Kurz Bemessenes
Um endlich Jahre langer Kritik zu entsprechen ( "entsetzliche Bleiwüste
sowas",
"wer kann so so viel lesen?", "vielleicht hab ich ja in der Pension
dafür Zeit" usw. etc.), soll hier für KonsumentInnen textlicher
Minimaldosen
nicht mehr als das geboten werden, was früher Kurz-Feuilleton genannt wurde!
In jedem Fall also: Kurz Bemessenes ! Im Fall quälender Dennoch-Überlängen
(die Wortzahl ist nachgestellt angegeben ) bitte um äußerst kurze Nachricht!
Wolfgang Krisch
18.5.08
Mein Sicherheitsbedürfnis!
Zugegeben, ich mag ja nicht ganz repräsentativ sein ( wovor mein persönliches Fatum hierzulande auch ausdrücklich abhüten möge), aber ich habe natürlich auch ein persönlich hohes Sicherheitsbedürfnis, - wie wir ja alle!
Ich fürchte mich zwar weniger vor TerroristInnen als hoch begründet vor
hiesigen, schlecht erzogenen Hundehaltern, wenn ich mit dem Rad unterwegs bin,
zudem drückt mich natürlich großer Schrecken vor hierortiger Umwelt-,
Gesundheit-, Sozial, Schul- und sonstiger Politik sowie vor dem Zustand
öffentlicher Verkehrsmittel! Auszugsweise!
Gänzliche Panik befällt mich allerdings zu schlechter Letzt vor einem gewesenen
Tiroler Gendarm im Innenministerium und juvenilen Popanzen in ordentlicher
Verwaltungshierarchie oder sonstigen, informell eingerichteten, rechtlich
eigentlich nicht existenten Funktionen dortselbst.
Dass man sich im ministeriellen Zirkel schon grad einmal eine von mir als Steuerzahler
gesponserte VISA-Card verlieren oder stehlen lässt, bis sie im Bordell wieder
für den Staatshaushalt sicher gestellt werden kann, macht mir natürlich gröbste
finanzielle Existenzängste um unser Gemeinwesen!
Blankes Entsetzen gar darüber hinaus bescheren mir natürlich besonders die jeweils neuesten Erkenntnisse des derzeitigen Untersuchungsausschusses unseres
Nationalrates zur ÖVP-Gestion in der Sicherheitszentrale der österreichischen
Hoheitsverwaltung: Auf Gedeih und Verderb kruden ÖVP-Malversationen ausgeliefert
zu sein, würde nun ja allein schon Stress genug machen! Jetzt aber ist gar von
einer ÖVP-Verwaltungsgröße die schriftliche Eruption überliefert, er würde
einem (nicht willfährigen und schon gar nicht korrupten, ihm unangenehm
aufgestoßenen) Beamten bzw. gar dessen ganzer Abteilung „die Schuhe
aufblasen“!!! Aufblasen! Und gar noch die Schuhe!!! Igitt!
Da hätte sich Attila der Hunnenkönig oder Dschinghis Khan von diesen
ÖVP-Maßnahmen noch was abschauen können! Meinereins bleibt da wahrlich nicht
viel mehr sonst übrig als schlotterndes Erbeben vor unseren neuzeitlichen
Geißeln Gottes, auf dass man jetzt und fürderhin der Gnade der
Christlichsozialen teilhaftig werde! Amen!
(282 Wörter)
31.12.07
Elektronisches Prosit 2008
Fortschritt ist was Wunderschönes, vor allem im elektronischen Bereich, was mir
in großzügigster Leichtigkeit ermöglicht, mich meiner persönlicher Entfaltung In
wahrlich globalen Dimensionen selbst im Einklang mit meinem erheblichen
Zerstreuungsbedürfnis harmonisch zu unterwinden. Während ich also heute linker
Hand die frugalen und gläsernen Reste einer veritablen häuslichen
Prä-Sylvester-Sause ihrer bis heute Mittag zurück gestellten Entsorgung
zuführte, vermochte ich trotz diffuser Wahrnehmungskompetenz mit rechter Hand
auf meinem Handy-Organizer kaum zwei Dutzend SMS-Neujahrswünsche stimmig zu
erwidern, Video-Film–Urlaubsgrüße aus Jamaica zu würdigen, den Absender für den
Plot zu loben, zwei Zahlungserinnerungen zu löschen und – direkt schon am
Altglasbehälter beim Versenken doch einiger Rotweinleergebinde - auf etwa ein
Dutzend warmherzige E-Mail-Grüße in meiner Mailbox zu reagieren! Umgehend
wünschte ich also zu den Betreffs „Your sexual freedom“,
„Elektronik-Restposten bei Amazon.de“, „Kuehlergrill, Felgen, Nummernschild,
Scheinwerfer von Teerspritzer…“, „Your Happiness-Viagra“, „Sexual Strength“, „Replica
Watches“, „Capability of ejaculation“ „Entfernen in der Kueche von
Schimmel, eingetrockneten Lebensmittel“ (Woher man das schon wusste?) den
AbsenderInnen ebenfalls irgendwie das Allerbeste ganz artig und nahm mir vor,
nächstes Jahr zu den Feiertagen gewiss als Erster allen meinen FreundInnen und
Bekannten festtagsstimmig zu sms-en oder zu mailen! Vielleicht werde ich aber
besser einen Erinnerungstermin für autogenerierte Messagen abspeichern, denn
mein Neujahrsvorsatz ist nun einmal alljährlich, mir im Elektronischen keine
Blöße zu geben!
