
Für diese widerrechtlich errichtete Baulichkeit will Wiens Baupolizei (MA 37)
seit mehr als einem Jahr keinen Eigentümer " recherchieren" können!
Niemand "deklariert" sich zu
Schwarzbau auf der
Wienerwaldwiese!
Wer Rudi Dräxlers Immobilien in der Mauerbachstraße bewirbt, will Wiens Baupolizei nicht "recherchieren" können
Erfahrene Eltern, KindergärtnerInnen und LehrerInnen kennen das Phänomen
allerbestens: Sind die Kleinen heim gegangen, bleibt ein Kleidungsstück, ein
Spielzeug oder sonst ein Trumm liegen, das nie wieder jemand abgeht und das auch
nach Befragung aller Beteiligten selbst dann niemand gehört haben soll, wenn das
überzählige Teil jedem einzelnen möglichen Eigentümer vorgezeigt wird!
Dieses faszinierende Phänomen scheint jetzt erstmals auch in Bausachen aufzutreten, - zumindest dann, wollte man der Wiener Baupolizei glauben!
Vor mehr als einem Jahr habe ich nämlich der Wiener
Verwaltung zur Kenntnis gebracht, dass auf absolut geschützten Grünflächen
(Wald- und Wiesengürtel) an der Penzinger Mauerbachstraße 102-104 eine gewaltige
Werbeanlage widerrechtlich errichtet wurde!
Das Bauwerk ist mehrere Meter hoch, besteht aus zwei
Tafeln, um vorbei fahrende FahrzeuglenkerInnen aus beiden Fahrtrichtungen
Werbebotschaften optimal erkennen zu lassen, ist nächtlich beleuchtet und daher
auch durch ein massives Fundament in die Wiese betoniert!
Genutzt wird die Anlage seit seiner Errichtung für nichts sonst als für Werbebotschaften Rudi Dräxlers Immobilientreuhand GesmbH & Co Verwaltungs KEG an der Adresse Auhof Center West, Albert Schweitzer-Gasse 6, -wobei die Tafel auch laufend aktuell betreut wird! Riesengroß ist auf ihr nicht nur die Internetadresse der Immobilienfirma sondern sogar eine Mobiltelefonnummer abzulesen!
Wiens Verwaltung reagierte wie üblich zu solchen Schwarzbauten: Eine Prüfung mittels Ortsverhandlung wurde mir angekündigt – wonach man sich offenbar der Hoffnung hingab, damit die Anfrage eines lästigen Bezirksrates genügend abgetan zu haben, den man natürlich auch niemals vom Ergebnis der Prüfung informiert hatte.
Zur Beantwortung einer somit neuerlich notwendigen Anfrage - der Schwarzbau
prangt natürlich nach wie vor auf der Wienerwaldwiese - musste sich Wien nunmehr
allerdings schon Originelleres einfallen lassen! Das ist zweifelsfrei in schon
kaum überbietbarer Originalität gelungen, - die Antwort ist aber inhaltlich sonst
durchaus typisch für die Qualität derartiger Auskünfte an Bezirksräte nach der
Geschäftsordnung der Wiener Stadtverfassung:
Wörtlich heißt es nämlich in einem Schreiben von Stadtrat
Dr. Michael Ludwig:
„ … Die Recherchen der Baubehörde hinsichtlich des/der Eigentümers/in der Werbeanlage verliefen erfolglos, da sich keine der in Wien und Umgebung ansässigen Werbefirmen als Eigentümerin der Baulichkeit deklarierte….“
Wenn das nicht genial ist, was dann? Niemand hat sich deklariert, keinem geht
das Ding ab, niemand will es gehören!
In diesem Fall haftet der/die Eigentümer/in der Liegenschaft gegenüber der
Behörde für alle dem Gesetz widersprechenden Zustände auf der Liegenschaft, -
und weil der Grundeigentümer zwischenzeitlich verstorben ist, wurde eine
Entscheidung vertagt, um die Klärung der Verlassenschaft abzuwarten !
Und bis dahin wird der Schwarzbau weiterhin für Werbebotschaft des
Immoblientreuhänders Rudi Dräxler exklusiv genutzt! Unter der Devise „Seriosität
mit Handschlagqualität“ hat Rudi Dräxler übrigens zuletzt ein
Satellitenfoto des westlichen Wienerwaldes mit der Aufschrift „ Im
Wienerwald Zuhause“ über Postwurfsendung verschickt, um „35
Schaukästen im Wienerwald“ bekannt zu machen, zu denen sich seine Firma
zweifelsfrei schon deklariert.
Das Werbetrumm auf der Wiese in der Mauerbachstraße ist da
allerdings nicht gekennzeichnet, - irgendein menschenfreundlicher Eigentümer und
Mäzen muss also Herrn Rudi Dräxler die Anlage völlig selbstlos untergeschoben
haben und darauf ohne Wissen Herrn Dräxlers dessen laufende Geschäfte
werbewirksam aber illegal betreiben!
Anders wäre nämlich die haarsträubende Ineffizienz der
Wiener Baubehörde bei der Ausforschung des Eigentümers der Werbeanlage nur mit
einer einzigen Erklärung vorstellbar: Dass Wiens Baubehörde den Schwarzbau
seit jeher unterstützt – und nun auch noch behilflich ist, die Abtragung so
lange wie möglich hinaus zu zögern, indem ungeniert darstellt wird, nicht
feststellen zu können, wem sie gehört – obwohl der Nutznießer darauf namentlich
abzulesen ist!
Wolfgang Krisch, 27.7.07