projekt-Motto auf der Planke, die das bisher öffentlich gewesene Bad vor Sichtbarkeit schützt !


Stadt des Kindes : Alles in Bau, alles, wie gewohnt !

In Hadersdorf wird natürlich gar nichts vertuscht – hier der Stand meiner Informationspflicht!


Wiederum erreichte mich Klage, ich käme meinen Informationspflichten nicht nach! Um diversen, zart angedeuteten, wutbürgerlichen Mutmaßungen für meine Säumigkeit („Dürfen Sie nicht mehr?“ , „Tragen Sie schon einen Maulkorb?“ „ Erlaubt’s die Mary [sic!] nicht?“ usw. usf.) jede Substanz zu nehmen,  liefere ich sogleich das Vermisste ab!  Vielfacher Interessensschwerpunkt: Stadt des Kindes!

Somit in Kürze: Das Neubauprojekt ist in Bau, der rasante Baufortschritt mir keineswegs entgangen, aufschlussreiche Fotos trage ich von manchem Spaziergang meiner Mußestunden heim (hier einige Impressionen).
Keineswegs entgangen ich mir auch , dass gern besonders BürgerInnen, die dort mit einem neuen repräsentativen Domizil spekulieren,  bei mir schlau fragen, ob die GRÜNEN weiterhin auf eine Mitbenutzung der privatisierten Liegenschaft  (Hallenbad, Sporthalle, Freiflächen, Durchwegigkeit) durch die Öffentlichkeit bestehen! Das tun die GRÜNEN selbstverständlich – aber InteressentInnen an der wertvollen Immobilie muss ich empfehlen, sich für nähere Informationen an den Bauträger zu wenden! Er teilt vermutlich gern mit, was mit irgendjemand in der Stadt Wien gerade aus ausgemacht oder beschlossen giltl

Als Penzinger Mandatar, der ich bin, kann ich also für den Moment zusammenfassen:

1)    Eine bestens verdichte Bauweise scheint gelungen – Architektur und Nutzbarkeit derselben sind nach meinem Dafürhalten der eigenen Beurteilungsfähigkeit getrost anheim zu stellen!


2)   
Bleibende Platzenge herrscht jedenfalls schon rund um den Bauplatz bzw. wird stadtplanerisch demnächst wohl wie folgt rechtlich festgeschrieben


a) In der Hofjägerstraße stört im Sackgassen-Ende die MA 21A vermutlich die prächtigen Kastanien sowie die bisherige Geräumigkeit der Umkehre bzw. die bisher freien und schattigen Parkplätze! Der Entwurf der Flächenwidmung 7920 (Hofjägerstraße) spart den Luxus für die Öffentlichkeit ein, man sieht die Verkehrsfläche „in dieser Form nicht mehr benötigt“!
Wahr ist natürlich das Gegenteil, - denn die entstehenden Tiefgaragen unter dem Neubauprojekt werden allenfalls für die WohnungsnutzerInnen ausreichen, nicht aber für deren BesucherInnen, den Lieferverkehr sowie die zunehmenden Zufahrten zum Kindergarten am Richard-Kuhn-Weg!  
Was die MA 21A zu ihrer unerklärlichen Fehleinschätzung bewog, wäre in der Fachabteilung zu erfragen! Ich mutmaße: Der öffentliche Raum ist für das einfache Volk schlichtweg zu groß dimensioniert, es muss gekürzt und gespart werden!


b) Ein eindeutiger Fall von hohem Einsparungswillen der Öffentlichkeit zu Gunsten eines Privaten stellen natürlich ferner die Gehsteige in der Hofjägerstraße dar. Im Erläuterungsbericht des genannten Entwurfs der Flächenwidmung flunkert die MA 21A charmant wie folgt:
„ Entsprechend den Vorgaben des Masterplans Verkehr soll die geforderte Gehsteigbreite in der Mühlbergstraße und Hofjägerstraße auf generell 2,0 m erhöht werden.“

Tatsächlich sind in der Hofjägerstraße die Gehsteige samt Grünstreifen z.T. bis zu Baubeginn weit mehr als doppelt so breit gewesen. Und dort, wo die Stadt einer geplagten Bürgerin seinerzeit die Fahrbahn keine 50 cm nahe ans Schlafzimmer gebaut hat, bleibt der Gehsteig auf Breite der besseren Bordkante bestehen.