Wolfgang Krisch
(210 Wörter)
27.12.07
Der Pizzen und der Leben Navis!
Brauchbare Alltagsphilosophie – und das ist die gute Botschaft zum Jahresende – nötigt heutzutage schon lange niemand mehr ödes Studium von Platon, Schopenhauer, Heidegger u. Co ab, fürs Nötigste reichen ab und an schlichte Einspalter in Frühstückszeitungen vollkommen.
Ein heutiges Auto-Privatissimum war unsereins dem Tort eines Pizzaboten im
Tiroler Schwaz zugedacht, welchen ein so genannter „Navi“ (soll heißen:
Navigationsgerät im Lieferwagen) auf einen sich jäh verengenden asphaltierten
Steig geführt hatte, von woselbst schließlich nur durch Feuerwehrhilfe mittels
Seilwinde eine zuletzt glückliche Autobergung gelang, während die Pizzen durch
rettende Hand des zu Hilfe geeilten Zustellchefs längst „pünktlich und warm“
ihr verfügtes Ziel erreicht haben sollen!
Wenn damit nicht ganze Semester an Lebens- und Wahrheitskunst sinnhaftest zu
gestalten wären, womit sonst?
So lehrt denn der Vorfall bildhaft die Angelpunkte unserer rezenten Zivilisation
wie folgt aufs Tröstlichste: Zum Ersten und Wichtigsten einmal, dass Mampfi
immer irgendwo warm und pünktlich herkommt, wenn man am Telefon anschaffen kann,
was als Theorem-Ansatz die globalen Versorgungsängste der Weltbevölkerung zum
relativ Guten wenden könnte! Und zum Zweiten wäre anschaulicher nirgendwo
Einsicht herzustellen, dass gegen Unschärfen und Widrigkeiten aller Navis - in
unserer Autos wie in den politisch bestimmten Gemeinwesen - jene Quäntchen
cerebraler Synapsen manch KonsumentInnen nicht abträglich wären, die da und dort
aus Zeitmangel deaktiviert sind! Wenn nämlich unsere demokratisch gewählten „Navis“
aus Fleisch und Blut uns wieder einmal in weit schlimmere Klemmen schicken als
in jene programmierte im GPRS-Adressfindungsgerät des Tiroler Pizzaboten, bleibt
jedenfalls auf dann größere Hilfe zu hoffen, als jene durch die brave Schwazer
Feuerwehr, meint Wolfgang Krisch trotz seiner Einsicht in die österreichische
Bundesregierung voll Optimismus zum Ausblick auf das neue Jahr allseits ganz
herzlich und wünscht vor allem auch
dem Tiroler (!!!) Innenminister Günter Platter viel Glück bei seinem Amtsvollzug!
(291 Wörter)
16.5.07
Ein kleines Dankeschön von SPAR
Wer wie ich darauf besteht, Erdäpfel aus Österreich und nicht Kartoffel aus
Deutschland zu erstehen, wer Zwiebel aus Neuseeland und Champignons aus Polen
verweigert, sich hüten würde, Äpfel aus Chile und Trauben aus Südafrika zu
kaufen, hat es natürlich bei der Nahversorgung in allen Handelsketten schwer!
Denn wenn es bei der einen kaum Heimisches im Regal gibt, könnte man ja zur
nächsten fahren, was aber ebenfalls nur mäßig hülfe: Denn dort könnten die
Erdäpfel vielleicht aus dem Marchfeld sein, die Äpfel aber wären aus
Argentinien, simpler Knoblauch natürlich aus China. (Knoblauch gedeiht ja
offenbar überhaupt nur mehr in China!)
Klimakatastrophe und CO2-Auststoß hin oder her: Die EU mahnt zu diesem eigenen
Aberwitz ihrer wirtschaftlichen Grundwerte jetzt gar schon die persönliche
Verantwortung jedes einzelnen Konsumenten ein! Man soll nur Produkte kaufen, die
nicht lange Transportwege brauchen!
