Stadt des Kindes: Öffentliches Hallenbad "an einem Nachmittag im Monat" – bei "entsprechender Kundennachfrage"!
Wie sich die SPÖ „hohe Dienstbarkeit für die Öffentlichkeit“ zur Nachnutzung der Stadt des Kindes vorstellt!


Zum ungeklärten Schicksal der Stadt des Kindes hatte ich in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung mit Antrag an Wiens Bürgermeister verlangt, dass die Bausubstanz der ehemals öffentlichen Einrichtung wie auch immer erhalten bleiben soll.

Hintergrund der Forderung war die Nachricht aus Fachkreisen, dass ARWAG, der neue Eigentümer, auf Grund von Schwierigkeiten mit der thermischen Sanierung des Baubestandes bereits gegenüber Wohnbaustadtrat Michael LUDWIG einen Totalabriss der Anlage angesprochen haben soll. Interessant dazu übrigens ein Rechercheergebnis der Wiener Zeitung, dem zu Folge ARWAG sein „Eigentum“ bis heute gar nicht bezahlt haben soll – was nicht erklärlich macht, wieso ARWAG derzeit als Eigentümer gilt und die Öffentlichkeit seit Jahren aus der Liegenschaft unter Hinweis auf Haftungsfragen ausgesperrt hat!

Jedenfalls liegt mittlerweile eine Antwort von Bürgermeister Michael HÄUPL vor, die vor allem zu einem Detailaspekt des Projekts - der öffentlichen Nutzung des seit 2002 gesperrten Hallenbades in der Anlage – alarmierend ist.

Wie nämlich bei den GRÜNEN und der Öffentlichkeit nicht vergessen ist, war als Grundlage der Ausschreibung für den Verkauf der Liegenschaft ausdrücklich von einem Nachnutzer ein Projekt mit hoher Dienstbarkeit für die Öffentlichkeit verlangt worden.

Häupls Antwort macht nun deutlich, was die SPÖ für die weitere öffentliche Nutzung des Hallenbades unter hoher Dienstbarkeit für die Öffentlichkeit verstanden haben möchte.

Bürgermeister Häupl wörtlich: Weiters sind die Käufer verpflichtet, die Schwimmhalle als Gemeinschaftsanlage zu betreiben und diese im Rahmen eines Badevereins für Schulschwimmen nutzen zu lassen“.

( Unter „Gemeinschaft“ versteht sich in diesem Fall die private Gemeinschaft der künftigen BewohnerInnen der Anlage, - keineswegs natürlich die Öffentlichkeit! Was allerdings ein „Badeverein“ soll, um regulären Schwimmunterricht  einer öffentlichen Schule zu ermöglichen, wird stark zu beachten sein!)

Und Häupl weiter: „ Überdies soll die Schwimmhalle bei entsprechender Kundennachfrage an mindestens einem Nachmittag im Monat auch als öffentliches Bad zur Verfügung stehen“

So stellt sich also die SPÖ ein öffentliches Bad und hohe Dienstbarkeit für die Öffentlichkeitvor, - wobei das Ende der Öffentlichkeit auch schon absehbar ist, wenn die entsprechende Kundennachfrage für die rare Attraktion – wie erwartbar – ausbleiben wird!

Dazu darf erinnert werden, dass als bisherige Absicht der jederzeitige Zugang der Öffentlichkeit zu dem Bad bei horrenden Kosten ( 300 € jährlich) für eine Mitgliedschaft in einem nötigen Badeklub angekündigt worden war! Bereits diese Überlegungen zum tatsächlichen Aussperren der Öffentlichkeit über die Barriere hoher Kosten war völlig indiskutabel!

Die nun neue Absicht eines Einmaligen-Nachmittag-Betriebs pro Monat kann allerdings nur als deftige Provokation verstanden werden! Die SPÖ hat seit Jahr und Tag in Penzing nichts als öffentliche Bäder zugesperrt oder privatisiert, resp. verschenkt:  So vor Jahrzehnten das Hütteldorf Bad, danach das Baumgartner Bad! Das um immense Steuerkosten neu gebaute Waldbad Penzing wurde „privatisiert“ – in Wirklichkeit verschenkt! Seither sind dort die Tarife für viele Kinder, Jugendliche und Familien unerschwinglich!

Und wenn jetzt auch das Hallenbad in der Stadt des Kindes verschenkt werden und die Öffentlichkeit ausgesperrt werden soll, wäre das Maß jedenfalls eindeutig und endgültig voll!

Wolfgang Krisch, 28.8.07


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