
Links: Vierspurige Kreuzung am Josef-Palme-Platz reicht
bei weitem nicht für das SPÖ-Privatisierungsprojekt
neben dem Shopping-Center-Auhof - Stau nach Wien wird an allen Straßen
Verkehrsalltag sein. Demnächst schon bei der Baustellenabwicklung!
Westeinfahrt: Keine valide Verkehrslösung für ARWAG-Bauprojekt
Stadt des Kindes !
Die
Wiener SPÖ-Regierung wird selbst verursachtes,
eindeutig absehbares, Verkehrschaos
zu verantworten haben
Dass
in der Kommunalpolitik klare Verantwortlichkeiten erkennbar werden, ist höchst
selten, - Schuld für klare Fehlentwicklungen haben natürlich allemal alle
Anderen als EntscheidungsträgerInnen, und irgendwie gelingt es immer, auf
angeblich sonstige Verantwortliche hinzuverweisen! Zur Privatisierung der Stadt
des Kindes an der Hadersdorfer Hofjägerstraße-Mühlberggasse liegen
allerdings die Dinge anders – und zwar nunmehr in größter Transparenz!
Denn wie nun endgültig in der letzten Sitzung der Penzinger
Verkehrskommission am 28.4.2010 ersichtlich wurde, liegt für das
mittlerweile schon in vielerlei Hinsicht legendär gewordene
Privatisierungsprojekt (ARWAG baut ab demnächst ca. 256 Wohnungen in der
Sackgasse Hofjägerstraße) keine verträgliche Verkehrserschließung vor,
- ein Chaos an der B1 in Verbindung mit dem Shopping Center-Auhof zeichnet sich
damit unweigerlich ab!
Die im Auftrag des Bauwerbers erstellte „Verkehrsuntersuchung“ (die von der
Bezirks-SPÖ seit vermutlich einem Jahr als unschlüssig erkannt ist, ehe sie
den anderen Fraktionen in der Verkehrskommission vorgelegt wurde), ist
daher auch von allen Fraktionen einstimmig abgelehnt worden, und zwar
offensichtlich keineswegs nur deshalb, weil eine örtliche Bürgerinitiative
(ohnehin nur zurückhaltend) der
groteskesten
Maßnahme einer „Verkehrslösung“ für das SPÖ-Privatisierungsprojekt
einmal ansatzweise widersprochen hatte: Die Stadt Wien will nämlich die
Bauplatz-Sackgasse Hofjägerstraße durch Ausbau eines fast 90-Grad abgewinkelten
Fußweges neben einem Kindergarten (Richard-Kuhn-Weg) zu einer Straße ausbauen,
womit – es ist ja immer alles schlau überlegt – gleich Industriegebiet und
Shopping Center Auhof einer neuen Verkehrserschließung teilhaftig würden.
(Diese – meine ausdrücklich ganz persönliche – Lesart des Vorhabens wird
allerdings gänzlich von der Hand gewiesen, weil man hoffnungsfroh die
Durchfahrt nur für Anrainer erlauben möchte, an die sich die disziplinierten
AutofahrerInnen natürlich halten würden.)
Zudem – der Kindergartenfußwegausbau ist natürlich bei weitem nicht
ausreichend – wird es zu weiteren
Baumaßnahmen für das ARWAG-Privatisierungsprojekt am Josef-Palme- Platz und
dem erweiterten Umfeld kommen, allesamt natürlich aus Geld der
SteuerzahlerInnen und nicht von jenem des Projektwerbers! Für nähere Auskünfte
dazu verweise ich ausdrücklich auf die SPÖ – am besten, gleich im Wiener
Rathaus– darf aber in etwa folgende Szenarien skizzieren: Gänzlicher
Kreuzungsumbau des Josef-Palme-Platzes, weitere Ampelregelung für einen Ausbau
der Wiengasse, die Verkehr aufnehmen soll, Wegfall der Grünanlage (samt
kapitaler gesunder Föhre dort) usw. usf.