Zuletzt begeisterten mich da „Cocktailtomaten“ aus Senegal bei SPAR, deren
Provenienz aber als italienisch ausgewiesen war, während in Postwurfsendungen
die Firma eben mit Paradeisern aus Österreich warb. Ein Bisschen versöhnte mich
SPAR aber umgehend. Mit feierlicher Miene drückte mir eine Kassierin im Zug des
Bezahlens jüngst „Ein Geschenk des Hauses“
in die Hand, „ein kleines Dankeschön“ in
Form eines BP-Treibstoffgutscheins! Nachdem eine Barablöse der 2 € nicht möglich
war, vergaß ich gar den Gutschein gleich zu retournieren! Denn an diesem Tag
waren die SPAR-Erdäpfel allesamt – wohl eine kleine Hommage an Nicolas Sarkozy –
aus Frankreich! SPAR sollte also mit den Treibstoffgutscheinen sparsam umgehen,
man wird jede Menge für das Zuliefern der französischen Bramburi brauchen, damit
am Aufbessern des CO2- Ausstoßes auch BP geringe Gewinn machen kann!
(265 Wörter)
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12.5.07
ORF-Fertilitätsförderung!
Was gibt es für aufgeklärte Menschen Schöneres denn klare Einsichten in Ursache,
Wirkung bzw. logische Abhilfemaßnahmen, sofern nötig? Allerhöchstens Fußball und
Sex, von dem heute in „Heute“ in Verbindung zu lesen war.
Die beliebte U-Bahn Gratis-Postille vermeldet nämlich glasklar einen Rückgang
der Geburtenzahlen neun Monate nach der jüngsten Fußball-WM! Die „Baby-Flaute“
ließe sich in Österreich demnach mit 403-Minus-Geburten abzählen, nur weil die
Männer lieber TV schauten!
Nachdem ich als Fußball-Fan sämtliche Spiele vollständig verfolgt hatte,
argwöhne ich noch ohne letzte Gewissheit selbstkritisch geknickt auch einen
persönlichen Fertilitätseinbruch mit fatalen Spätfolgen! Was hätte Mann bei
Verzicht von nur einer Nachspielzeit oder wenigsten einem
Achtelfinale-Elferschießen alles zum Wohle unseres Generationenvertrages leisten
können?
Nicht auszudenken, was Frau Gehrer zu diesem Hedonismus gesagt hätte, in deren
früheren Wirkungsbereich (Vorarlberg) die Geburtenzahl erstaunlicher Weise trotz
bundesweiter WM-Lendenlahmheit immerhin um 0,9 Prozent (Respekt) gestiegen (!)
sein soll, während das rote Wien ein 1,5-Prozent-Minus jetzt bald einmal
ausgleichen könnte!
Um Besserung bemüht darf ich daher mit gigantischen Mehrnutzen für den ORF, wozu
ich auf Consultingmillionen vorerst großzügig verzichte, für Wiedergutmachung
sorgen! Statt ödem Hundskick alle vier Jahre hülfe täglicher Dancing-Star-Flash
kurz vorm Schlafengehen! Das stürzte Männer mittels Jive, Salsa und Tango in
familienplanerisches Rasen! Wöchentlich bräuchte obendrein nur noch ein „Big-Wedding-Event“
(Copyright Krisch) von jeweils einer Promi-Hochzeit von Dancingstars folgen, und
zwar mit erweiterten Pre- und Post-Lifeübertragungen ganztags unter Beisein
allerhöchster Zelebritäten (ORF-General Wrabetz), bei denen man die von der
Wirtschaft gesponserten Hochzeitsaccessoires auch wirklich nicht nur – wie
bisher – werbegemäß bewundern, sondern via TV auch echt kaufen könnte. Wenn der
ORF vernünftig ist, folgt Babyboom also demnächst quasi zwangsläufig!
(264 Wörter)
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1.5.07
Ein Hoch dem 1.Mai(bock)!
Ehrlich wahr, der 1.Mai hat meinen persönlichen Festtagskalender sachlich immer ein wenig überfordert, - mag sein, weil ich nach der Walpurgisnacht davor als praktizierender Feminist stets noch ein wenig physisch schwächle!
Aber die Zeit, als man mit rotweißrot umflochtenen Radspeichen in Wien
gen Rathaus radelte, ist ja leider auch schon wieder ein paar Jahrzehnte vorbei,
- sodass ich meine Festtagsstimmung meistens beim Radfahren weitab Wiener
Festtribünen im Wiener Umland aufbaue!
