Schön, wenn zur Stadt des Kindes zumindest ein Abbruchunternehmen Versprochenes gehalten haben will...


Bauprojekt Stadt des Kindes:
Brisante Neuigkeiten zum weiteren öffentlichen Zugang


Das
ehemals öffentliche Schwimmbad wollte allein die Stadt Wien nicht brauchen,  - die auch keinerlei Bedarf an der Turnhalle für drei Hadersdorfer Schulen kennt!


Einen veritablen Knalleffekt bot die gestrige Sitzung des Penzinger Bauausschusses, in der der Bauträger ARWAG das nunmehr als endgültig bezeichnete Wohnbauprojekt in der ehemaligen Stadt des Kindes präsentieren konnte.


Vom Bauprojekt selbst – an dem, losgelöst von seiner dubiosen Genese, das Fachpublikum durchaus einige Meriten vorweg schon zu erkennen glaubt    wird hier erst dann zu lesen sein, wenn den Fraktionen der Bezirksvertretung zugesagte Presseunterlagen zur Verfügung stehen werden, die noch nicht vorliegen.

Auch die verkehrlichen Auswirkungen durch das gewaltige Bauvorhaben (252 Wohnungen) werden erst zu diskutieren sein, sobald Inhaltliches zu einem schon vorliegenden aber nicht öffentlich zugänglichen Verkehrsgutachten (Büro Rosinak&Partner) öffentlich bekannt gemacht wird. Durchgesickert sind bisher nur wenig schlüssige Aussagen des Gutachtens, - es geht natürlich um erwartbares Verkehrschaos an der Kreuzung B1-Josef-Palme-Platz!)

Sensationell waren aber folgende eindeutige und klare Ausführungen des referierenden Vertreters der Firma ARWAG zu einer hinkünftigen Nutzung des bestehen gebliebenen Schwimmbades und der Turnhalle der ehemaligen öffentlichen Einrichtung:


Das Schwimmbad (2002 von Wien ohne Zwang geschlossen, um sich Kosten zu sparen) wird tatsächlich erhalten bleiben, und zwar auch für die Öffentlichkeit,  hieß es, - man  werde sogar in diesem Hallenbad von Penzing nach Hietzing schwimmen können“, weil die Bezirksgrenze geradewegs durch das Becken verlaufe. Diese Bezirksgrenze werde sogar im Becken und der Badehalle visuell erkennbar werden!

Meinem begeisterten Einwand, ich fürchte, man werde als Öffentlichkeit in dem Bad aber leider nur einmal monatlich zwischen Hietzing und Penzing hin und herschwimmen können,  gab man natürlich als korrekt völlig Recht, - das werde so sein, weil nämlich der Bauträger von der Stadt Wien vertraglich verpflichtet sei,nur einen Tag im Monat“ das Bad öffentlich zugänglich zu halten! ( Der Vertragszusatz „wenn Bedarf besteht“ wurde aber diesmal nicht einmal von mir angesprochen, - er ist aber rechtsgültig aufrecht und gut ausgeklügelt von der Stadt Wien: Wenn nämlich „einmal im Monat“ nicht viele Leute in das ehemals ordentliche öffentliche Bad drängen, könnte sich der Luxus natürlich wegen mangelndem Bedarf bald auch aufgehört haben!) 




Der ARWAG-Vertreter bestätigte aber noch weit Brisanteres: Man hätte als Bauträger überhaupt nichts dagegen gehabt, das Bad im neuen Wohnprojekt als weiterhin normales öffentliches Schwimmbad – so wie alle anderen Schwimmbäder Wiens auch – weiter bestehen zu lassen! Allerdings habe es am 7.Juli des Jahres ein Gespräch mit der Stadt Wien gegeben, und „der Christian Oxonitsch“ (sic!) habe gesagt, es sei aus „budgetären Gründen nicht möglich, das Bad zu übernehmen.“  Somit hat also keineswegs ein böser privater (der SPÖ nicht sehr ferne stehender) Wohnbauträger die Öffentlichkeit aus seiner exklusiven Wohnimmobilie vertreiben wollen, - die Stadt Wien wollte das Bad ganz einfach nur nicht weiter erhalten müssen! 



Der Hinweis auf das „neue“ Hallenbad Hütteldorf (= altes Waldbad Penzing)  fehlte natürlich nicht, - und ging bei mir völlig ins Leere. Wer die langjährige Geschichte unfassbarer, schwer dubioser Verschwendung von Steuermillionen kennt, welche die Wiener SPÖ-Regierung (unter den STR Svihalek und Laska) durch eine s.g .Privatisierung“ des Bades erzielte, ist keineswegs davon zu beeindrucken, wenn der Fehler jetzt (sowieso um neuerlich teures Steuergeld) wieder zu beheben sein muss und jetzt auch noch als Grund dafür herhalten soll, dass ein weiteres Bad aus Penzing de fakto unzugänglich wird.


Denn die tatsächliche Möglichkeit, einem hochpreisigen „Badeclub“ beizutreten, und über eine sündteure Mitgliedschaft jederzeit in der Stadt des Kindes zu baden, ist ein Musterbeispiel dafür, wie man über Tarifschranken den öffentlichen Zugang zu einem gesperrten ehemals öffentlichen Bad zwar beteuert, - in Wahrheit aber die Öffentlichkeit aus dem nun privaten Luxus ganz bewusst aussperrt!


Aus der großzügigen Turnhalle der Stadt des Kindes wird aber niemand ausgesperrt, war beglückend zu erfahren. Die zukünftigen MieterInnen oder EigentümerInnen des geplanten Wohnbauprojektes natürlich primär schon gar nicht, denen gehört die ehemals öffentlich e Einrichtung ja hinkünftig mit Fug und Recht.

Vereine oder sonstige Sportbegeisterte auch nicht, wenn sie sich den Saal zur stundenweise Miete leisten können! (Über sämtliche wohlfeilen Tarife werde ich laufend informieren.)

Für die drei Schulen in Hadersdorf ist die Benützung des Turnsaals aber bisher keineswegs vorgesehen, denn ARWAG habe sich extra bei der Stadt Wien erkundigt und erfahren, dass für eine schulische Nutzung „kein Bedarf“ (KEIN BEDARF) bestehe!  

Ich musste nun wieder einmal sehr verstimmend einwerfen, dass man bei der Stadt Wien leider bei einer offenbar hoch inkompetenten und/oder unzuständigen Stelle angefragt haben müsse und dass ich sicher sei, man werde ehebaldigst vom tatsächlichen Bedarf weithin erfahren, denn alle drei Schulen seien keineswegs bedarfsdeckend mit Sport- und Freiflächen ausgerüstet, um dies einmal äußerst lieblich und sehr dezent zu formulieren!


Die Schulpartner in den Schulen sind sicher mit Fotos, Erläuterungen und Ortsaugenscheinen der Stadt Wien hilfreich, sollte irgendwo die eine oder andere Dienststelle schulischen Substandard da und dort nicht ganz parat und in brauchbarer Erinnerung haben, ist sich höchst gewiss

Wolfgang Krisch ,7.10.09
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