Kurz Bemessenes
Um endlich Jahre langer Kritik zu entsprechen ( "entsetzliche Bleiwüste sowas", "wer kann so so viel lesen?", "vielleicht hab ich ja in der Pension dafür Zeit" usw. etc.), soll hier für KonsumentInnen textlicher Minimaldosen nicht mehr als das geboten werden, was früher Kurz-Feuilleton genannt wurde!  In jedem Fall also:  Kurz Bemessenes ! Im Fall quälender Dennoch-Überlängen bzw. sonstiger Überforderungen (die Wortzahl ist nachgestellt angegeben ) bitte um äußerst kurze Nachricht!
Wolfgang Krisch

18.5.08


3.2.12
Geschliffenes, neue Juden und die Schulnachricht


Sollte Ihnen, werte Eltern oder Erziehungsberechtigte, ihr Kinder gestern eine missliche Schulnachricht nach Hause gebracht haben, wo Sie ja ohnehin vielleicht schon ganz schlecht drauf sind, weil die Schule nun eine ewige Woche lang ihrer Beaufsichtigungspflicht für Ihr Kind schon wieder nicht nachkommt, kann ich zumindest zu Ersterem Tröstliches zu bedenken geben:

Nehmen Sie die Testur nicht zu dramatisch, es lohnt nicht! Ein Schulsystem, in dem Zehnjährige ausnahmslos Einser in der 4.Klasse Volksschule brauchen, um auf übliche Weise zu einer Matura und höherer Bildung zu kommen, ist natürlich außer ziemlich blöde nur blöde! (Von PISA und s.g. „Leistungsstandards“ sowieso gleich ganz zu schweigen!)

Blicken Sie daher lieber rundum in unserer abendländischen Bildungsgesellschaft, womit man es hier zu Lande selbst zu höchsten Posten, Ämtern und Ehren schafft! Hören Sie beispielsweise im ORF-Bildungsfernsehen, dass ein Schifahrer in Wengen beinahe am „Netz geschliffen“ habe, können Sie schon etwas gelassener registrieren, wenn es in einem Deutschaufsatz Ihres Kindes möglicher Weise heißt, jemand schreite, sitzte, nehmte oder ziehte! In Anbetracht dergleichen ORF-Sportreporter in unserem Bildungsfernsehen - und so gesprochen wird keineswegs nur im ORF - wird Ihr Kind da ja wohl kein „Nicht genügend“ im Zeugnis erhalten können!
Schwächelte der Nachwuchs eher in Geografie, überlegen Sie, wie wenig Triviales man vom Erdball wissen muss, um bloß KandidatIn für die Präsidentschaft der USA zu werden! Und sollte es ein wenig in Geschichte haken, wäre überhaupt Contenance angesagt! Denn viel weniger in Zeitgeschichte als ein derzeitiger FPÖ-Anwärter auf das hiesige Bundeskanzleramt kann Ihr Kind auch nicht wissen! Und immerhin kann sich ihr Kind nicht mit Kenntnissen über "neue Juden" und "Pogrome" so weltweit blamieren wie so ein Kanzlerkandidat! Somit ist Ihrem Kind schlimmstenfalls ein guter Vierer in jeder Schule Österreichs locker zuzutrauen, ganz gleich, wie wenig es gelernt hätte!

Wäre das Hauptproblem Ihres Nachwuchses dagegen gröbere Verhaltensaberrationen oder gewisse sonstige moralische Verwerfungen, bangen Sie auch dann noch nicht endgültig! Schauen Sie sich doch ein wenig da und dort selbst im  österreichischen Nationalrat um, lassen Sie verwichene Mitglieder mancher österreichischen Bundesregierung Revue passieren oder denken Sie an veritable Zelebritäten unserer Tage in Aufsichtsräten, Banken oder Gesellschaften etc. etc.! Gleich werden Sie sehen, dass Sie sich grundsätzlich nicht die primärsten Sorgen um ausgerechnet Ihr Kind machen sollten! Denn Dummheit, Dreistigkeit und moralische Derangements aller Arten sind eher bei den Grown ups hier zu Lande gut geübt und schwer bedenklich! Und bei diesen ZeitgenossInnnen steht erfahrungsgemäß in deren fortgeschrittenem Alter nicht einmal mehr eine Änderung zu erwarten, - selbst gerichtliche Vorstrafen (statt Eintragungen ins Mitteilungsheft bzw. Schulnachrichten) hülfen da nur selten!  Kümmern Sie sich daher mit Freude um Ihr Kind, wozu Wolfgang Krisch nutzbringende Ferien wünscht!
(437 Wörter)


18.1.2012
Der orange Unimog in Hinterhainbach

Zweifelhaft und unerklärlich ist oft die Tätigkeit des einfachen Wiener Bezirkrates, vermutlich nicht nur in Penzing! Zweifelhaft und unerklärlicher sind aber oft auch Fragen, die diesen erreichen.

Gestern war ich mit folgender einer offenbar sehr geduldigen Dame befasst, die mich aus den tiefsten Ecken Hinterhainbachs im Wienerwald anrief : Es sei "die ganzen trockenen Wintermonate über in Hinterhainbach ein oranger Unimog [der MA 48, Anm. Krisch] zigmal am Tag" durch die Siedlung gefahren und habe Splitt und Salz auf "vollkommen trockene Strassen gekippt". Aber: "Heute, beim ersten Schnee, stand unsere Siedlung still, es gab kein Weiterkommen, weil keinerlei Räumung in der Siedlung". Woran das liegen könne!

Da konnte ich wieder einmal nur "Boauw" und "Uuuuuhff" antworten und auf die häufig nicht unverwinkelte Unergründlichkeit des Wiener Andersseins verweisen.

Theoretisch könnte die MA 48 schon wissen, wo ihre Unimogs gefahren werden und auf Straßen Splitt und Salz aufbringen! Auf trockenen Straßen sauteures Streugut des sauteuren Winterdienstes aufzubringen, hielte ich bis zu einer stimmigen Erklärung der MA 48 vorläufig aber prophylaktisch allerdings schon einmal für besonders dumm, !
Dumm ist ferner natürlich für die Siedlung HInterhainbach im wirklichen Ernstfall  die exklusive Wienerwaldlage! Denn wenn es wirklich schneit, wird natürlich der Unimog auf den hochrangigen Straßen überall sonst die Straßen besplitten oder salzen, - da gibt es klare Prioritäten! Vielleicht musste er daher schon vorher besplitten und salzen, weil bei er bei Schnee keine Zeit hat! Und Fahrbahnen - keineswegs Gehsteige und schon gar nicht in den Randsiedlungen - müssen natürlich mit hoher Kontrolle durch die höchste Politik pipifein geputzt werden! Schließlich merken sich WählerInnen nichts sicherer bis zum Wahltag als ein Blechschaderl zu Folge Schneefahrbahn oder auch nur eine morgendliche Verspätungs-Behelligung durch Schnee auf der Straße oder gar erzwungenen Aufmerksamkeitsmehraufwand beim winterlichen Autofahren! Wir sind schließlich in Wien, dem Eldorado des motorisierten Individualverkehrs!  Die Dame schien mir nicht begeistert - ich wünschte ihr und der ganzen Siedlung jedenfalls raschestes Tauwetter bzw. Unimogs zur rechten Zeit ganz herzlich!
(311 Wörter)
 