Dort aber hat man es auch nicht leicht! Wenn man vor blumengekränzten Festtafeln
auf Maibäumen in jedem Angerdorf diverse schriftliche Hoch-Rufe auf
Bürgermeister(sgattinnen), Bürgermeistersfamilien, OrtsvorsteherInnen,
Ortsvorstehersfamilien, Feuerwehrskommandantinnen und andere lokale
HonoratorInnen ordentlich staunend bemerkt, reichen Tagestouren nicht einmal
annähernd zur würdigen Adoration niederösterreichischer Orts-, Stadt- und
Landeszelebritäten, von denen sich zunehmend auch die bildhafte Darstellung auf
mittlerer Höhe von Maibäumen endlich gut einzubürgern beginnt! (Trendsetter war
diesbezüglich zweifellos ein Mandatar aus Ollern, der für seinen
Nationalrats-Einzugs-Triumph 2006 einer Maibaum-Gratulation selbst im Oktober
vorbildartig teilhaftig wurde!)
Solch Brauchtum gefällt FreundInnen uneitler Volksvertretung ungemein, weil sie
länger anhält als kurzfristiges Winken der GenossInnen auf der Wiener
Rathaustribüne mit roten Festtüchlein. Bis Ende Juni mindestens halten
niederösterreichische Maibäume, ja selbst Stauden, allemal im geringsten Fall!
Allerdings fehlen mir persönlich arboretische Abstufungen! Wieso in Radlbrunn
für den dort beheimateten niederösterreichischen Landeshauptmann (Ein
Dreifachhoch zum 1.Mai!) noch immer kein unprätentiöser Mammutbaumstamm zu
Maibaum-Verwendung Brauch ist, oder zumindest ein hundert Meter hohes
Äquivalent, weiß trotz innigen Nachdenkens bei bestem Maibock seit Jahren nicht
Wolfgang Krisch
241 Wörter
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20.4.07
Long
Hui!
Ein guter Tag beginnt mit einem guten Pressefoto! Der heutige für mich mit einem
aus dem Tiergarten Schönbrunn, obwohl in der jetzigen Post-Pechlaner-Ära nicht
einmal mehr ÖVP-MinisterInnen dort fotografiert werden, um edle Patentanten/onkelschaften
für ausgesucht eingesperrte Tiere stimmig wirken zu lassen!
Vielmehr wirkte - einem Zoo-Jubel-Ondit zufolge - dieser Tage höchst viril
Pandabär Long Hui bei Pandabärin Yang Yang in vollem Anpruchssinne der
Zoo-Finanzen!
Schärfste(!) Papparazzi-Fotos in allen Qualitätszeitungen belegten also Long
Huis (Nomen es omen) Lendenkräfte nach auch schon wieder einjähriger(!)
Vollabstinenz, wie man im Zoo weiß! Und dies, Reschpeckt, gleich vier Mal am
Stück, nur unterbrochen von Darreichungen stärkender Äpfel und Karotten, wohl
durch PflegerInnenhand! Es soll nicht einmal Anlass zu „künstlichem Nachsamen“
bestanden haben! Wow, würd da ein Macho meinen!
Solche gute Nachricht ließ meinen Tag wonnig beginnen, und dass mir am
Arbeitsplatz für meine frühmorgendliche Positivmeldung prompt Apfel und
Karotte kollegial geschenkt wurden, verstärkte meine Euphorie, allmählich nur
von der Einsicht getrübt, dass es selbst hierorts aufhältige chinesische
A-Schicht-Fauna-Promis vielleicht doch nicht so leicht haben könnten, wie Tölpel
glauben!
Hunderttägige Rund-um-die-Uhr-Observation in den eigenen vier Gittern!
Überwachungskameras im Schlafzimmer! Zoo-Paparazzi-Terror! Missbrauch von
Urheberrechten, Daten-, Persönlichkeitsschutz! Und: Unterschlagung (!) von
Fotohonorar für furios gebotenes Informationssubstrat ! Dazu latente Gefahr
künstlicher Nachsamung, sollte die Bio-Karotte nicht genügen, da kommt schon was
an Stress zusammen!
Long Hui und Yang Yang dürften also auch nicht zu beneiden sein! Selbst für den
Fall nicht, dass vielleicht jetzt eine MinisterIn a.D. die zwei partyfernen
Panda-Joungsters als löbliche Vorbilder ernsthafter Familienplanung entdecken
könnte! Irgendwie ernüchternd sowas auch! Auf keine pure Freude ist mehr
Verlass!
( 263 Wörter)
P.S. Mittlerweile ist ÖVP-Ministerin
KDOLSKY doch Patentante eines Schwarzen Panthers geworden! Gottseidank!
