Grozny ( Februar 2000 )

Herzlich willkommen : Tschetschenische Flüchtling in der Stadt des Kindes !

Sinnvolle Nutzung des „Objektes“ bevor die MISCHEK- Bagger kommen!

 

Pünktlich seit dem Zeitpunkt, zu dem die Stadt Wien durch das Asylgesetz zur Unterbringung von Flüchtlingen gezwungen ist (1. Mai ), hat man mit der leer stehenden Stadt des Kindes bis auf weiteres eine Bleibe für etwa 90 tschetschenische Flüchtlinge gefunden.

 

Die Stadt Wien hat damit immerhin eine Entscheidung getroffen, die den Leid geplagten Flüchtlingen für eine befristete Zeit in ansprechender Umgebung Ruhe finden lässt.  Zur Zeit tollen tschetschenische Kinder auf dem herrlichen Areal herum, und die entsprechende Betreuung der Familien scheint  durchaus zu funktionieren. Und auf dem Fußballplatz der Anlage separat spielende österreichische Hauptschüler entwickelten schon nach kurzem Gespräch die nötige Einsicht, sich vor den traumatisierten Kleinkindern eher doch nicht mit Soft-Pistolen zu beschießen, was die Tschetschenen misstrauisch genau registriert hatten.
 

Manch übliche Gerüchte in der Bevölkerung über Probleme mit gefährlichen Massen von gefährlichen „Asylanten“ sind bislang die Ausnahme! Tatsächliche Ausländerfeindlichkeit gegen die Flüchtlinge ist in Hadersdorf auch nicht wirklich zu erwarten, denn orientierte Menschen wissen selbstverständlich um das Ausmaß russischer Verbrechen gegenüber den militärisch längst besiegten Tschetschenen in der zu Schutt und Asche bombardierten russischen Teilrepublik im Kaukasus.
Wie weit diese Verbrechen gehen dürften, ließ sich dieser Tage ( Ö1-Morgenjournal) aus einem dramatischen Bericht eines Arzt aus dem Flüchtlingslager Traiskirchen erahnen. Tschetschenen erhalten trotz unserer rigoros verschärften  Asylgesetze zu 70 – 80 % tatsächlich Asyl, das unglaubliche Ausmaß der Verfolgung durch Wladimir Putins Tschetschenien-Politik dürfte seit langem ohne Beispiel sein.  Tschetschenische Kinder „sahen“ demnach in Traiskirchen Leichenteile in ihrer Umgebung, wo keine waren, zeigten schwere Angstneurosen und psychische Belastungen.  ( So reagierte in Traiskirchen eine siebenjährige Tschetschenin nach einem Sturz mit einem Fahrrad und vermuteter Verletzung der Wirbelsäule panisch beim Anblick des nötigen Rettungshubschraubers. Das Mädchen – so ließ sich später eruieren – hatte Kenntnis von russischer Praxis, tschetschenische Gefangene aus russischen Hubschraubern einfach abzuwerfen !

 

Und während sich dieser Tage der russische Präsident Putin mit Pomp, der an das zaristische Russland erinnert, für seine zweite Amtszeit als demokratisch gewählter Präsident (!) angeloben lässt, werden wenigstens in der Penzinger Stadt des Kindes aus seinem Reich geflüchtete Menschen zumindest so lange ein bisschen Ruhe finden, bis in dem Refugium zum Bau eines schnieken Wohnprojekts des wirklich demokratischen Westens nach den Spielregeln der freien Marktwirtschaft die Bagger auffahren werden.

 

Bis dahin jedenfalls: Alles Gute, Tschetschenien, seiner noch lebenden Bevölkerung und dem kleinen Teil davon in Penzing ! 

Links: www.igfm.de/.../ kinderTschetschenien.htm

 

Wolfgang Krisch, 5.5.04
 

P. S.  Dass Wiener Humanität auch Grenzen empfohlen erhält, zeigte einmal mehr ein als „vertraulich“ bezeichnetes Schreiben vom Magistratsbeamten Ferdinand PODKOWICZ, Bereichsleiter im Ressort von Frau Vizebürgermeisterin Grete LASKA für Jugend und Familie. Dem KURIER vom 30.4. zu Folge warnte er davor, dass nach der EU-Osterweiterung„angeblich rund 900 000 Personen der Volksgruppe der Roma und Sinti nach Wien begeben“ (sollen), um hier Sozialhilfeleistungen in Anspruch zu nehmen. Ein Abschieben würde eine „Welle der Hilfsbereitschaft“ von grünen und kirchlichen Organisationen vor allem unter dem Titel „ Verfolgte“ auslösen, wogegen er die „ Regelung im Kärntner Sozialhilfegesetz" empfiehlt.
Herrn Podkowicz, derzeit noch einer der mächtigsten Männer des Wiener Magistrats, ist zu wünschen, dass er sich bald in einem wohlverdienten Ruhestand vor keinen angeblichen sozialhilfemissbrauchenden Menschenmassen wird fürchten müssen, vor denen er die SPÖ-Stadtregierung zu warnen braucht und dass Frau Viezebürgermeisterin LASKA kluge Berater findet, die nicht schreibtischtätig aus Jörg HAIDERs Politik ihre Empfehlungen schöpfen!

 

 zurück