14.1.2012
Meine gestrige offene Post an den STANDARD
Wer auf sich hält, kommt hie und da um einen s.g. Offenen Brief nicht herum - mich zwangen wieder einmal die Umstände wie folgt, dem STANDARD in die Abo-Servicestelle zu schreiben:

Sehr geehrte Damen und Herren!
Hiermit kündige ich mein Abo zum nächstmöglichen Termin, ersuche um Nachricht, wann dieser sein wird und insgesamt um Kenntnisnahme.

Ich darf auch selbstverständlich den Grund dafür mitteilen: Wenn der STANDARD zu den weihnachtlichen Vorgängen um die Implementierung von Herrn Niko Pelinka in das Büro Wrabetz im ORF just Anlass sieht, die allgemeine berechtigte Empörung darüber in einem Kommentar der Anderen als „Die Angst der Alten vor den Jungen“(Bernhard Heinzelmaier, Sa. So. 7./8.1. vorzustellen, ist für mich als zahlender Leser definitiv eine Grenze überschritten.
Einerseits stört mich die tendenziell eindeutige Unterstützung der SPÖ durch den STANDARD persönlich schon länger in diversen Anlassfällen. Andererseits bin ich als Lehrer durchaus im Sinne des oa. Gastkommentators ebenso der Überzeugung, dass durch "Geronto-Politik" in Österreich da und dort das Überaltrige schon sehr raumgreifend behindern kann, um es milde zu sagen! ( Dazu fielen mir aber natürlich primär Zelebritäten unter der Ärzte- und Professorenschaft ein, sowie das unhaltbare Senioritätsprinzip in der Beamtenschaft ,- möglicherweise sind mir dazu bisher STANDARD-Ambitionen entgangen, die sich gegen die p.t. Kern-Leserschaft richten müssten.)
Allerdings „vergisst“ der STANDARD zur gegenständlichen Diskussion ostentativ, wie Werner FAYMANN via sonderbaren Aufbaus bzw. Förderung einiger Billigmedien-Imperien mit kühlem Kalkül Kanzler wurde und wie nun ganz ident im ORF in Richtung Nationalratswahl 2013 der SPÖ-Einfluss zu seiner Wiederwahl wunderlich verstärkt werden soll. Sich als Qualitätsmedium diesbezüglich ohnehin schon einmal kritische Reflexion zu ersparen, dafür aber in einem derartig akzentuierten Gastkommentar der SPÖ in der Sache mit einer unglaublich fiesen Nebelgranate beizuspringen, - ist diesmal schon einen Tuck zu viel! Ich bedaure sehr, zahlreiches ehrlicheres Engagement bester JournalistInnen Ihrer Zeitung hinkünftig nicht auf Papier lesen zu können.
Mit dennoch herzlich Grüßen
Wolfgang Krisch

P.S. Was man hierzulande an Zeitungen oder derartig genannten Drucksachen insgesamt noch lesen kann, ist mir natürlich ab und an hoch schleierhaft, zumal eine Ausflucht aus der hiesigen Medienlandschaft nur in sehr aufwändigen Alternativen bestünde! Für Kaiser Franz Joseph wurde bekanntlich täglich eine eigene Exklusivzeitung (Auflage 2 Stück) gedruckt und geliefert, - ich fürchte, das wird man mir nicht leisten können!
(369 Wörter)


Silvester 2011
Kulinarische Neujahrsvorsätze für Sie persönlich!

Neujahrsvorsätze, bekannterweise flüchtige Wahnideen privater Silvestermelancholien, bleiben erstaunlicherweise dennoch en vogue! Hier mein Vorschlag für endlich Brauchbares, ich verschenke es hiermit:
Kochen Sie sich was Leckeres und lassen Sie sich dabei helfen! Von wem? Natürlich von unseren gesellschaftlichen und moralischen Instanzen und Eliten!

Haben Sie dabei a) gut fundierte Ansprüche auf Grundlage ordentlicher Ausbildung, machen Sie es also Stephansdompfarrer Toni Faber nach! Dieser verriet neulich dem KURIER, seine Perle Silvia, sei „zur Zeit“ in die Schule von Kochprofi Manfred Buchinger geschickt. Und davor habe er gemeinsam mit Silvia schon einen Kochkurs bei Ewald Plachutta absolviert! Somit: Buchen Sie einfach ebendort und lassen Sie die Finger von degoutantem Convenience-Food aus dem Tiefkühlregal!
Haben Sie es aber b) lieber lustig mit einer Prise Bildungsanspruch, so nehmen Sie eher den Kalender für 2012 zur Hand, den die Wiener SPÖ ihren Mitgliedern zu dedizieren wusste! Bevor Sie 2012 dann am frühen Nachmittag entspannt von Ihrem McJob nach Hause schlendern, gustieren Sie ein wenig darin! Saibling mit ersatzweisem Rucola, falls grad kein Kräutersalat in der Salatschleuder wartete,  ein Kalbsschulterscherzel vielleicht, oder Saltimbocca alle romana? Warum nicht, aber dafür empfähle die SPÖ schon pannonischen Safran. Wenn Sie Ihn nicht selbst in Pannonien suchen wollen, lassen Sie sich zu Julius Meinl am Graben chauffieren, wo man von sich selbst „ zu behaupten wagt, dass es fast keine hervorragende Delikatesse gibt, die wir nicht führen.“  So hätten Sie als mentalen Aperitif schon beim Einkauf Kontakt mit deliziösesten Eliten aller Art in mindestinspirierender GroßbürgerInnenatmosphäre genossen und tout Vienne gleich mit den geilsten Küchenvokabeln Ihres SPÖ-Kalenders erotisiert!
„Emulieren“ oder „Brandage“ (nur beispielsweise) aus Ihrem Munde würde Sie sogleich an alle Charity-Events unserer Tripple-A-Schicht führen und dort reüssieren lassen! Ausgleichshalber merken Sie dort aber schon nasal an, dass Ihnen eigentlich eher jene „ Fleischlabern mit Erdäpfelsalat“ konvenierten, die Bürgermeister Häupl im SPÖ-Kalender zur Preisung zugedacht sind. Aber leider seien Sie für derart Bodenständigkeit zu fein, zu feinzungig und mit einer zu schönen und reichen Partnerschaft kopuliert, das ginge nicht an! Mehr brauchen Sie 2012 jetzt nicht beachten, wenn sie hungrig was kochen wollen oder sollen!
Wolfgang Krisch
P.S. Sollte Sie aber – ich warne ernst – in einer A-Promi-Blase doch ausnahmsweise c) drögen Heißhunger nach einem Wurstsemmerl übermann/frau/en, werfen Sie diese bitte keineswegs FPÖ-Leader H.C. Strache zu ! Der schnappte Sie zwar zum Glück nicht im Flug wie Kommissar Rex (ganz Wien würde ihn dann nämlich auf ewig adorieren und zum Bürgermeister wählen), aber seine Bodyguards bläuten Ihnen - wie man seit neulich weiß - überzeugend ein, dass auch die FPÖ allerfeinste Esskultur, Tischsitten und –manieren pflegen lässt!
Wolfgang Krisch
(429 Wörter)