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15.4.07
Es kann der Frömmste nicht in Frieden...
frühstücken, wenn es JournalistInnen nicht gefällt, - was auch einmal gesagt
sein musste! Unter Gottes freiem Himmel ist mir zu Kaffee und Roggenbrot
heute morgen Peter Michael Lingens in die Quere meiner Beschaulichkeit mit der
Bemerkung im morgigen Profil gekommen, Österreich habe " in Wahrheit mit
dem Beitritt zur EU seine Neutralität aufgegeben"!!!
Weil ich es auf den Tod nicht leiden kann, wenn man mir bewusst Falsches
zumutet, das ich obendrein noch selbst hatte zahlen müssen, blieb mir umgehend
nichts übrig, als über das Handy aus dem Gartenstuhl harsch Folgendes zu mailen
:
Sehr geehrter Herr Lingens! Sie schreiben in
Ihrer morgigen Glosse das x-fach abgelutschte Argument, Österreich hat mit
seinen EU-Beitritt die Neutralität "völkerrechtlich in Wahrheit aufgegeben".
Wahrheit ist vielmehr, dass der Beitritt mit dem Neutralitäts-Vorbehalt der
Republik Österreich von der EU vertragsrechtlich akzeptiert und unterschrieben
wurde, - alles Sonstige ist Holler! Wenn sich die EU zwischenzeitlich zu einem
"global player" internationaler Militäreinsätze entwickelt hat oder vermehrt
entwickeln will, wird in Österreich vernünftiger Weise trotz großer Bemühungen
allseits niemals Verständnis dafür herbei zu schreiben sein, - selbst wenn die
im EU-Sinn besorgten Eurofighter demnächst bei uns leider doch herumstehen
sollten!
Erbost wie ich bis jetzt noch bin, hab ich nicht einmal den
peinlichen Fallfehler in meiner Zeile 2 nachträglich korrigiert,- Herrn Lingens
Fehler ist vergleichsweise unendliche Male größer! Auch sehr gewichtig ist aber
mein Fehler, manchmal die Finger nicht von Glossen zu lassen,
die meinem Blutdruck da oder dort schwer abträglich sind!
(248 Wörter)
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30.3.07
Schöne
Ostern – Sie können
das brauchen!
Während wieder einmal LehrerInnen in den nun beginnenden Ferientagen besonders
faul herumhängen und alle Eltern mit ihren Kindern voll großer Muße das nahende
Osterfest stimmig vorbereiten, sind nur PolitikerInnen und die höchsten
Fachleute der Bundes- und Landesverwaltungen mit
Fachkenntnis um das prosperierende Gemeinwohl bemüht!
In Schulpolitik-Sachen ergab das endlich die Andeutung höherer
SchülerInnenzahlen im Fremdsprachenunterricht! Das ist begrüßenswert! Und – so
nebenbei – eine langjährige Vision meinerseits. Schon als ich im Sandkistchen
meine Unterrichtsministerzukunft einer gleichaltrigen Staatssekretärin in spe
skizzierte, war auch ich mir gewiss, dass mehr Kinder im Rudel eben mehr
Gesprächsanlässe böten und die Kommunikation insgesamt massiv gefördert würde!
Und wenn nun das versammelte Brainstorming hiesiger Schulpolitik ermittelt hat,
dass für Klassen mit „nur“ 25 Kindern zu wenig Zimmer und Kammern entdeckt
worden seien, ist auch das positiv! Man könnte ja - der Rechnungshof würde
das sicher begrüßen - alle Klassen einer Schule zum selbstbestimmten
Ganztages-Sprachunterricht in den Festsaal, Schulhof oder auf ein Trottoir
einladen, bzw. - manche kommen nicht gern - gänzlich neuen Sprachunterricht von zu
Hause aus übers Handy schulversuchen!
Für weitere Ideen zu erschöpft
werde ich auch erst nach Ostern mit BILLA Verhandlungen aufnehmen, - vielleicht
ist der Hausverstand für kurze Einsager an der Regierungsbank abkömmlich.
Zuletzt bin ich von ÖVP-Vizekanzler MOLTERER fasziniert, dessen gestrige Budgetrede in
folgendem Dekret gipfelte: Man könne nicht sagen zu viel oder zu wenig,
weil "die Antwort geben wir: Wir liegen richtig!“.
Ich überlege zwar jetzt ein Bissl, ob ich weiterhin sagen darf, was ich will ! Und
ob mein „Sagen“ wirklich auf eine s.g. „Antwort“ der
Regierung angewiesen ist. Präzise richtig ist aber : Ich liege habtacht flach vor
Begeisterung vor richtig liegenden Regierenden, - schaffe aber trotzdem grade
noch, "frohe Ostern" zu wünschen!