Die von Penzings Verkehrskommission vom Tisch gewischte „Verkehrsuntersuchung“
geht zudem herzig davon aus, dass für die Erhöhung der „Leistungsfähigkeit“
des Straßenbauirrsinns (diese Bezeichnung stammt ausschließlich von Wolfgang
Krisch, keineswegs vom jemand sonst!) zur ständigen Erweiterung und Ausbau des angrenzenden
Shopping-Center-Auhof (SCA) divers Geplantes an zusätzlichem
Straßenneubau schon errichtet ist! In Summe wird also neuerlich das übliche SPÖ-Gießkannen-Verkehrsförderungs-Prinzip,
wie ich das nenne, verfolgt: Überall was Neues an Straße hinbauen, dann geht
sich alles irgendwie aus, zahlen müssen es halt die SteuerzahlerInnen, denen
ihr Umfeld eh nicht ganz ruiniert wird, aber bitte, nur ja nicht die privaten
NutznießerInnen !
Diese Strategie ist aber mittlerweile in Hadersdorf zum Scheitern verurteilt,
wie ich mir hiermit erlaube, mit wenig Fähigkeiten zur Prophetie vorher zu
sagen!
Wer schon den derzeit fragilen Verkehrsfluss an der Westeinfahrt und rund
um das SCA kennt, weiß selbstverständlich um die enorme Brisanz, der zu
Folge sich die Bezirks - SPÖ nun nicht unschlau zu folgender
Vorgangsweise entschlossen hat: Man wolle Frau Bezirksvorsteherin Andrea
KALCHBRENNER ersuchen, sich dafür einzusetzen, dass
irgendjemand nach anderen Verkehrs-„Lösungsmöglichkeiten“ sucht,
es gäbe dafür schließlich profunde Fachleute in Wien, die dafür auch gut
bezahlt würden.
Der Königsidee konnte natürlich keine Fraktionen widersprechen, obwohl
selbstverständlich genau gar nichts an „Verkehrslösung“ von den noch so
gut bezahlten Fachleuten zu entdecken sein wird, sofern nicht Wiens SPÖ-VerkehrsstrategInnen
das platzbedarfslose Hin-und- Weg-Beamen von Kfz endlich erfunden hätte!
Irgendetwas muss man ja im Bezirk den Betroffenen sagen können, sobald die Verkehrsbescherung
komplett sein wird.
Die SPÖ-Penzing gewinnt allerdings mit ihrem neuen Lösungssuch-Unterfangen
immerhin gute Zeit, denn auch sie muss sich im Oktober einer Wahl (zur
Bezirksvertretung) stellen und wird bis dahin ganz korrekt darstellen können,
man habe – wie die anderen Fraktionen auch – für eine Verkehrslösung an
der Westeinfahrt die Hoffnung keineswegs aufgegeben.
Bis
dahin wird allerdings das SPÖ-gewünschte Privatisierungsprojekt der Firma
ARWAG in der Stadt des Kindes vermutlich schon in Vollbau sein, denn
eine untaugliche „Verkehrsanbindung“ eines riesigen Wohnbauprojekts führt
nach Wiener Rechtslage keineswegs zu einer Untersagung des Projektes, dessen
Bauverhandlung bereits abgewickelt ist. (Die Vorsitzende des Penzinger
Bauausschusses , SPÖ-Bezirksrätin Emine SCHÖBINGER, hat dazu in der
Verkehrskommission erklärt, für den Bezirk zu dem Bauansuchen noch keine
Stellungnahme abgegeben zu haben.)
Ich schließe aber mittlerweile keineswegs aus, dass dieses Privatbauvorhaben
aus bloßen politischen Überlegungen für die Zeit nach der Wiener Wahl zurückgestellt
werden kann! Das wäre (einerseits nicht unüblich vor Wiener Wahlkämpfen und )
für die SPÖ besonders vorteilhaft: Denn die
gesamte Bauabwicklung des Großbauprojektes muss auf dem derzeit bestehenden Weg
über den Josef-Palme-Platz erfolgen!
Aus Wien kommend werden sämtliche Fahrzeuge auf der zweiten Spur zum
Linksabbiegen wartend über die zweispurige Gegenfahrbahn „auf Lücke“ (so
heißt das verkehrstechnisch) abzubiegen haben. Selbstverständlich werden in
dem Verkehrsgeschehen alle öffentlichen Busse stecken, in denen derzeit schon
HadersdorferInnen im Stopp&Go-Verkehr ab Wolf-in-der-Au zum Bahnhof Hütteldorf
häufig nicht schneller voran bewegen lassen als das zügig zu Fuß möglich
ist. (Vorausgesetzt – ganz nebenbei – die Busse aus dem Umland sind zur
morgendlichen Frühspitze an Schultagen nicht ohnehin so voll, dass die Lenker
gar nicht mehr zusteigen lassen.)