19.12.11
Gemma Kirche! Man liest selbst anders als wie man denkt!

Hätte mir je geschwant, dass mir partout die Kirche das Mühsal meiner geringsten Arbeitserfolge zunichte macht, - ich wäre ja niemals aus dem Schulhaus gegangen!

Aber nein, als Oberstreberdeutschgeschichtelehrer bildete ich mir jüngst ein, eine gut geführte 3.Wiener Hauptschulklasse (Kooperativemittelschulklasse bzw. Demnächstneuemittelschulklasse) zur Mittelalterrezeption ins Kunsthistorische Museum zu bestimmen, und dortselbst gar in die Schatzkammer der Wiener Hofburg.
Gutwilligst hatten sich die Jugendlichen dort diverse Kronen, Szepter und Ornate eingezogen bzw. vom Lehrer eher freundlich hineindrücken lassen und dabei auch konsequent den distinguierten Sprachcode gepflogen, der für aushäusische Aktivität zur Würde des Ortes und zur noch weit größeren Reputation des Wiener Hauptschulwesens verhaltensvereinbart worden war.

Darnach meldete sich am Josefsplatz einer der Kregelsten zu Wort: „Gemma Griskindl!“ (Er wollte also den anschließenden Besuch eines Weihnachtsmarktes anregen.) Ich winkte ihn wortlos herbei und hielt ihm mein rechtes Ohr entgegen! Prompt feilte er eloquent am Ausdruck: „ Gemma bitte Griskindl!“ „Nein“, sagte ich, „das Bitte wär mir zu Liebe nicht notwendig, aber ein Vorwort nach dem 'Gehen wir' schon!“
Sogleich fand sich – obwohl die SchülerInnen durchwegs gänzlich wortlos nicht den Eindruck zu erwecken zu verabsäumen vergaßen, dass ihnen solch Kinkerlitzchen auch heute wurscht seien - unter den wenigen vorrätigen Präpositionen eine dem Volksmund entsprechende, und der Ekellehrer wäre auch schon bis zur nächsten Alltags-Artikulation zufrieden gewesen!

Hätte es nicht in genau diesem Moment der katholischen Kirche oder der Kirchenleitung der Wiener Innenstadtpfarre St. Augustin – was weiß ich schon - gefallen, mir den Teufel ein Quäntchen an Bildungsertrag vermittelt hoffen zu lassen!
Gemma, Kirche!“, las jetzt nämlich lauthals einer der Schüler von einem meterhohen Werbeplakat nebst dem Kirchenportal strahlend zur Korrektur des Lehrers vor – und das steht dort tatsächlich wörtlich just so und nicht anders! Warum die Kirche sogar Riesenplakate so bedrucken lassen darf, wie nur Dumpfbacken reden, war zwar aufs Kürzeste mühsam erklärungsversucht. Wir mutmaßten, dass da jemand cooler sein will als wie man denkt, hatten zumindest jetzt auch gleich die Spreche von Frau Verona Poth - vertraut aus Kik-Werbung und Stephansdomhochzeit- sprachförderlich mit Gewinn anbetrachtet und dass mit der vertrauten Lautung den Jugendlichen umgehend der unwiderstehliche Drang zu Kirchenbesuch erweckt werden soll nicht für ausgeschlossen ins Kalkül gezogen!
Zwar dünkt mir nun, dass die Heranführung an einen etwas elaborierten Sprachcode etlicher Wiener SchülerInnen für dermal einen temporären Rückschlag erfahren haben könnte! Dafür ist im Gegenzug nicht auszuschließen, dass Wiens versammelte Jugend sich zum vertrauten Kommunizieren an der Pforte von St. Augustin versammelt und von dort kaum mehr weichen will, weiß natürlich

Wolfgang Krisch
(418 Wörter)


Mein Sicherheitsbedürfnis!

Zugegeben, ich mag ja nicht ganz repräsentativ sein ( wovor mein persönliches Fatum hierzulande auch ausdrücklich abhüten möge), aber ich habe natürlich auch ein persönlich hohes Sicherheitsbedürfnis, - wie wir ja alle!

Ich fürchte mich zwar weniger vor TerroristInnen als hoch begründet vor hiesigen, schlecht erzogenen Hundehaltern, wenn ich mit dem Rad unterwegs bin, zudem drückt mich natürlich großer Schrecken vor hierortiger Umwelt-, Gesundheit-, Sozial, Schul- und sonstiger Politik sowie vor dem Zustand öffentlicher Verkehrsmittel! Auszugsweise!

Gänzliche Panik befällt mich allerdings zu schlechter Letzt vor einem gewesenen Tiroler Gendarm im Innenministerium und juvenilen Popanzen in ordentlicher Verwaltungshierarchie oder sonstigen, informell eingerichteten, rechtlich eigentlich nicht existenten Funktionen dortselbst.
Dass man sich im ministeriellen Zirkel schon grad einmal eine von mir als Steuerzahler gesponserte VISA-Card verlieren oder stehlen lässt, bis sie im Bordell wieder für den Staatshaushalt sicher gestellt werden kann, macht mir natürlich gröbste finanzielle Existenzängste um unser Gemeinwesen!
Blankes Entsetzen gar darüber hinaus bescheren mir natürlich besonders die jeweils neuesten Erkenntnisse des derzeitigen Untersuchungsausschusses unseres Nationalrates zur ÖVP-Gestion in der Sicherheitszentrale der österreichischen Hoheitsverwaltung: Auf Gedeih und Verderb kruden ÖVP-Malversationen ausgeliefert zu sein, würde nun ja allein schon Stress genug machen! Jetzt aber ist gar von einer ÖVP-Verwaltungsgröße die schriftliche Eruption überliefert, er würde einem (nicht willfährigen und schon gar nicht korrupten, ihm unangenehm aufgestoßenen) Beamten bzw. gar dessen ganzer Abteilung „die Schuhe aufblasen“!!! Aufblasen! Und gar noch die Schuhe!!! Igitt!

