Mein öffentliches Breitner-Hof-Tagebuch!
Kein Angst – man wird da nur das Mindeste lesen, womit ich beschäftigt werde!


Meine persönliche Beziehung zur kommunalen Wohnhausanlage Hugo-Breitner-Hof ist natürlich über unser gemeinsames Geburtsdatum (16.10.1954) hinaus langjährig komplex und diffizil!

Nachdem ich viele Jahre meiner politischen Tätigkeit zu zahllosen Einblicken in Haar sträubende Fragwürdigkeiten der Wiener Verwaltung in der an sich prächtigen Wohnhausanlage (Ganz undenkbar, dass Wien heute noch zu so einem großzügig angelegten kommunalen Wohnbau überhaupt in der Planungslage wäre!) vielfach in der Einsicht geschwiegen hatte, dass sich brave ParteigenossInnen ohnehin nur im Vertrauen und für politisch belegbare Arbeit damit weithin unbrauchbar gegenüber einem GRÜNEN Mandatar artikulieren können, ist das mittlerweile längst anders.

Von herkömmlicher Politik oft schwerst verdrossene Menschen sehen auch im Breitnerhof mit zunehmender Bitterkeit, Entsetzen, oder Wut wie Dinge gänzlich schief laufen können, wenn sie das nepotistisch sollen oder wenn man gänzlich unfähig bzw. unwillig ist, politisch verursachte Missstände abzustellen.

Da ich mich aber auch heute natürlich noch nicht dem dummen Verdacht aussetzen möchte, in den betreffenden SPÖ-Sektionen betagten Damen und Herren die Partei ihres Lebens madig zu machen, habe ich seit Jahren nur zu augenscheinlichsten Anlässen im Breitnerhof Kritik geäußert, wenn ich auf deren Nötigkeit ausdrücklich und zwingend hingewiesen wurde.

Diese Notwendigkeiten würden aber leider mittlerweile längst dazu führen, dass ich quasi als GRÜNER „Hugo-Breitner-Hof-Wohnbausprecher“ den ganzen Tag betrüblich zu tun hätte.

Ergo habe ich mich entschlossen, was ab und an an mich heran getragen wird, meinem hier eröffneten „Hugo-Breitner-Hof-Tagebuch“ nur auszugsweise anzuvertrauen, - an sehr geistreichen und richtigen Hinweisen mangelt es nämlich keineswegs...

Wolfgang Krisch, 21.5.08


Liebes Tagebuch!

21.5.2008


Bin heute gefragt worden, ob Hugo-Breitner, der Namensgeber der Wohnhausanlage, ein früher GRÜNER war! Sein Denkmal ist halbhoch zugewachsen, die für MieterInnen und SteuerzahlerInnen aberwitzig überteuert zu bezahlende Grünflächenbetreuung klappt nur zum Erzielen von (mir durchaus hoch verehrten) Naturwiesen ! Ich hab geantwortet, dass Breitner schon ein roter Finanzstadtrat war, der aber sicher froh wäre, seit seinem Tod 1946 aus nicht sehen zu müssen, was heute sozialdemokratische Politik sein soll. Noch dazu Finanzpolitik! Hugo Breitner war 1919-1933 Finanzstadtrat im roten Wien und den Benachteiligten verpflichtet, nicht dem Kapital! (Ansonsten habe ich aber geraten, nicht zu laut über Grünflächenbetreuung zu mosern, sonst betoniert die heutige SPÖ gar noch ein paar Garagen, Rolling-Boards oder dgl. in den Bau!, - man kennt ja seine Pappenheimer!)


23.5.2008
Wie der KURIER heute verdienstvoll vermeldet, prüft die Staatsanwaltschaft Wien aktuell gerade behauptete Preisabsprachen von
-zig Installationsfirmen, zu Aufträgen von Wiener Wohnen mit einem Auftragsvolumen von fast 200 (zweihundert) Millionen Euro
.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gäbe es "begründeten Verdacht ... strafrechtlicher relevanter Handlungen", insbesondere durch "wettbewerbsbeschränkende Maßnahmen"
Das wird nun alles die Staatsanwaltschaft prüfen - erst im Vorjahr waren Aufzugsfirmen, die für Wiener Wohnen tätig gewesen waren, nach ebensolchen Verdachtslagen rechtskräftig verurteilt worden.
Und Wiens SPÖ-Wohnbaustadtrat Dr. Michael LUDWIG wird vermutlich prüfen, wieso den nun unter Verdacht geratenen Installateuren eine Liste zur Verfügung stehen konnte, auf der alle Installationsfirmen nachzulesen waren, die sich bei Wiener Wohnen um Installationsarbeiten beworben hatten. Und zwar schon 2 Tage nach Abgabe der Bewerbung! Dazu hätte ich natürlich einen prüfenswerten Verdacht: Sofern Wiener Wohnen nicht durch reitende Boten oder überhaupt beauftragte Express-ZustellerInnen Kartellabsprachen zur Verteuerung des Wohnens unterstützt, wäre an E-Mail zu denken! Das ist aber heutzutage gefährlich - Wiener Wohnen wird da nachbessern müssen, damit solche Pannen hinkünftig nicht dann gleich wieder die Staatsanwaltschaft befassen. MieterInnen von Wiener Wohnen können dazu immerhin auch etwas prüfend erwägen! Also z.B. im Hugo-Breitner-Hof, wieso das Wohnen ständig teurer wird. Vermutlich natürlich deshalb, weil immer überall alles teurer wird! Es müssen ja überall welche mehr verdienen, - und irgendwer muss das halt bezahlen, ob im Gemeindebau oder anderswo!


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