Nichts als Worthülsen und Schönfärberei  - aber kein Wort über die wirklichen Probleme der Stadtentwicklung 


„Wien wächst“  - im Auhof Center !

Grotesk inhaltsleere Kurz-Ausstellung über das Wiental als „Zielgebiet der Stadtentwicklung“


Ab morgen, 15.4., wird im Auhof Center die Ausstellung „Wien wächst – Die 13 Zielgebiet der Stadtentwicklung“ zu sehen sein, und zur Eröffnung ist neben dem Penzinger Bezirksvorsteher-Stellvertreter Rober PSCHIRER sogar Planungsstadtrat Rudolf SCHICKER persönlich angesagt.

Wer aber innerhalb der nächsten zehn Tagen - die Ausstellung wird gerade einmal bis 25.4. präsentiert -  nicht in das Einkaufszentrum kommt, kann getrost sein, - man versäumt absolut gar nichts, wie schon die vorab im Internet zu bestaunenden Ausstellungstafeln erkennen lassen, erspart sich aber immerhin Ärger!

Dabei wäre exakt jene Frage für Penzing von höchstem Interesse, die die Ausstellung zu beantworten vermuten ließe! 


Penzing interessierte brennend, welche städteplanerischen Entwicklungen Wien einerseits im neuralgischen Wiental verfolgt, ebenso dringend würde man sich endlich Antwort auf die Frage erwarten, bis wann die Stadt die seit langem versprochene Renaturierung des Wienflusses samt einer durchgehenden Radwegeverbindung bis an den Donaukanal realisieren möchte, - dazu kämen reichlich viele Fragen zum öffentlichen Verkehr auf der Westbahn, zur Zukunft des Auhofs, zu den Verbauungswünschen des Autobahnknotens etc.etc., um nur die wichtigsten zu nennen!  


All diese Fragen sind seit x Jahren vielfach gestellt aber konsequent unbeantwortet, - tatsächliche „Entwicklung“ findet seit jeher lediglich bei Erweiterungen von Einkaufszentren statt – einerseits im Auhof, andererseits in der Hackinger Straße!
Wie gänzlich ungeplant dabei vorgegangen wurde und wird, wird daran ersichtlich, dass das Einkaufszentrum im Auhof bis heute zwar ständig wächst und mittlerweile durch weit mehr als 100 Shops einen enormen Verkehrsmagnet darstellt, tatsächlich aber niemals als Einkaufszentrum geplant war und bis heute auch über keine Widmung als Einkaufszentrum verfügt!  Eine dezidierte Planungsabsicht der Stadt Wien liegt bis heute dazu nicht vor, - und wird in der aktuellen Ausstellung nicht einmal mit einem Wort erwähnt!  

Tatsächlich wird die Ausstellung– sieht man von hübschen Fotos, historischen Rückblicken und der ansprechenden Präsentation ab – durch ihre  Inhaltsleere für all jene beeindruckend sein, die - so wie ich – der Meinung sind, dass Stadtplanung in Wien de fakto überhaupt nicht mehr stattfindet und nur jeweiligen privaten Bauprojekten angepasst als „Planung“ vorgegeben wird. Das ist nach meinem Eindruck in ganz Wien ärgerliche Praxis, die sich leicht damit erklärt, dass Wiens Stadtpolitik das Verbindliche an Planungen unbedingt vermeiden möchte. Schließlich würde man von den WählerInnen an dezidierte Planungen erinnert und an der Umsetzung gemessen werden! Allemal bequemer ist daher, über „Zielgebiete der Stadtentwicklung“ ein wenig charmant zu plaudern, ohne irgendwie im Geringsten konkret werden zu müssen.  

Der aktuellen Ausstellung gelingt das aufs Vortrefflichste, - ein größeres Sammelsurium an Gemeinplätzen, Stehsätzen, Schönfärberei  und Unverbindlichkeiten ist nicht denkbar!