Da hätte sich Attila der Hunnenkönig oder Dschinghis Khan von diesen ÖVP-Maßnahmen noch was abschauen können! Meinereins bleibt da wahrlich nicht viel mehr sonst übrig als schlotterndes Erbeben vor unseren neuzeitlichen Geißeln Gottes, auf dass man jetzt und fürderhin der Gnade der Christlichsozialen teilhaftig werde! Amen!
(282 Wörter)


31.12.07
Elektronisches Prosit 2008


Fortschritt ist was Wunderschönes, vor allem im elektronischen Bereich, was mir in großzügigster Leichtigkeit ermöglicht, mich meiner persönlicher Entfaltung In wahrlich globalen Dimensionen selbst im Einklang mit meinem erheblichen Zerstreuungsbedürfnis harmonisch zu unterwinden. Während ich also heute linker Hand die frugalen und gläsernen Reste einer veritablen häuslichen Prä-Sylvester-Sause ihrer bis heute Mittag zurück gestellten Entsorgung zuführte, vermochte ich trotz diffuser Wahrnehmungskompetenz mit rechter Hand auf meinem Handy-Organizer kaum zwei Dutzend SMS-Neujahrswünsche stimmig zu erwidern, Video-Film–Urlaubsgrüße aus Jamaica zu würdigen, den Absender für den Plot zu loben, zwei Zahlungserinnerungen zu löschen und – direkt schon am Altglasbehälter beim Versenken doch einiger Rotweinleergebinde - auf etwa ein Dutzend warmherzige E-Mail-Grüße in meiner Mailbox zu reagieren! Umgehend wünschte ich also zu den Betreffs „Your sexual freedom“, „Elektronik-Restposten bei Amazon.de“, „Kuehlergrill, Felgen, Nummernschild, Scheinwerfer von Teerspritzer…“, „Your Happiness-Viagra“, „Sexual Strength“, „Replica Watches“, „Capability of ejaculation„Entfernen in der Kueche von Schimmel, eingetrockneten Lebensmittel“ (Woher man das schon wusste?) den AbsenderInnen ebenfalls irgendwie das Allerbeste ganz artig und nahm mir vor, nächstes Jahr zu den Feiertagen gewiss als Erster allen meinen FreundInnen und Bekannten festtagsstimmig zu sms-en oder zu mailen! Vielleicht werde ich aber besser einen Erinnerungstermin für autogenerierte Messagen abspeichern, denn mein Neujahrsvorsatz ist nun einmal alljährlich, mir im Elektronischen keine Blöße zu geben!

Wolfgang Krisch
(210 Wörter)


27.12.07
Der Pizzen und der Leben Navis!

Brauchbare Alltagsphilosophie – und das ist die gute Botschaft zum Jahresende – nötigt heutzutage schon lange niemand mehr ödes Studium von Platon, Schopenhauer, Heidegger u. Co ab, fürs Nötigste reichen ab und an schlichte Einspalter in Frühstückszeitungen vollkommen.

Ein heutiges Auto-Privatissimum war unsereins dem Tort eines Pizzaboten im Tiroler Schwaz zugedacht, welchen ein so genannter „Navi“ (soll heißen: Navigationsgerät im Lieferwagen) auf einen sich jäh verengenden asphaltierten Steig geführt hatte, von woselbst schließlich nur durch Feuerwehrhilfe mittels Seilwinde eine zuletzt glückliche Autobergung gelang, während die Pizzen durch rettende Hand des zu Hilfe geeilten Zustellchefs längst „pünktlich und warm“ ihr verfügtes Ziel erreicht haben sollen!
Wenn damit nicht ganze Semester an Lebens- und Wahrheitskunst sinnhaftest zu gestalten wären, womit sonst?

So lehrt denn der Vorfall bildhaft die Angelpunkte unserer rezenten Zivilisation wie folgt aufs Tröstlichste: Zum Ersten und Wichtigsten einmal, dass Mampfi immer irgendwo warm und pünktlich herkommt, wenn man am Telefon anschaffen kann, was als Theorem-Ansatz die globalen Versorgungsängste der Weltbevölkerung zum relativ Guten wenden könnte! Und zum Zweiten wäre anschaulicher nirgendwo Einsicht herzustellen, dass gegen Unschärfen und Widrigkeiten aller Navis  - in unserer Autos wie in den politisch bestimmten Gemeinwesen - jene Quäntchen cerebraler Synapsen manch KonsumentInnen nicht abträglich wären, die da und dort aus Zeitmangel deaktiviert sind! Wenn nämlich unsere demokratisch gewählten „Navis“ aus Fleisch und Blut uns wieder einmal in weit schlimmere Klemmen schicken als in jene programmierte im GPRS-Adressfindungsgerät des Tiroler Pizzaboten, bleibt jedenfalls auf dann größere Hilfe zu hoffen, als jene durch die brave Schwazer Feuerwehr, meint Wolfgang Krisch trotz seiner Einsicht in die österreichische Bundesregierung  voll Optimismus zum Ausblick auf das neue Jahr allseits ganz herzlich und wünscht vor allem auch
dem Tiroler (!!!) Innenminister Günter Platter viel Glück bei seinem Amtsvollzug!
(291 Wörter)



16.5.07

Ein kleines Dankeschön von SPAR

Wer wie ich darauf besteht, Erdäpfel aus Österreich und nicht Kartoffel aus Deutschland zu erstehen, wer Zwiebel aus Neuseeland und Champignons aus Polen verweigert, sich hüten würde, Äpfel aus Chile und Trauben aus Südafrika zu kaufen, hat es natürlich bei der Nahversorgung in allen Handelsketten schwer! Denn wenn es bei der einen kaum Heimisches im Regal gibt, könnte man ja zur nächsten fahren, was aber ebenfalls nur mäßig hülfe: Denn dort könnten die Erdäpfel vielleicht aus dem Marchfeld sein, die Äpfel aber wären aus Argentinien, simpler Knoblauch natürlich aus China. (Knoblauch gedeiht ja offenbar überhaupt nur mehr in China!)
Klimakatastrophe und CO2-Auststoß hin oder her: Die EU mahnt zu diesem eigenen Aberwitz ihrer wirtschaftlichen Grundwerte  jetzt gar schon die persönliche Verantwortung jedes einzelnen Konsumenten ein! Man soll nur Produkte kaufen, die nicht lange Transportwege brauchen!
Zuletzt begeisterten mich da „Cocktailtomaten“ aus Senegal bei SPAR, deren Provenienz aber als italienisch ausgewiesen war, während in Postwurfsendungen die Firma eben mit Paradeisern aus Österreich warb. Ein Bisschen versöhnte mich SPAR aber umgehend. Mit feierlicher Miene drückte mir eine Kassierin im Zug des Bezahlens jüngst „Ein Geschenk des Hauses“ in die Hand, „ein kleines Dankeschön“ in Form eines BP-Treibstoffgutscheins! Nachdem eine Barablöse der 2 € nicht möglich war, vergaß ich gar den Gutschein gleich zu retournieren! Denn an diesem Tag waren die SPAR-Erdäpfel allesamt – wohl eine kleine Hommage an Nicolas Sarkozy – aus Frankreich! SPAR sollte also mit den Treibstoffgutscheinen sparsam umgehen, man wird jede Menge für das Zuliefern der französischen Bramburi brauchen, damit am Aufbessern des CO2- Ausstoßes auch BP geringe Gewinn machen kann!

