Gehsteig Spallartgasse aktuell; Seinerzeit Benützung auf "eigene Gefahr" - mittlerweile verboten (Ordeltpark), gestreute und gesäuberte Parkwege gibt es nicht!

 

Verschneite, ungeräumte Gehsteige: „Das Spiel geht jetzt bereits über Jahre“
Bürgerdienst rät zu persönlichen polizeilichen Anzeigen -  ich plädiere für Wahrnehmung politischer Kompetenzen!

 


Alle Winter wieder und bei jedem Schneefall ist das Ärgernis das Gleiche! Von Schnee und Eis geräumte Gehsteig sind mittlerweile überall im Bezirk eher die Ausnahme als die Regel! Und während für den problemlosen Kfz-Verkehr die Fahrbahnen rund um die Uhr penibel umsorgt und gehegt werden,  dürfen FußgängerInnen bis zu den Knöcheln durch Schnee und Eis stapfen!
Tatsächlich waren selbst bei den höchsten Schneelagen der letzten Tage  die Fahrbahnen im Bezirk problemlos zu befahren, - während für die Winterbetreuung ungezählter Gehsteige im Bezirk letztlich nur mehr das Tauwetter zuständig sein dürfte.


Dass sich Private keinen Deut um die gesetzlich dezidiert vorgesehene Winterbetreuung der Gehsteige scheren, ist schlimm genug! Ärgerlicher allerdings ist, dass Wiens Magistrat die Problematik beharrlich ungerührt lässt,  den Missstand toleriert oder gar selbst dazu beiträgt, obwohl nach den Wiener Verkehrsleitlinien die Bedürfnisse der FußgängerInnen zu allererst zu beachten wären! Dazu nur wenige Beispiele der letzten Tage, - Bürgerbeschwerden sind mir zuhauf zugegangen!



Verspätete Schneeräumung der Wiener Linien

Zahlreich sind beispielsweise die Klagen über verspätet geräumte Stationsbereiche der Wiener Linien! Morgendlich tief verschneite Zugänge zu Stationen und Haltestellen bei Bussen und Straßenbahnen sind dabei nicht nur ärgerlich, sondern auch höchst gefährlich! Intern ist dazu erklären das Mitarbeitern der Wiener Linien mit geänderte Diensteinteilungen und Einsparungen, - was ich nicht anzweifle!


Städtische Schneeräumung schüttet geräumte Gehsteige zu!

Alljährlich -  und das seit Jahrzehnten -  klagen überall in den Randlagen des Bezirkes BürgerInnen, dass städtische Schneeräumfahrzeuge den Schnee von der Fahrbahn auf die Gehsteige schaufeln, - was eine gut geübte, aber klar ungesetzliche Wiener Praxis darstellt. Die MA 48 verspricht bis heute bei Beschwerden lediglich, sie weise die Fahrer an „aufzupassen“ -  das sprichwörtliche Salzamt ist da weit lösungsorientierter. Ich prangere die Praxis seit Jahrzehnten Jahre hindurch mindestens seit den Amtszeiten von SPÖ-Umweltstadt Fritz SVIHALEK an , wobei Wien damals ernsthaft die Meinung vertrat , die Gehsteige seien von Schnee zu räumen, ganz gleich woher der käme  und wenn ihn also auch die MA 48 dorthin schaufelt! Allein die Haftung ist klar: Die träfe nämlich im Ernstfall nicht die Stadt Wien sondern die Hauseigentümer! Das sagt man zwar heute so nicht mehr, das Faktum ist aber unverändert, obwohl ich die Rechtswidrigkeit selbst durch die Volksanwaltschaft der Republik Wien habe klarlegen lassen: Die MA 48 schaufelt halt einfach die Gehsteige zu!



In Parks und zahlreichen Gehsteigen: Wien befreit sich selbst von der Schneeräumung!

Was Privaten nie möglich wäre, ist zur ungeliebten Schneeräumung eine Kleinigkeit für die Stadt Wien! Man macht über eine schlichte Tafel der Öffentlichkeit kund, dass Gehsteige halt nicht winterbetreut werden – und verbietet obendrein, was eigentlich eine zusätzliche besondere Zumutung ist, dass die betroffenen Wege bei Schneelage und Glatteis einfach nicht begangen werden dürfen!
Dem gelernten Wiener sind derartige Botschaften besonders aus Parks und Grünanlagen überall bekannt, - hinterfragt man sie, wie ich vor Jahren in der Penzinger Verkehrskommission, wird darüber von der SPÖ gern einmal gleich philosophiert, wer denn durt überhaupt im Winter geht“.

Die Praxis ist natürlich bestechend und wird nicht nur von Wiens Magistrat so gehandhabt: Vor Jahren brauchte ich beispielsweise nur den Aufwand einiger Monate um einen stark begangenen ÖBB-Gehsteig in der Keißlergasse (Zugang zum Bahnhof Hütteldorf) zur Winterräumung anzuregen, der von solcher mit historischen Beschilderung der MA 46 befreit war. Eine Rechtsgrundlage für die Befreiung wurde dabei nicht gefunden.

Eine ebensolche Befreiung von der Schneeräumung erwirkte sich aber möglicherweise vor Urzeiten einmal auch das Österreichische Bundesheer auf dem Gehsteig in der Spallartgasse zwischen Kendlerstraße und Leyserstraße. Das kostete mich nur ein paar Monate Arbeit, - SPÖ und MA 46 versprachen nach gründlicher Diskussion der Verkehrskommission im Vorjahr hinkünftige Schneeräumung. Im heurigen Winter ist das ominöse Schild noch immer nicht entfernt, und  der Gehsteig natürlich auch nicht geräumt worden, - was ich nach Klagen aus der Bevölkerung jetzt vermutlich binnen nur weniger Monate Bezirksratstätigkeit leichthin werde abstellen können. Zumindest einmal bis zum nächsten Winter!



Aus Anlass mehrerer Beschwerden über den traditionell tief verschneiten Gehsteig in der
Müller-Guttenbrunn-Straße entlang der Sportanlage des zum Gehsteigbetreuen verpflichteten Fußballklubs Austria XIII (Präsident: Bundesminister Andreas Schieder) auf dem Kinkplatz – der Gehsteig ist Schulweg für die beiden Schulen auf dem Kinkplatz und wurde auf mein Betreiben überhaupt erst errichtet – habe ich dieser Tage den Bürgerdienst der Stadt Wien kontaktiert, die Auskünfte sind prototypisch: „Des Spü geht jetzt über Johre so“, ließ man mich wissen, wir ruafen da viamoi im Joa an, daun schickt ma an Hansel mit aner  Schaufel vuabei und woat, bis ma des nächste Moi auruafn!“ Der Bürgerdienst selbst dürfe den Missstand nicht zur Anzeige bringen – warum ist mir übrigens unklar – amoi hot oba a Büaga bei der Polizei Anzeige erstattet, und dann hot des unhamlich zu kloppn augfaunga“.

 

Man rate daher den BürgerInnen – und das war ernst gemeint - die Missachtung der Schneeräumpflicht (nach § 93 Abs.1 der Straßenverkehrsordnung)  im nächsten Wachzimmer anzuzeigen! Ich werde das bei Gelegenheit als Bezirksrat durchaus einmal gern durchexerzieren, - denke aber, dass Wiener BürgerInnen auch noch Anderes zu tun haben, als den ganzen Tagen über private polizeiliche Anzeigen zu versuchen, im Winter Wiener Gehsteige benutzen zu können, nur weil das dem Wiener Magistrat und der Politik blunzenwurscht ist, meint

Wolfgang Krisch, 26.2.09  

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