( 269 Wörter)
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23.3.07
Simulierter Bodenangriff!
Just zum Vortag des 50.Geburtstags der EU
ist mir jäh meine Abneigung gegen den Eurofighter vollständig gewichen,
was ich Testpilot Chris WORNIG verdanke. Der meldete nach Absolvierung eines „Jungfernfluges“
mit dem für Österreich bestimmten „ersten Flieger“ der
Tageszeitung ÖSTERREICH: „Ich simulierte Bodenangriff, flog 1,7 Mal
Schallgeschwindigkeit, es war herrlich!“
Hätte mir das die schwarz-orange Regierung nur gleich gesagt!! Bei herrlichen
Bodenangriffen und 1,7 Mach ist meine Empathie zügellos, - obwohl man doch flink
hinschauen muss! Wenn man da vergleicht, wie langsam bisher der tröge Draken für
angebliche Dienstausflüge des ÖVP-Ministers PLATTER ins heimatliche Tirolerische gewesen sein
muss! Mit dem Eurofighter wäre der Chef im Hui nach Haus geschupft, - da
ging sich ab und an gar der Mittagstisch daheim aus, en passant simulierte
Bodenangriffe im Oberinntal inklusive!
Und wenn einmal Bundesheer-Flieger grad nicht
als Flug-Taxi für MinisterInnen gebraucht werden sollten, wissen sich
österreichische SoldatInnen ab demnächst bei Kampfeinsätzen mit dem Frieden
schaffenden Fluggerät sicher auch was anzufangen! Mit
ÖVP-FPÖ-Regierungsbeschluss aus 2000 darf sich unser Bundesheer nämlich ab 2011
in s.g. „Battlgroups“ der EU (in einer sicher most
competitive „Group“
mit Deutschland und Tschechien) an gewaltsamen Maßnahmen zur Friedendurchsetzung
beteiligen! Ob dann nur Freiwillige mitbatteln dürfen, ist noch nicht sicher!
Dem Nationalrat obliegt dann jedenfalls endlich, österreichische Kampfeinsätze
im weltweiten Friedenssicherungsterrain zu
genehmigen, die mit unserer Neutralität vereinbar sein werden! (Bodenangriffe
bloß ewig zu simulieren, wäre mir sowieso mit der Zeit urfad!)
Übrigens: Alles Gute zum 50.Geburtstag, liebe EU, gratuliere zur beschlossenen
gemeinsamen Armee! Und weiter viel Erfolg beim Friedenssichern, mit der
Hochtechnologie und der Fitness für die Zukunft! Guat schaust aus!
Wolfgang Krisch
(256 Wörter)
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16.3.07
Ein Plädoyer für mehr
Zufriedenheit mit der Regierung
Kleingeister können bekanntlich in jeder Suppe ein Härchen finden, - aber warum
alle ausgerechnet in unserer neuen Regierungssuppe solche entdecken wollen, ist
mir schleierhaft !
Ich finde nämlich, dass die SPÖ in der neuen ÖVP-Regierung das BZÖ nicht nur bestens ersetzt, sondern um Längen in den Schatten stellt! Gusi ist eine um Lichtjahre bessere Personalie als Gorbach! Und Cap adoriere ich sogar, wenn’s um den direkten Vergleich mit Westenthaler geht! Dass die ÖVP jetzt weiter anschafft, was geschehen muss, ist halt so, was soll man machen? Man wird’s auch mit Wahlen nicht ändern können! Und sie hat außerdem als zweitstärkste Partei dazu auch mehr Legitimation als früher, - da hat sie das gleich als drittstärkste gemacht! Und warum muss ständig über die grundsatztreue SPÖ-Performance gemosert werden? Aus der Sozialdemokratie hat noch niemand die Abschiebung von 10 000 Ausländern oder Blaulicht auf dem Dienstwagen verlangt! Dafür wurde durchs Haar- und Bartschneiden ein Sozialprojekt erklecklich unterstützt, Tempo 160 auf Autobahnen gecancelt und mit buddhistischem Gleichmut soziales Wohlverhalten vorbildlich demonstriert! Wenn das nicht mehr zählen soll, was dann? Was soll also das Meckern, die SPÖ habe Wahlversprechen und Grundsätze für ein Schattenkanzleramt über Bord geworfen?
Ich freue mich einfach bescheiden, dass Herr
Schüssel seine Regierungspolitik jetzt wenigstens von der Klubobmannbank
erledigen muss und dass die Unterrichtsministerin nicht mehr Gehrer heißt!
Ist ja das schon schön genug, - man kann im Leben bekanntlich nicht alles haben!