(265 Wörter)
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12.5.07
ORF-Fertilitätsförderung!

Was gibt es für aufgeklärte Menschen Schöneres denn klare Einsichten in Ursache, Wirkung bzw. logische Abhilfemaßnahmen, sofern nötig? Allerhöchstens Fußball und Sex, von dem heute in „Heute“ in Verbindung zu lesen war.
Die beliebte U-Bahn Gratis-Postille vermeldet nämlich glasklar einen Rückgang der Geburtenzahlen neun Monate nach der jüngsten Fußball-WM! Die „Baby-Flaute“ ließe sich in Österreich demnach mit 403-Minus-Geburten abzählen, nur weil die Männer lieber TV schauten!

Nachdem ich als Fußball-Fan sämtliche Spiele vollständig verfolgt hatte, argwöhne ich noch ohne letzte Gewissheit selbstkritisch geknickt auch einen persönlichen Fertilitätseinbruch mit fatalen Spätfolgen! Was hätte Mann bei Verzicht von nur einer Nachspielzeit oder wenigsten einem Achtelfinale-Elferschießen alles zum Wohle unseres Generationenvertrages leisten können?
Nicht auszudenken, was Frau Gehrer zu diesem Hedonismus gesagt hätte, in deren früheren Wirkungsbereich (Vorarlberg) die Geburtenzahl erstaunlicher Weise trotz bundesweiter WM-Lendenlahmheit immerhin um 0,9 Prozent (Respekt) gestiegen (!) sein soll, während das rote Wien ein 1,5-Prozent-Minus jetzt bald einmal ausgleichen könnte!

Um Besserung bemüht darf ich daher mit gigantischen Mehrnutzen für den ORF, wozu ich auf Consultingmillionen vorerst großzügig verzichte, für Wiedergutmachung sorgen! Statt ödem Hundskick alle vier Jahre hülfe täglicher Dancing-Star-Flash kurz vorm Schlafengehen! Das stürzte Männer mittels Jive, Salsa und Tango in familienplanerisches Rasen! Wöchentlich bräuchte obendrein nur noch ein „Big-Wedding-Event“ (Copyright Krisch) von jeweils einer Promi-Hochzeit von Dancingstars folgen, und zwar mit erweiterten Pre- und Post-Lifeübertragungen ganztags unter Beisein allerhöchster Zelebritäten (ORF-General Wrabetz), bei denen man die von der Wirtschaft gesponserten Hochzeitsaccessoires auch wirklich nicht nur – wie bisher – werbegemäß bewundern, sondern via TV auch echt kaufen könnte. Wenn der ORF vernünftig ist, folgt Babyboom also demnächst quasi zwangsläufig!

(264 Wörter)

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1.5.07
Ein Hoch dem 1.Mai(bock)!

Ehrlich wahr, der 1.Mai hat meinen persönlichen Festtagskalender sachlich immer ein wenig überfordert, - mag sein, weil ich nach der Walpurgisnacht davor als praktizierender Feminist stets noch ein wenig physisch schwächle!

Aber die Zeit, als man mit rotweißrot umflochtenen Radspeichen in Wien gen Rathaus radelte, ist ja leider auch schon wieder ein paar Jahrzehnte vorbei, - sodass ich meine Festtagsstimmung meistens beim Radfahren weitab Wiener Festtribünen im Wiener Umland aufbaue!

Dort aber hat man es auch nicht leicht! Wenn man vor blumengekränzten Festtafeln auf Maibäumen in jedem Angerdorf diverse schriftliche Hoch-Rufe auf Bürgermeister(sgattinnen), Bürgermeistersfamilien, OrtsvorsteherInnen, Ortsvorstehersfamilien, Feuerwehrskommandantinnen und andere lokale HonoratorInnen ordentlich staunend bemerkt, reichen Tagestouren nicht einmal annähernd zur würdigen Adoration niederösterreichischer Orts-, Stadt- und Landeszelebritäten, von denen sich zunehmend auch die bildhafte Darstellung auf mittlerer Höhe von Maibäumen endlich gut einzubürgern beginnt! (Trendsetter war diesbezüglich zweifellos ein Mandatar aus Ollern, der für seinen Nationalrats-Einzugs-Triumph 2006 einer Maibaum-Gratulation selbst im Oktober vorbildartig teilhaftig wurde!)

Solch Brauchtum gefällt FreundInnen uneitler Volksvertretung ungemein, weil sie länger anhält als kurzfristiges Winken der GenossInnen auf der Wiener Rathaustribüne mit roten Festtüchlein. Bis Ende Juni mindestens halten niederösterreichische Maibäume, ja selbst Stauden, allemal im geringsten Fall! Allerdings fehlen mir persönlich arboretische Abstufungen! Wieso in Radlbrunn für den dort beheimateten niederösterreichischen Landeshauptmann (Ein Dreifachhoch zum 1.Mai!) noch immer kein unprätentiöser Mammutbaumstamm zu Maibaum-Verwendung Brauch ist, oder zumindest ein hundert Meter hohes Äquivalent, weiß trotz innigen Nachdenkens bei bestem Maibock seit Jahren nicht
Wolfgang Krisch

 241 Wörter
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20.4.07
Long Hui!

Ein guter Tag beginnt mit einem guten Pressefoto! Der heutige für mich mit einem aus dem Tiergarten Schönbrunn, obwohl in der jetzigen Post-Pechlaner-Ära nicht einmal mehr ÖVP-MinisterInnen dort fotografiert werden, um edle Patentanten/onkelschaften für ausgesucht eingesperrte Tiere stimmig wirken zu lassen!  

