Nachnutzung Stadt des Kindes: Die Öffentlichkeit wird durch die Tarife ausgesperrt !
Der Zutritt zum Hallenbad wird 300 € im Jahr oder 30 € im Monat kosten ! Selbst die Sportflächen werden „nicht gratis“ zu benützen sein!

Bloßes Tarnen und Täuschen ist weiterhin die Devise der Stadt Wien zur Nachnutzung der Stadt des Kindes. Das ehemalige Kinderheim und riesengroße Grünareal am Hadersdorfer Mühlberg wird entgegen einer gestrigen Ankündigung von Wohnbaustadtrat Werner FAYMANN nach dem Verkauf der Liegenschaft an ARWAG / MISCHEK für ein Wohnprojekt keineswegs weiterhin öffentlich zugänglich bleiben, - auch wenn es gelungen ist, sämtlichen, leider sehr unkritisch berichtenden, JournalistInnen diesen Eindruck zu erwecken.

Den Firmen ARWAG / MISCHEK wird nämlich trotz anders lautender Forderung in der Ausschreibung zum Verkauf („besondere Dienstbarkeit für die Öffentlichkeit“) zugestanden, für den Zugang zur bislang öffentlichen Infrastruktur der Anlage (Hallenbad, Turnsaal, Freiflächen, Theatersaal) enorme Gebühren zu verlangen!

Wie mir aus der Magistratsdirektion heute bestätigt wurde, wird konkret der Zugang in das (seit dem Vorjahr grundlos geschlossene) Hallenbad an eine Clubmitgliedschaft gebunden sein, die vorerst 300 € (!) jährlich oder 40 € monatlich kosten wird. Wer einfach nur so zum Schwimmen kommen will, bräuchte jedenfalls ein Clubmitglied, das ihn um 10 € mitbringen darf!  Diese Tarife zielen selbstverständlich auf den Ausschluss der Öffentlichkeit ab, die man sich mit derartigen exorbitanten Kosten ganz bewusst vom Hals hält, um im exklusiven Hallenbad eines exklusives Wohnprojektes nicht mit störenden Fremden oder gar mit Kindern und Jugendlichen konfrontiert zu sein.
Dass Herr Stadtrat FAYMANN diese Tarifgestaltung, die seit Monaten bekannt war und kritisiert wurde, akzeptiert hat und nun auch noch als Erfolg darstellen möchte, ist mehr als ein starkes Stück! Dazu kommt, dass mit dieser indiskutablen Tarifpolitik nunmehr auch das zweite und letzte Hallenbad Penzings für die Bevölkerung völlig unerschwinglich wird und damit verloren geht. Auch im „Waldbad Penzing“, um rund 266 Millionen Schilling Steuergeld erbaut, kurz danach an einen Privaten verschenkt aber weiter subventioniert (58 Millionen Schilling), kostet der Eintritt für 4 Stunden derzeit 10 € !

Zuletzt: Selbst die bisher frei zugänglichen, von Kinder und Jugendlichen der Umgebung rege frequentierten Spielflächen in der Stadt des Kindes werden nur kostenpflichtig zugänglich bleiben ! Dazu die Sprachregelung aus der Magistratsdirektion: Was die Sportanlagen betrifft, sei „definitiv der freie Zugang geregelt“. Zusatz in Klammer: Er wird allerdings„ nicht gratis“ sein!
Resümee: Auch die Privatisierung der Stadt des Kindes dürfte ein weiteres Armutszeugnis einer sozial unverträglichen Tarifpolitik der Wiener SPÖ werden !

Wolfgang Krisch, 4.3.2003
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