Faszinierend dabei ist so ganz nebenbei, dass die MA 21A solche Märchen nur deshalb getrost in eine Flächenwidmung schreiben kann, weil sie erstens bloß auf die überwiegend bombenfeste Ortsunkenntnis ganzer abstimmender Gremien bauen kann, von wo aus man sonst derart glatten Falschdarstellungen - wie ich - widersprechen würde!
Und zweitens darauf, dass MandatarInnen mit einer aufmüpfigen Ablehnung leider auch wichtige und völlig richtige Infrastrukturmaßnahmen und berechtigte Forderungen einzelner GrundeigentümerInnen im Plangebiet behindern müssten, weil man Flächenwidmungen nur in ihrer vorgelegten Gesamtheit abstimmen darf! Wenn Richtiges mit Zumutungen verwoben ist, muss man sich halt irgendwie entscheiden!



c) Damit  die Öffentlichkeit nicht nur sparen muss, dass ein Privater mehr hat, lädt die Stadt Wien die SteuerzahlerInnen darüber hinaus zu mutigen Investitionen für den Privaten ein:  
Zur „Ermöglichung einer Verbesserung der Wohnsituation der Anrainer (Lärmschutz, Radwege)“ wird das Bisschen Grün am Josef-Palme-Platz „mehrheitlich der öffentlichen Verkehrsfläche zugeschlagen…um den zusätzlichen Verkehr des Wohnbauprojektes… der „Stadt des Kindes“ abzuwickeln. Zusätzlich sollen begleitende Umbaumaßnahmen an der Kreuzung B1 Wientalstraße - Kielmannseggbrücke vorgenommen werden…“!

Dass die wenigen Grünflächen dort tatsächlich kein Parkparadies darstellen, ist natürlich richtig. Die MA 21A ignoriert aber glattweg die hohe Bedeutung solcher Grüninseln für das Ortsbild sowie das Kleinklima und hat auch noch die pfiffige Schlauheit, das Grün als bloße „Restflächen“ zu kennen. (Was früher mehr Grün war, wurde von der MA 21A schon früher einmal weggewidmet!)
Noch schlauer: Es gäbe, so die MA 21A, in der Umgebung ja den Wienerwald sowie „ hohe Ausstattung mit halböffentlichen und private Grünflächen“ sowie „großzügig gestaltetes Abstandsgrün“ im Betriebsbaugebiet, es sei also die kleine Änderung „irrelevant“.

Freuen Sie sich also: Die Öffentlichkeit darf nach dem erst kürzlich erfolgten sündteuren Kreuzungsumbau am Josef-Palme-Platz den weiteren Umbau der Kreuzung – und gleich der nächsten im Dominoeffekt – bezahlen! Der Kundschaft des Privaten muss ja ermöglicht werden, den von ihr erzeugten zusätzlichen Verkehr irgendwie auch dann abzuwickeln, wenn öffentliches Grün dafür gebraucht wird.


Ich musste jedenfalls zu Plandokument 7920 ( mit drei weiteren GRÜN-Stimmen) ablehnend Stellung nehmen und somit auch leider gegen wichtige und richtige Verbesserungsmaßnahmen für die Hadersdorfer Feuerwache sowie gegen legitime Forderungen der Bevölkerung in der Hauptstraße stimmen! 

Was der Bezirk zu einer Flächenwidmung sagt, ist aber ohnehin völlig ebenso wurscht wie häufig sachlich bestens fundierte und nicht selten hoch berechtigte Einwände aus der Bevölkerung, die allermeist unerheblich bleiben.
Flächenwidmungen werden bekanntermaßen ausschließlich im Wiener Rathaus beschlossen – der  Beschluss steht dort noch aus. (Ich empfehle übrigens wärmstens die Direktübertragungen aus dem Wiener Gemeinderat & Wiener Landtag über Internet! Sie können sich hinterher aber auch die vollständigen Redeprotokolle der öffentlichen Sitzungen herunter laden!)

Wolfgang Krisch, 3.1.11
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