Wer nur geringste Ortskenntnis in Hadersdorf und dem gesamten Bezirkswesten hat,
braucht jedenfalls zu diesen Aussichten nichts weiter sonst angedeutet zu
bekommen! (Nur
zur jüngsten Erinnerung, wie fragil die Verkehrssituation an der Westeinfahrt
ist: Der bloße Anprall eines Lkw an die Mauer des Schönbrunner Schlossparkes
am 15.4.
-
der Fahrer soll Brüche an zwei Fingern erlitten haben, die Mauer wurde
beschädigt - brachte in der morgendliche Verkehrsspitze den gesamten
Verkehr an der Westeinfahrt weit länger als eine Stunde zum Erliegen !)
Ich
habe jedenfalls in der Penzinger Verkehrskommission, in der ich nicht
stimmberechtigt bin und nur zum Staunen gekommen war, unmissverständlich erklärt,
dass die Stadt Wien – und zwar durch die SPÖ-Regierung (davon aber demnächst
hier mehr) ohne Wenn und Aber eine gezielte Privatisierung für ein
Wohnbauprojekt betrieben hat, das über keinerlei taugliche Verkehrsanbindung verfügt. Man habe
sehenden Auges diese „kleine Manko“ in Kauf genommen, das Wohnprojekt bis
zur Baureife durchgedrückt und dann nach einer nicht vorhandenen „Verkehrslösung“
gesucht - vergleichsweise sei in ganz Texas noch niemals ein Pferd jemals so
verkehrt aufgezäumt worden. Für die GRÜNEN hatte ich schon vor der
Privatisierung mehrere Nutzungsvorschläge für ein Nachfolgeprojekt des
ehemaligen Kinderheimes gemacht, die der Öffentlichkeit Nutzen und keinerlei
derartige Probleme bereitet hätten. Und GRÜN-Kollege Dr. Dieter SCHRAGE war überhaupt
nicht nur als Befürworter und Betreiber eines Engagements der SARGFABRIK schon
im Bewerbungsverfahren für die Umnutzung hoch aktiv, sondern darüber hinaus
auch zur Erhaltung des historisch und architektonisch bedeutsamen Gebäudes der
"Stadt des Kindes" langjährig aktivistisch und publizistisch
engagiert. Der SPÖ war allerdings keinerlei Einsicht nahe zu bringen, - der
Verkauf an ARWAG durfte durch nichts in Frage gestellt werden.
(Allerdings muss auch daran erinnert werden, dass sogar in der Penzinger
Bezirksvertretung der Änderung der Flächenwidmung, die das Projekt jetzt möglich
macht, mit Stimmen der SPÖ-, ÖVP- und zwei GRÜNEN zugestimmt wurde.
Abgelehnt wurde die Flächenwidmung nur von der Mehrzahl der GRÜNEN und der FPÖ!
)
Die
Verantwortung, aus der man die SPÖ nicht entlassen wird, liegt jedenfalls nun
nirgendwo anders als im Wiener Stadtsenat, vor allem beim
(diesbezüglich) bedauernswerten Planungs- und
Verkehrsstadtrat Rudolf SCHICKER, der mit jedweden nötigen
Entscheidungen zum Handkuss kommen wird, obwohl er persönlich mit der
Privatisierung der Stadt des Kindes für ARWAG rein gar nichts zu tun hatte.
Vorrangig verfolgt wurde das Projekt nämlich seinerzeit unter anderem vom
Wiener Wohnbaustadtrat Werner FAYMANN, der
als SPÖ-Funktionsträger auch noch nicht ganz vergessen ist.
Wolfgang Krisch, 1.5.2010
P. S. Für die neue Landesregierung nach der Oktober-Wahl erwarte ich übrigens
in einer SPÖ-ÖVP-Koalitionsregierung natürlich einen ÖVP-Verkehrsstadtrat/stadträtin,
der/die dann ganz berechtigt auf Fehlentwicklungen des SPÖ-Amtsvorgängers an
der Westeinfahrt verweisen kann, womit niemand mehr verantwortlich und weiter
keine „Lösung“ gefunden sein wird, wenn längst das freifinanzierte
Riesen-Wohnbauprojekt am Mühlberg seinem privaten Bauträger guten Nutzen
abwerfen darf.
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