Wien-Energie: Diskret zugestellte Vertragsanpassung

einer geringen Gaspreiserhöhung von kaum 10 %


Zugegeben, man könne sich geschmeichelt fühlen, als Fachmann für fast-eh-alles gelegentlich gefragt zu werden! Viel zu häufig aber muss man dann durchaus fehlendes Wissen einräumen und gerät in allerhöchstpeinliche Blamagegefahr!
Aktuell bin ich schon wieder einmal von einer solchen bedroht, nachdem mich nebst zweier Fotos folgende diffizile Frage einer Bürgerin erreicht hat:

„Wieso verschickt WIEN ENERGIE die Bekanntgabe einer deutlichen Gaspreiserhöhung in völlig neutralen Kuverts, die man unter Bergen des alltäglichen Werbemülls höchstens zufällig findet?“

Tatsächlich ähneln die betont unauffälligen Fensterkuverts unseres Wiener Energie-Vertriebs-Unternehmens frappant den überflüssigsten Post-Botschaften der windigsten Zeitgenossen zu deren Aquisitionsszwecken, die natürlich zumeist ungeöffnet in der Altpapiertonne landen! Allein über der richtigen Anschrift des Gaskunden im Fenster des Kuverts findet sich in kaum eineinhalb Millimeter großen Buchstaben der nur Adleraugen zugängliche Vermerk

Abs.: Wien Energie Vertriebs GmbH&Co KG Marianneng.4-6, 1090 Wien“, 


Ähnliche Diskretion soll es allenfalls beim Versand von Produkten der Sexartikelindustrie geben, - ich halte das für glaubhaft!
Ich mailte also der Bürgerin umgehend wie folgt meine bemüht fachmännisch-bezirksrätliche Antwort:


„Sehr geehrte Frau ….

Herzlichen Dank für Ihr Mail und die Fotos – sowie Ihre wahrlich richtige Frage!

Um sie korrekt zu beantworten, könnte man die Herren Christian Wojta und Wolfgang Altmann von Wien Energie Vertrieb GmbH  Co KG glattweg fragen, welche die Verteuerungsbotschaft unterschrieben haben! Es würde bestimmt eine rationale Antwort zugehen, die natürlich jeden Zweifel daran zerstreuen würde, dass Wien Energie mit ihren Tarn-Kuverts eigentlich den Zweck verfolgen könnte, eine drastische Tariferhöhung möglichst unauffällig und unbemerkt ins Altpapier der Kundschaft zu bringen und somit die Verteuerung weitgehend unbemerkt ins Land gehen zu lassen!

Dass dies natürlich dem höchst positiven Betriebsergebnis der GmbH &und Co KG keineswegs schaden würde, ist gewiss! Denn wer nicht bemerkte, dass das unbezeichnete und logo-freie Kuvert die rechtliche Möglichkeit eines Widerspruchs gegen die Verteuerung beinhaltet, versäumte natürlich auch die dafür eingeräumte Frist bis 30.6. und wäre ab 1.4. vertragssicher an die verteuerten Preise des Anbieters gebunden!
Und langjährige Kundenbindung schadet natürlich keiner GmbH & Co KG! Ob man sich deshalb überlegt hat, so diskrete Post zu verschicken, weiß ich natürlich nicht, ich bin kein Betriebswirt. Ich hab mich persönlich zu meinem privaten Lebensglück von derartigen Geschäftspraktiken gottseidank seit jeher fernhalten können, - beobachte sie aber natürlich mit Ingrimm überall, und ganz besonders verdrossen bei jenen ausgelagerten Firmen, die im Einflussbereich politischer Parteien und der verpolitisierten öffentlichen Verwaltungen stehen.

In diesem Fall machen Sie es aber mir gleich und bleiben Sie gelassen: Denn in diesem Fall zeigt sich wenigstens, dass sich jemand was pfiffig gedacht hat – und das ist ja in der üblichen Politik hierzulande durchaus bis in höchste Kreise und ungeachtet der Gesamtbilanz schon eine rare Leistung! Für die Heeresreform des Herrn Bundesministers kann nach meinem Eindruck z.B. weniger gedacht worden sein als bei der günstigen Kuvert-Wahl im Vertrieb unseres beliebten Energie-Anbieters!

Mit sehr freundlichen Grüßen
Wolfgang Krisch

19.3.2011
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