„Das Flusstal wird zum Erholungsraum. Es verbindet Natur mit kulturellen Besonderheiten bis ins historische Zentrum der Stadt“
 heißt es da beispielsweise eingangs, ohne erklären zu wollen, wie Wien das bisher massiv verbaute Flusstal zum „Erholungsraum“ machen möchte, dessen Betreten weithin verboten ist und mangels eines Sammelkanals auch nur wenig einladend erscheint! Natürlich fehlt auch jede Angabe, bis wann Wien den seit Jahren angekündigten „Erholungsraum“ schaffen möchte!

Eher fabulös werden die HütteldorferInnen die geringen Ausführungen zur Verkehrsproblematik beurteilen, wenn es heißt: „Den Individualverkehr betreffend werden Schwerpunkt in der Planung insbesondere im Bereich des nicht motorisierten  Verkehrs gesetzt! So soll etwa der bestehende Wientalradweg entsprechend seiner hochrangigen Funktion im Wiener Radwegenetz weiter verbessert werden und durch eine verlängerung der direkt im Sohlenbereich der Wien bestehenden Fuß- und Radstrecke von Hütteldorf stadteinwärts ergänzt werden".
Tatsächlich gibt es bis heute keinerlei Wientalradweg von hochrangiger Funktion, sondern lediglich einen „Bedienungsweg der MA45", der zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten“ zur Benutzung für RadfahrerInnen toleriert wird. Und  der ist über weite Strecken gefährlich (Pflasterung!) unfallträchtig (eingesäumt mit riesgen Natursteinen) und allenfalls für FreizeitradfahrerInnen geeignet! (Hier davon mehr!) 

Noch nebulöser und ärgerlicher sind die Wiener „Planungen“ für den motorisierten Individualverkehr und den öffentlichen Verkehr dargestellt, - Grimms Märchen sind vergleichsweise streng verbindliche politische Handlungskonzepte:

„Im Bereich des motorisierten Individualverkehrs sollen negative Auswirkungen unter anderem durch Lärmschutzmaßnahmen gemildert werden“, (Tatsächlich wären  Lärmschutzbauten im Wiental seit Jahren  gesetzlich verpflichtend zu erreichten gewesen und stehen dennoch aus! Anm. Krisch) „Zudem ist vorgesehen, bislang mit dem PKW in die Stadt fahrenden Einpendler verstärkt Alternativen anzubieten, wie dies mit der neu errichteten Park&Ride-Anlage Hütteldorf bereits realisiert wurde“ (Völliges Blabla! Anm.Krisch)

Einzige Worthülse zum öffentlichen Verkehr im  gesamten Wortlaut:  „Die Errichtung des zentralen Hauptbahnhofes und der dazugehörigen Zulaufstrecken (Lainzer Tunnel, Wienerwaldtunnel) bringen Veränderungen im hochrangigen Öffentlichen Verkehr an der Westbahnstrecke (Welche, weiß man in Wien offenbar noch nicht! Anm.Krisch)  Eine wesentliche Verbesserung der Verkehrssituation im äußeren Wiental wurde durch Inbetriebnahme der Schnellbahnstation „Wolf in der Au“ und der dazugehörigen Park&Ride-Anlage  erreicht. Zudem sollen durch frei werdende Kapazitäten der Westbahnstrecke bei Inbetriebnahme des Hauptbahnhofs weitere Verbesserungen für den Regionalverkehr möglich werden“ („Mögliche Verbesserungen“ wären derzeit schon realisierbar gewesen, - Wien kann die ÖBB seit Jahren nicht einmal zum behindertengerechten Umbau seiner Bahnhöfe überreden, ein schon derzeit mögliches 15-Minuten-Intervall für die S50 wurde zuletzt wiederum nicht realisiert! Anm. Krisch)

Dass darüber hinaus die umstrittenen dauernden Erweiterungen des Shopping-Center Auhofs mit keinem einzigen Wort erwähnt werden, wundert da schon ebenso wenig wie die glänzende Werbung der Stadtplanung für Bauvorhaben der SPÖ- nahen B.A.I ! 

Was diese Ausstellung – reine Propaganda der SPÖ-Regierung -  mit „Stadtplanung“ für ein „Zielgebiet der Stadtentwicklung“ zu tun haben soll, fragt sich reichlich konsterniert

Wolfgang Krisch, 14.4.09
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