
Schön,
wenn zur Stadt des Kindes zumindest ein Abbruchunternehmen Versprochenes
gehalten haben will...
Bauprojekt Stadt des Kindes: Brisante
Neuigkeiten zum
weiteren öffentlichen Zugang
Das
ehemals öffentliche Schwimmbad
wollte allein die Stadt Wien nicht brauchen,
- die auch keinerlei Bedarf an der Turnhalle für drei Hadersdorfer
Schulen kennt!
Einen
veritablen Knalleffekt bot die gestrige Sitzung des Penzinger Bauausschusses,
in der der Bauträger ARWAG das nunmehr als endgültig bezeichnete
Wohnbauprojekt in der ehemaligen Stadt des Kindes präsentieren konnte.
Auch die verkehrlichen Auswirkungen durch das gewaltige Bauvorhaben (252
Wohnungen) werden erst zu diskutieren sein, sobald Inhaltliches zu einem
schon vorliegenden aber nicht öffentlich zugänglichen Verkehrsgutachten (Büro
Rosinak&Partner) öffentlich bekannt gemacht wird. Durchgesickert sind
bisher nur wenig schlüssige Aussagen des Gutachtens, - es geht natürlich um
erwartbares Verkehrschaos an der Kreuzung B1-Josef-Palme-Platz!)
Sensationell
waren aber folgende eindeutige und klare Ausführungen des referierenden
Vertreters der Firma ARWAG zu einer hinkünftigen Nutzung des bestehen
gebliebenen Schwimmbades und der Turnhalle der ehemaligen
öffentlichen Einrichtung:
Meinem
begeisterten Einwand, ich fürchte, man werde als Öffentlichkeit in dem Bad
aber leider nur einmal monatlich zwischen Hietzing und Penzing hin und
herschwimmen können, gab man
natürlich als korrekt völlig Recht, - das werde so sein, weil nämlich der
Bauträger von der Stadt Wien vertraglich verpflichtet sei,nur „einen
Tag im Monat“ das Bad öffentlich zugänglich zu halten! ( Der
Vertragszusatz „wenn
Bedarf besteht“ wurde aber diesmal nicht einmal von mir
angesprochen, - er ist aber rechtsgültig aufrecht und gut ausgeklügelt von der
Stadt Wien: Wenn nämlich „einmal im Monat“ nicht viele Leute in das ehemals
ordentliche öffentliche Bad drängen, könnte sich der Luxus natürlich wegen
mangelndem Bedarf bald auch aufgehört haben!)
Der ARWAG-Vertreter bestätigte aber noch weit Brisanteres: Man hätte als Bauträger
überhaupt nichts dagegen gehabt, das Bad im neuen Wohnprojekt als
weiterhin normales öffentliches Schwimmbad – so wie alle anderen Schwimmbäder
Wiens auch – weiter bestehen zu lassen! Allerdings habe es am
7.Juli des Jahres ein Gespräch mit der Stadt Wien gegeben, und „der Christian Oxonitsch“ (sic!) habe
gesagt, es sei aus „budgetären Gründen
nicht möglich, das Bad zu übernehmen.“
Somit hat also keineswegs ein böser privater (der SPÖ nicht sehr ferne
stehender) Wohnbauträger die Öffentlichkeit aus seiner exklusiven
Wohnimmobilie vertreiben wollen, - die Stadt Wien wollte das Bad ganz einfach
nur nicht weiter erhalten müssen!
Der Hinweis auf das „neue“ Hallenbad Hütteldorf (= altes Waldbad Penzing)
fehlte natürlich nicht, - und ging bei mir völlig ins Leere. Wer die
langjährige Geschichte unfassbarer, schwer dubioser Verschwendung von
Steuermillionen kennt, welche die Wiener SPÖ-Regierung (unter den STR Svihalek
und Laska) durch eine s.g .“Privatisierung“
des Bades erzielte, ist keineswegs davon zu beeindrucken, wenn der Fehler jetzt
(sowieso um neuerlich teures Steuergeld) wieder zu beheben sein muss und jetzt
auch noch als Grund dafür herhalten soll, dass ein weiteres Bad aus Penzing de
fakto unzugänglich wird.
Denn die tatsächliche Möglichkeit, einem hochpreisigen „Badeclub“
beizutreten, und über eine sündteure Mitgliedschaft jederzeit in der Stadt des
Kindes zu baden, ist ein Musterbeispiel dafür, wie man über Tarifschranken
den öffentlichen Zugang zu einem gesperrten ehemals öffentlichen Bad zwar
beteuert, - in Wahrheit aber die Öffentlichkeit aus dem nun privaten Luxus ganz
bewusst aussperrt!
Aus der
großzügigen Turnhalle der Stadt des Kindes wird aber niemand ausgesperrt, war
beglückend zu erfahren. Die zukünftigen MieterInnen oder EigentümerInnen des
geplanten Wohnbauprojektes natürlich primär schon gar nicht, denen gehört die
ehemals öffentlich e Einrichtung ja hinkünftig mit Fug und Recht.
Vereine
oder sonstige Sportbegeisterte auch nicht, wenn sie sich den Saal zur
stundenweise Miete leisten können! (Über sämtliche wohlfeilen Tarife werde
ich laufend informieren.)
Für die drei
Schulen in Hadersdorf ist die Benützung des Turnsaals aber bisher keineswegs
vorgesehen, denn
ARWAG habe sich extra bei der Stadt Wien erkundigt und erfahren, dass für eine
schulische Nutzung „kein Bedarf“
(KEIN BEDARF) bestehe!
Die Schulpartner in den Schulen sind sicher mit Fotos, Erläuterungen und
Ortsaugenscheinen der Stadt Wien hilfreich, sollte irgendwo die eine oder andere
Dienststelle schulischen Substandard da und dort nicht ganz parat und in
brauchbarer Erinnerung haben, ist sich höchst gewiss
Wolfgang
Krisch ,7.10.09
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