Vielmehr wirkte -  einem Zoo-Jubel-Ondit zufolge - dieser Tage höchst viril Pandabär Long Hui bei Pandabärin Yang Yang in vollem Anpruchssinne der Zoo-Finanzen!
Schärfste(!) Papparazzi-Fotos in allen Qualitätszeitungen belegten also Long Huis (Nomen es omen) Lendenkräfte nach auch schon wieder einjähriger(!) Vollabstinenz, wie man im Zoo weiß! Und dies, Reschpeckt, gleich vier Mal am Stück, nur unterbrochen von Darreichungen stärkender Äpfel und Karotten, wohl durch PflegerInnenhand! Es soll nicht einmal Anlass zu „künstlichem Nachsamen“ bestanden haben! Wow, würd da ein Macho meinen!
 
Solche gute Nachricht ließ meinen Tag wonnig beginnen, und dass mir am Arbeitsplatz für meine frühmorgendliche Positivmeldung  prompt Apfel und Karotte kollegial geschenkt wurden, verstärkte meine Euphorie, allmählich nur von der Einsicht getrübt, dass es selbst hierorts aufhältige chinesische A-Schicht-Fauna-Promis vielleicht doch nicht so leicht haben könnten, wie Tölpel glauben!
Hunderttägige Rund-um-die-Uhr-Observation in den eigenen vier Gittern! Überwachungskameras im Schlafzimmer! Zoo-Paparazzi-Terror! Missbrauch von Urheberrechten, Daten-, Persönlichkeitsschutz! Und: Unterschlagung (!) von Fotohonorar für furios gebotenes Informationssubstrat ! Dazu latente Gefahr künstlicher Nachsamung, sollte die Bio-Karotte nicht genügen, da kommt schon was an Stress zusammen!

Long Hui und Yang Yang dürften also auch nicht zu beneiden sein! Selbst für den Fall nicht, dass vielleicht jetzt eine MinisterIn a.D. die zwei partyfernen Panda-Joungsters als löbliche Vorbilder ernsthafter Familienplanung entdecken könnte! Irgendwie ernüchternd sowas auch! Auf keine pure Freude ist mehr Verlass!
( 263 Wörter)
P.S. Mittlerweile ist ÖVP-Ministerin KDOLSKY doch Patentante eines Schwarzen Panthers geworden! Gottseidank!
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15.4.07
Es kann der Frömmste nicht in Frieden...

frühstücken, wenn es JournalistInnen nicht gefällt, - was auch einmal gesagt sein musste!  Unter Gottes freiem Himmel ist mir zu Kaffee und Roggenbrot heute morgen Peter Michael Lingens in die Quere meiner Beschaulichkeit mit der Bemerkung im morgigen Profil gekommen, Österreich habe " in Wahrheit mit dem Beitritt zur EU seine Neutralität aufgegeben"!!!

Weil ich es auf den Tod nicht leiden kann, wenn man mir bewusst Falsches zumutet, das ich obendrein noch selbst hatte zahlen müssen, blieb mir umgehend nichts übrig, als über das Handy aus dem Gartenstuhl harsch Folgendes zu mailen :

Sehr geehrter Herr Lingens! Sie schreiben in Ihrer morgigen Glosse das x-fach abgelutschte Argument, Österreich hat mit seinen EU-Beitritt die Neutralität "völkerrechtlich in Wahrheit aufgegeben". Wahrheit ist vielmehr, dass der Beitritt mit dem Neutralitäts-Vorbehalt der Republik Österreich von der EU vertragsrechtlich akzeptiert und unterschrieben wurde, - alles Sonstige ist Holler! Wenn sich die EU zwischenzeitlich zu einem "global player" internationaler Militäreinsätze entwickelt hat oder vermehrt entwickeln will, wird in Österreich vernünftiger Weise trotz großer Bemühungen allseits niemals Verständnis dafür herbei zu schreiben sein, - selbst wenn die im EU-Sinn besorgten Eurofighter demnächst bei uns leider doch herumstehen sollten!

Erbost wie ich bis jetzt noch bin, hab ich nicht einmal den peinlichen Fallfehler in meiner Zeile 2 nachträglich korrigiert,- Herrn Lingens Fehler ist vergleichsweise unendliche Male größer! Auch sehr gewichtig ist aber mein Fehler, manchmal die Finger nicht von Glossen zu lassen, die meinem Blutdruck da oder dort schwer abträglich sind!
(248 Wörter)

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30.3.07
Schöne Ostern – Sie können das brauchen!


Während wieder einmal LehrerInnen in den nun beginnenden Ferientagen besonders faul herumhängen und alle Eltern mit ihren Kindern voll großer Muße das nahende Osterfest stimmig vorbereiten, sind nur PolitikerInnen und die höchsten Fachleute der Bundes- und Landesverwaltungen mit Fachkenntnis um das prosperierende Gemeinwohl bemüht!

In Schulpolitik-Sachen ergab das endlich die Andeutung höherer SchülerInnenzahlen im Fremdsprachenunterricht! Das ist begrüßenswert! Und – so nebenbei – eine langjährige Vision meinerseits. Schon als ich im Sandkistchen meine Unterrichtsministerzukunft einer gleichaltrigen Staatssekretärin in spe skizzierte, war auch ich mir gewiss, dass mehr Kinder im Rudel eben mehr Gesprächsanlässe böten und die Kommunikation insgesamt massiv gefördert würde! Und wenn nun das versammelte Brainstorming hiesiger Schulpolitik ermittelt hat, dass für Klassen mit „nur“ 25 Kindern zu wenig Zimmer und Kammern entdeckt worden seien, ist auch das positiv! Man könnte ja - der Rechnungshof würde das sicher begrüßen - alle Klassen einer Schule zum selbstbestimmten Ganztages-Sprachunterricht in den Festsaal, Schulhof oder auf ein Trottoir einladen, bzw. - manche kommen nicht gern - gänzlich neuen Sprachunterricht von zu Hause aus übers Handy schulversuchen!
Für weitere Ideen zu erschöpft werde ich auch erst nach Ostern mit BILLA Verhandlungen aufnehmen, - vielleicht ist der Hausverstand für kurze Einsager an der Regierungsbank abkömmlich.
Zuletzt bin ich von ÖVP-Vizekanzler MOLTERER fasziniert, dessen gestrige Budgetrede in folgendem Dekret gipfelte: Man könne nicht sagen zu viel oder zu wenig, weil  "die Antwort geben wir: Wir liegen richtig!“.
Ich überlege zwar jetzt ein Bissl, ob ich weiterhin sagen darf, was ich will ! Und ob mein „Sagen“ wirklich auf eine s.g. „Antwort“ der Regierung angewiesen ist. Präzise richtig ist aber : Ich liege habtacht flach vor Begeisterung vor richtig liegenden Regierenden, - schaffe aber trotzdem grade noch, "frohe Ostern" zu wünschen!

( 269 Wörter)

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23.3.07

Simulierter Bodenangriff!

