Stadt des Kindes: Ganz gewöhnliches Bauvorhaben bis 2010 absehbar!
Aber statt verlangter „hoher Dienstbarkeit für die Öffentlichkeit“
zeichnen sich bloß "tragfähige Nutzungen" ab!
Nach den zahlreichen Problemen und Verzögerungen zur Nachnutzung der Stadt des Kindes hat auf meinen Wunsch in der Sitzung des Penzinger Bauauschusses vom 7.11. ein Vertreter des Bauwerbers (ARWAG) über den Stand der Dinge endlich aktuell informieren können!
Gesichert ist demnach, dass von einem Komplettabriss des Baubestandes, der
ernsthaft erwogen worden sein soll, nun keine Rede mehr ist. Wie ich berichtet
hatte, waren die Möglichkeiten der thermischen Sanierung des Baubestandes als zu
gering eingeschätzt worden, um nötige Fördermittel zu lukrieren. Nach meinen
Informationen war daher tatsächlich ein Komplettabriss des ehemaligen
Kinderheimes erwogen worden, den allerdings Stadtrat Ludwig abgelehnt haben
soll.
Nunmehr sollen jedoch Neuplanungen und „
förderungstechnische Verbesserungen“ sowie „weitere Kostensparmaßnahmen“ einem
Erhalt des Baubestandes nicht mehr im Wege stehen, auch Niedrigenergiebauweise
soll möglich sein. Ein Architektentrio plane derzeit im Detail, nötiger Konsens
mit Architekt Schweighofer, dem Architekt der historischen Stadt des Kindes,,
sei hergestellt.
Das Bauverfahren soll somit im kommenden Frühjahr eröffnet werden, eine
Baubewilligung sei bis spätestens 2.8.2008 erforderlich. Danach rechne man mit
einem Baubeginn im Herbst 2008 und einer Fertigstellung bis 2010.
Das Bauvorhaben wird insgesamt 10 000m² Altbestand umfassen – hinzu kommen 7000
m² an Neubauten, so wie dies ebenfalls bereits geplant war. Auch das Hallenbad
und die Sporthalle sollen erhalten werden. Die Flächenwidmung, die zuletzt nach
den ursprünglichen Bauplänen für das letzte Projekt geändert worden war, soll
jedenfalls auch für das aktuelle Vorhaben genügen und brauche nicht geändert zu
werden. Man kalkuliere mit einer „Differenzierung der Rechtsform“ für das
Vorhaben, - neben Eigentumswohnungen würden auch Mietwohnungen geschaffen
werden.
Was die „hohe Dienstbarkeit für die Öffentlichkeit“ anbelangt, die für eine Nachnutzung der Stadt des Kindes in der Ausschreibung ausdrücklich verlangt worden war, so ist diesbezüglich für mich persönlich bislang überhaupt nichts erkennbar! Besondere Wohnformen - Startwohnungen, Wohnungen für Obdachlose, Soziales Wohnen usw. – seien zwar geprüft worden, es seien aber primär „tragfähige Nutzungen“ gesucht gewesen!
Zur Frage nach ursprünglich gewünschten „sozialutopischen
Ideen“ für das Projekt wurde von Seiten des Bauwerbers ernsthaft darauf
verwiesen, dass Mietwohnungen geplant seien und darauf, dass sich „Leute mit
Kindern“ ansiedeln und „Gemeinschaften entstehen“ würden…
Noch dubioser dubios blieben allerdings die Ausführungen zur öffentlichen Nutzung des Hallenbades, das als Niedrigenergie-Einrichtung wieder realisiert werden soll. Das Schulschwimmen der Hadersdorfer Schulen wird möglich sein, die tatsächliche öffentliche Nutzung darüber hinaus soll aber noch „unklar“ sein! Diese soll aber in dem Bad „ fallangemessen“ sein, was immer das heißen mag. Die Betriebsführung soll sich an jener des Hallenbades in der Penzinger Sargfabrik orientieren, was schon a priori ein denkbar fragwürdiger Ansatz ist. Das Bad in der Sargfabrik wurde privat geschaffen und der Öffentlichkeit erfreulicher Weise (mit Einschränkungen und nicht geringen Kosten) zugänglich gemacht! Das Hallenbad in der Stadt des Kindes wurde aber mit Steuermitteln geschaffen und jahrelang betrieben, ehe es privatisiert wurde, - unter diesen Voraussetzungen Tarife und Nutzung zu vergleichen, ist daher gänzlich unredlich, unhaltbar und wird zu recht nicht akzeptiert werden! Immerhin erfreulich allein: Die Sporthalle wird erhalten und wird zu mieten sein!
Jedenfalls vereinbart wurde im Penzinger Bauausschuss mit dem Bauwerber ein weiterer Gesprächstermin in etwa 6 Monaten, wenn exaktere Information möglich sein werden!
Resümee für mich: Am Penzinger Mühlberg
wird in Bälde somit ein ganz ordinäres Wohnprojekt entstehen!
Wolfgang Krisch, 18.11.2007
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