(241 Wörter)
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11.11.06
Gansheitliche Jollydays!
Beneidenswert alle, deren Daseinssubstrat zum 11.11. nur eine gut gebratene Martinigans darstellt, welche im Lokal der Wahl ab Ende August reserviert war! Hauptsache allemal, Majoranduft, Knuspergeschmack und Verdauungskapazität harmonieren auch mit Rotkraut und Knödel und man bleibt von Daseinsfragen unbeschwert, die das Datum komplex in sich birgt !
Das müssen dabei gar keine historischen sein:
Den jetzt heiligen Martin des 4.Jahrhunderts, der sich vor seinem späteren
Bischofsjob angeblich unter schnatternden Gänsen vergeblich verstecken wollte
und unsereins mit legendärer Mantelteilung für einen Bettler hochsympathisch
scheint, muss man beim Festmahl natürlich ebenso wenig parat haben, wie feudale
Zehentpraxis einst an Novembertagen, an denen die von der Herrschaft gerupften
Bauern die reifen Gänse löhnen mussten.
Da genügen vollauf beschwerlichste rezente Datumsanlässe: Mit
Kindergartengruppen und – tanten zu Rabimmel-Rabammel-Laternen-Prozessionen
bemessenen Schrittes mit seinem Nachwuchs um Häuserblöcke zu ziehen, ist
allerdings noch weit weniger schlimm, als am "Faschingsbeginn" 11.11. voll
prustendem Humor ab 11.11 Uhr in einer FuZo alkoholisch Anteil haben zu sollen.
Und zwar nicht in Köln am Rhein bei dortigen Jecken sondern (nur z.B. ) in
Purkersdorf am Hauptplatz bei Herren mit Narrenkappen und Musikkanonen im Rahmen
von „ Jollydays “ (!) des örtlichen Wirtschaftstreibens, während
es seit Ende Oktober überall stiller Weihnachtszauber marktgemäß krachen lässt!
Ganz blöd zuletzt: Spätestens zu
Martiniganszeiten nahen in Schulen Menetekel von gesetzlichen
Notengebungssachzwängen, die alle mehr überfordern als jede Fettgans die
derangierteste KonsumentInnenleber! Ganz zuerst natürlich jene Eltern, die zwar
Ende August die Gans-Rotkraut-Reservierung schafften, zum Schuldasein ihrer
Kinder aber bis zum Zeugnistag stets strengste Beachtungsabstinenz pflegen…
(252 Wörter)
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10.11.06
Hochamtlich legitimerweise!
Politik, oder wie die Farce hier heißt,
einfach abzuschalten, hilft leider auch nicht, wie mir eine jüngste
Verdruss-Auszeit leidvoll demonstrierte. Eine kurze Woche gnadenvoller
Verweigerung, - schon verstehst du gar nix mehr!
Nach dem Wochenende war ich ausgestiegen. Kandidat Gusenbauer hatte sich im
Theater in der Josefstadt und später im Hanappi-Stadion, Kanzler Schüssel
dagegen nur „bis aufs Blut gereizt“ gezeigt! (Imbeziles
Wahlvolk molestiert via inferior formierten Nationalrat mit dreistem
Untersuchungsausschuss!)
Heute klinkte ich mich wieder ein und hörte Kardinal Schönborn im
Ö1-Mittagsjournal den ÖVP-Wahlkampfslogan fordern, es "„
dürfe"(sic!) „keine neue
Schuldenpolitik“ geben!
Gänzlich konsterniert rechne ich jetzt mit seiner Eminenz persönlich als
Grasser-Nachfolger und einer Budgetpolitik im Geist des seligen Kanzlerprälaten
Ignaz Seipel, dabei die bischöfliche Vorgabe beachtend, auch an Arbeitslose,
Jugendliche und Familien zu denken, wie er Ö1 ebenso verriet wie seine Warnung
vor Lasten für „kommender Generationen“.
Warum für nur „kommende“ ist mir aber
kryptisch, denn jetzt schon hat ein erbärmlich großer Teil der Bevölkerung keine
Teilhabe mehr am schamlosen, politisch geschaffenen Überfluss des hiesigen Geldadels!
Wäre mir das mit „intelligent design“
moderner Fiskalpolitk begreifbar oder doch aus dem Weltkathechismus, vor dem ich
mich ja wegen der darin erlaubten Todesstrafe schrecke, die Kardinal Schönborn
reinschreiben ließ?
Und dürfen brave KatholikInnen überhaupt so eigene Gedanken haben oder
ausdrücklich nur zur Frage von „Grundsicherung bzw.
Grundeinkommen“ in Österreich? Kardinal
Bischofskonferenzvorsitzender befand nämlich ausdrücklich, „
hier (sic!) könnten Katholiken
legitimerweise verschiedener Meinung sein“.