Just zum Vortag des 50.Geburtstags der EU ist mir jäh meine Abneigung gegen den Eurofighter vollständig gewichen, was ich Testpilot Chris WORNIG verdanke. Der meldete nach Absolvierung eines „Jungfernfluges“ mit dem für Österreich bestimmten „ersten Flieger“ der Tageszeitung ÖSTERREICH: „Ich simulierte Bodenangriff, flog 1,7 Mal Schallgeschwindigkeit, es war herrlich!
Hätte mir das die schwarz-orange Regierung nur gleich gesagt!! Bei herrlichen Bodenangriffen und 1,7 Mach ist meine Empathie zügellos, - obwohl man doch flink hinschauen muss! Wenn man da vergleicht, wie langsam bisher der tröge Draken für angebliche Dienstausflüge des ÖVP-Ministers PLATTER ins heimatliche Tirolerische gewesen sein muss! Mit dem Eurofighter wäre der Chef im Hui nach Haus geschupft,  - da ging sich ab und an gar der Mittagstisch daheim aus, en passant simulierte Bodenangriffe im Oberinntal inklusive!
Und wenn einmal Bundesheer-Flieger grad nicht als Flug-Taxi für MinisterInnen gebraucht werden sollten, wissen sich österreichische SoldatInnen ab demnächst bei Kampfeinsätzen mit dem Frieden schaffenden Fluggerät sicher auch was anzufangen! Mit ÖVP-FPÖ-Regierungsbeschluss aus 2000 darf sich unser Bundesheer nämlich ab 2011 in s.g. „Battlgroupsder EU (in einer sicher most competitive „Group“ mit Deutschland und Tschechien) an gewaltsamen Maßnahmen zur Friedendurchsetzung beteiligen! Ob dann nur Freiwillige mitbatteln dürfen, ist noch nicht sicher! Dem Nationalrat obliegt dann jedenfalls endlich, österreichische Kampfeinsätze im weltweiten Friedenssicherungsterrain zu genehmigen, die mit unserer Neutralität vereinbar sein werden! (Bodenangriffe bloß ewig zu simulieren, wäre mir sowieso mit der Zeit urfad!)
Übrigens: Alles Gute zum 50.Geburtstag, liebe EU, gratuliere zur beschlossenen gemeinsamen Armee! Und weiter viel Erfolg beim Friedenssichern, mit der Hochtechnologie und der Fitness für die Zukunft! Guat schaust aus!

Wolfgang Krisch

(256 Wörter)

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16.3.07
Ein Plädoyer für mehr Zufriedenheit mit der Regierung


Kleingeister können bekanntlich in jeder Suppe ein Härchen finden, - aber warum alle ausgerechnet in unserer neuen Regierungssuppe solche entdecken wollen, ist mir schleierhaft !

Ich finde nämlich, dass die SPÖ in der neuen ÖVP-Regierung das BZÖ nicht nur bestens ersetzt, sondern um Längen in den Schatten stellt! Gusi ist eine um Lichtjahre bessere Personalie als Gorbach! Und Cap adoriere ich sogar, wenn’s um den direkten Vergleich mit Westenthaler geht! Dass die ÖVP jetzt weiter anschafft, was geschehen muss, ist halt so, was soll man machen? Man wird’s auch mit Wahlen nicht ändern können! Und sie hat außerdem als zweitstärkste Partei dazu auch mehr Legitimation als früher, -  da hat sie das gleich als drittstärkste gemacht! Und warum muss ständig über die grundsatztreue SPÖ-Performance gemosert werden? Aus der Sozialdemokratie hat noch niemand die Abschiebung von 10 000 Ausländern oder Blaulicht auf dem Dienstwagen verlangt! Dafür wurde durchs Haar- und Bartschneiden ein Sozialprojekt erklecklich unterstützt, Tempo 160 auf Autobahnen gecancelt und mit buddhistischem Gleichmut soziales Wohlverhalten vorbildlich demonstriert! Wenn das nicht mehr zählen soll, was dann? Was soll also das Meckern, die SPÖ habe Wahlversprechen und Grundsätze für ein Schattenkanzleramt über Bord geworfen?

Ich freue mich einfach bescheiden, dass Herr Schüssel seine Regierungspolitik jetzt wenigstens von der Klubobmannbank erledigen muss und dass die Unterrichtsministerin nicht mehr Gehrer heißt!
Ist ja das schon schön genug, - man kann im Leben bekanntlich nicht alles haben!
(241 Wörter)
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11.11.06
Gansheitliche Jollydays!

Beneidenswert alle, deren Daseinssubstrat zum 11.11. nur eine gut gebratene Martinigans darstellt, welche im Lokal der Wahl ab Ende August reserviert war! Hauptsache allemal, Majoranduft, Knuspergeschmack und Verdauungskapazität harmonieren auch mit Rotkraut und Knödel und man bleibt von Daseinsfragen unbeschwert, die das Datum komplex in sich birgt !

Das müssen dabei gar keine historischen sein: Den jetzt heiligen Martin des 4.Jahrhunderts, der sich vor seinem späteren Bischofsjob angeblich unter schnatternden Gänsen vergeblich verstecken wollte und unsereins mit legendärer Mantelteilung für einen Bettler hochsympathisch scheint, muss man beim Festmahl natürlich ebenso wenig parat haben, wie feudale Zehentpraxis  einst an Novembertagen, an denen die von der Herrschaft gerupften Bauern die reifen Gänse löhnen mussten.

Da genügen vollauf beschwerlichste rezente Datumsanlässe:  Mit Kindergartengruppen und – tanten zu Rabimmel-Rabammel-Laternen-Prozessionen bemessenen Schrittes mit seinem Nachwuchs um Häuserblöcke zu ziehen, ist allerdings noch weit weniger schlimm, als am "Faschingsbeginn" 11.11. voll prustendem Humor ab 11.11 Uhr in einer FuZo alkoholisch Anteil haben zu sollen. Und zwar nicht in Köln am Rhein bei dortigen Jecken sondern (nur z.B. ) in Purkersdorf am Hauptplatz bei Herren mit Narrenkappen und Musikkanonen im Rahmen von „ Jollydays “ (!) des örtlichen Wirtschaftstreibens, während es seit Ende Oktober überall stiller Weihnachtszauber marktgemäß krachen lässt!

Ganz blöd zuletzt: Spätestens zu Martiniganszeiten nahen in Schulen Menetekel von gesetzlichen Notengebungssachzwängen, die alle mehr überfordern als jede Fettgans die derangierteste KonsumentInnenleber! Ganz zuerst natürlich jene Eltern, die zwar Ende August die Gans-Rotkraut-Reservierung  schafften, zum Schuldasein ihrer Kinder aber bis zum Zeugnistag stets strengste Beachtungsabstinenz pflegen…
(252 Wörter)

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10.11.06
Hochamtlich legitimerweise!

Politik, oder wie die Farce hier heißt, einfach abzuschalten, hilft leider auch nicht, wie mir eine jüngste Verdruss-Auszeit leidvoll demonstrierte. Eine kurze Woche gnadenvoller Verweigerung, - schon verstehst du gar nix mehr!  

Nach dem Wochenende war ich ausgestiegen. Kandidat Gusenbauer hatte sich im Theater in der Josefstadt und später im Hanappi-Stadion, Kanzler Schüssel dagegen nur „bis aufs Blut gereizt“ gezeigt! (Imbeziles Wahlvolk molestiert via inferior formierten Nationalrat mit dreistem Untersuchungsausschuss!)
Heute klinkte ich mich wieder ein und hörte Kardinal Schönborn im Ö1-Mittagsjournal den ÖVP-Wahlkampfslogan fordern, es "„ dürfe"(sic!) „keine neue Schuldenpolitik“ geben!
Gänzlich konsterniert rechne ich jetzt mit seiner Eminenz persönlich als Grasser-Nachfolger und  einer Budgetpolitik im Geist des seligen Kanzlerprälaten Ignaz Seipel, dabei die bischöfliche Vorgabe beachtend, auch an Arbeitslose, Jugendliche und Familien zu denken, wie er Ö1 ebenso verriet wie seine Warnung vor Lasten für „kommender Generationen“. Warum für nur „kommende“ ist mir aber kryptisch, denn jetzt schon hat ein erbärmlich großer Teil der Bevölkerung keine Teilhabe mehr am schamlosen, politisch geschaffenen Überfluss des hiesigen Geldadels!
Wäre mir das mit „intelligent design“ moderner Fiskalpolitk begreifbar oder doch aus dem Weltkathechismus, vor dem ich mich ja wegen der darin erlaubten Todesstrafe schrecke, die Kardinal Schönborn reinschreiben ließ?
Und dürfen brave KatholikInnen überhaupt so eigene Gedanken haben oder ausdrücklich nur zur Frage von „Grundsicherung bzw. Grundeinkommen“ in Österreich? Kardinal Bischofskonferenzvorsitzender befand nämlich ausdrücklich, „ hier (sic!) könnten Katholiken legitimerweise verschiedener Meinung sein“. (www.bischofskonferenz.at).
Also werde ich meine Meinungsfreiheit einfach auf das Grundsicherungsthema beschränken,  - Exkommunikation und höllischen Scheiterhaufen ist ja oft schon im Gedankenumdrehen profan vorzubeugen!
(256 Wörter)

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31.10.06
Brauchtums- und geisteshalber!

Brauchtums- und zeitgeistighalber lobe ich allemal den stark unterschätzten 31.Oktober!
Das einst schöne Ritual von Geldinstituten - damals meist „Sparkassen“ genannt -  zu diesem Termin bestehende Spareinlagen als einlagenrekordstiftende Neugewinne umzubuchen und dazu die Sparefroh-Kundschaft mit Plastikramsch-„Spargeschenken“ zu beglücken, ist zwar weitgehend perdu!

Zu ersetzen war der Brauch aber nahtlos durch neuen aus den USA! Unter Berufung auf Kelten, Hexen und Kürbisse sowie nach Ankauf von Hexenmasken, -fummel und  -schminke gelingen Sachbeschädigung von dinglichen Gütern und weitere Peinlichkeiten als „Halloween“ zunehmend stilsicher, was nicht zu irritieren braucht! Gegenwärtige US-Bräuche (Angriffskriege in Asien) sind jedenfalls übler als etabliertes „trick or treat“ vor Devastierungen von Haustüren und –fassaden!

Glücklicherweise beschränkt sich brauchdümmliche Spaßkultur zum 31.10. aber längst nicht auf kind- oder jugendlichen Vandalismus! Auch dem bemühten Kulturtourismus ist der 31.10. längst ein wohlfeiles Anliegen! Dem Siebenbürgen-Package, um Draculas Spuren hochpreisig gruselnd zu folgen, stehen “Österreichs Spukschlösser“ mit jeweils einzigartigen - jährlich gern erweiterten – Gespinster-Angeboten längst um keinen Deut nach.
Top-Destinationen dabei: Die Schlösser Greillenstein (Familie Kuefstein) und Riegersburg (Familie Pilati) im niederösterreichischen Waldviertel:  Hie eine drapierte Ahnfrau-Puppe im Kellerloch, dort gar medial verbreitete Aussicht auf den weiblichen Geist einer einst kinderlosen Schlossherrin, heuer sogar um ein neues Kopflos-Gespenst eines ehedem decapierten Grafen aktuell erweitert. Mehr Geistvolles kann vom österreichischen Adel brauchtumsmäßig aber jetzt wirklich nicht mehr erwartet werden!
(220 Wörter)


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22.10.06
Triefendes Regenwetter, aber rasch!

Selbst auf die Gefahr hin, mir schwerste Missgunst zuziehen, fordere ich endlich, von wem, weiß ich noch nicht, ein rasches Ende des stabilen Spätsommer-Kaiserwetters!

Die Forderung erklärt sich schlüssig aus folgender Erholungs-Ausbeute meiner ohnehin knappest bemessenen jüngsten Wochenendspaziergänge in abseitigen Wienerwaldtobeln und -dickichten:
a) Diverse Begegnungen – wundersamer Weise ohne Leibesschaden – mit Haus-, Jagd- und Kampfhunden samt Einblicken in bemerkenswerte Wesensarten entfernt aufhältiger HundehalterInnen.

b) Akustische Teilhabe am hochwertigsten Fernsteuerungs-Modellbauwesen (zwei Hubschrauber, - mein Tinnitus ist immerhin schon abgeklungen) samt räumlicher Kooperation mit anliefernden Geländefahrzeugen auf einer bisherigen Wiesenidylle.
c) Orientierungshilfe für jugendliche Reiterin im tiefen Hochwald bei deren Versuch, ein Leihpferd mit sich darauf wieder zu einem entfernten Stall zurück zu lotsen.
d) Sicherung und Rettung einer völlig zu Recht panischen, weil absturzgefährdeten, Jennifer im hohen Steilhang eines Hohlweges samt späterer Familienzusammenführung mit deren Eltern, welche durch konzentriertes Drachensteigen auf einer entfernten Wiese für die gellenden Hilferufe ihrer Zwölfjährigen wirklich nicht erreichbar waren.
Ich hab mir daher schweres Ölzeug und Gummistiefel heraus gelegt und hoffe im Sinne kurzer persönlicher Erholungsmomente in freier Natur auf triefendes Regenwetter für mich – und ideales Fernsehwetter für manch Andere!

(187 Wörter)