(www.bischofskonferenz.at).
Also werde ich meine Meinungsfreiheit einfach auf das Grundsicherungsthema
beschränken, - Exkommunikation und höllischen Scheiterhaufen ist ja oft schon
im Gedankenumdrehen profan vorzubeugen!
(256 Wörter)
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31.10.06
Brauchtums-
und geisteshalber!
Brauchtums- und zeitgeistighalber lobe ich allemal den stark unterschätzten
31.Oktober!
Das einst schöne Ritual von Geldinstituten - damals meist „Sparkassen“ genannt
- zu diesem Termin bestehende Spareinlagen als einlagenrekordstiftende
Neugewinne umzubuchen und dazu die Sparefroh-Kundschaft mit
Plastikramsch-„Spargeschenken“ zu beglücken, ist zwar weitgehend perdu!
Zu ersetzen war der Brauch aber nahtlos durch neuen aus den USA! Unter Berufung
auf Kelten, Hexen und Kürbisse sowie nach Ankauf von Hexenmasken, -fummel und
-schminke gelingen Sachbeschädigung von dinglichen Gütern und weitere
Peinlichkeiten als „Halloween“ zunehmend stilsicher, was nicht zu irritieren
braucht! Gegenwärtige US-Bräuche (Angriffskriege in Asien) sind jedenfalls übler
als etabliertes „trick or treat“ vor Devastierungen von Haustüren und –fassaden!
Glücklicherweise beschränkt sich brauchdümmliche Spaßkultur zum 31.10. aber
längst nicht auf kind- oder jugendlichen Vandalismus! Auch dem bemühten
Kulturtourismus ist der 31.10. längst ein wohlfeiles Anliegen! Dem
Siebenbürgen-Package, um Draculas Spuren hochpreisig gruselnd zu folgen, stehen
“Österreichs Spukschlösser“ mit jeweils einzigartigen - jährlich gern
erweiterten – Gespinster-Angeboten längst um keinen Deut nach.
Top-Destinationen dabei: Die Schlösser Greillenstein (Familie Kuefstein) und
Riegersburg (Familie Pilati) im niederösterreichischen Waldviertel: Hie eine
drapierte Ahnfrau-Puppe im Kellerloch, dort gar medial verbreitete Aussicht auf
den weiblichen Geist einer einst kinderlosen Schlossherrin, heuer sogar um ein
neues Kopflos-Gespenst eines ehedem decapierten Grafen aktuell erweitert. Mehr
Geistvolles kann vom österreichischen Adel brauchtumsmäßig aber jetzt wirklich
nicht mehr erwartet werden!
(220 Wörter)
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22.10.06
Triefendes Regenwetter,
aber rasch!
Selbst auf die Gefahr hin, mir schwerste
Missgunst zuziehen, fordere ich endlich, von wem, weiß ich noch nicht, ein
rasches Ende des stabilen Spätsommer-Kaiserwetters!
Die Forderung erklärt sich schlüssig aus folgender Erholungs-Ausbeute meiner
ohnehin knappest bemessenen jüngsten Wochenendspaziergänge in abseitigen
Wienerwaldtobeln und -dickichten:
a) Diverse Begegnungen – wundersamer Weise ohne Leibesschaden – mit Haus-, Jagd-
und Kampfhunden samt Einblicken in bemerkenswerte Wesensarten entfernt
aufhältiger HundehalterInnen.
b) Akustische Teilhabe am hochwertigsten Fernsteuerungs-Modellbauwesen (zwei
Hubschrauber, - mein Tinnitus ist immerhin schon abgeklungen) samt räumlicher
Kooperation mit anliefernden Geländefahrzeugen auf einer bisherigen
Wiesenidylle.
c) Orientierungshilfe für jugendliche Reiterin im tiefen Hochwald bei deren
Versuch, ein Leihpferd mit sich darauf wieder zu einem entfernten Stall zurück
zu lotsen.
d) Sicherung und Rettung einer völlig zu Recht panischen, weil
absturzgefährdeten, Jennifer im hohen Steilhang eines Hohlweges samt späterer
Familienzusammenführung mit deren Eltern, welche durch konzentriertes
Drachensteigen auf einer entfernten Wiese für die gellenden Hilferufe ihrer
Zwölfjährigen wirklich nicht erreichbar waren.
Ich hab mir daher schweres Ölzeug und Gummistiefel heraus gelegt und hoffe im
Sinne kurzer persönlicher Erholungsmomente in freier Natur auf triefendes
Regenwetter für mich – und ideales Fernsehwetter für manch Andere!
(187 Wörter)