Bahnhof Penzing: FußgängerInnen-Passage


Jahresvorschau mit einem Mutbürger!
In Penzing wird gern gefragt, was es Neues gibt und „jetzt kummt“!


Wer als Lehrer und Politiker im Bezirk wie das falsche Geld gekannt wird, pflegt aushäusig notabene rege Kontakte, sobald er wo ausgemacht ist!

„Wem siech i da?“, fragte beispielsweise hoch erfreut jüngst Herr A. W. aus Breitensee, ein mir liebwerter Stammvater mehrerer ehemaliger SchülerInnen meinerseits in einem Waggon der
S 45! „Was gibt’s Neichs, Herr Lehrer?“

„In der Schule oder in der Politik?“, fragte ich vorsichtig, man weiß ja nie, womit man ganz konkret Unbehagen verbreiten muss!

„Heans ma auf mit da Politik! Oba wieso schreibn's jetzt nix mehr in der Bezirkszeitung? Ihre strammen Haxerln unter dem Postkastl letztens auf dem Foto in der Bezirkszeitung war'n a Hit!

„Sehen Sie, Sie interessieren sich ja doch für Politik“, sagte ich, „ die Bezirkszeitungen müssen aber für ÖVP und SPÖ aufpassen, was sie nicht schreiben dürfen, so wie die Tages- und Gratiszeitungen und die Magazine! Niemand kann es sich dort mit ÖVP und/oder SPÖ verscherzen, das kann gleich übel enden! Wir sind längst im Dauerwahlkampf, da komm ich jetzt nicht mehr vor und kann mir das Schreiben sparen ! Dafür können Sie dann aber zum Beispiel hübsche Hochzeitsfotos von ÖVP- Zelebritäten sehen! Aber vom ORF reden wir bitte gar nichts, - das wird bald überhaupt eine ganze, dynamische junge SPÖ-Sektion sein!

„I schau eh nimmer“, sagte Herr W. erleichtert, „also wos gibt’s jetzt Neichs?“

„Ganz zusammengefasst? Die frechte Raffgier des Kapitals wird immer schlimmer!“

„Haaßt jetzt ganz genau für Penzing was ungefähr, Herr Lehrer?“

„Naja, einfach gesagt, steckt man auch in Penzing den Üblichen alles hinten rein, was der Allgemeinheit unverschämt vorn weggenommen wird!“

„Schön sprechen, Herr Lehrer, so kenne ich sie gar nicht“, - Herr W. war leicht erstaunt!

„Hinten rein natürlich nur in die Einkaufszentren und die sogenannten gemeinnützigen Wohnbauten und Tiefgaragen“, präzisierte ich! „Dafür fehlt uns dann nicht nur überall Steuergeld den ganzen Tag sonstwo, sondern gleich fürs erste einmal die Gehsteige, Grünflächen und Spielplätze, das geht ruck-zuck!“
 
„Is eh woa“, sagte Herr W., „aber san da net a die internationalen Finanzdings und Ratingagenturen Schuld? Mia miassn jo das Dripple E behoidn!“

„Eh“, sagte ich, „aber schön langsam müsste vorher dämmern, dass jetzt einmal unser einziges Wirtschaftssystem, der gängige Kapitalismus, längst genau so gescheitert ist wie der verrückte Kommunismus vor 20,30 Jahren! Es traut sich das nur niemand sagen! Jetzt schreiben halt bis dahin Frauherr Angelaus Sarkomerkel für die Rettungsschirme der Banken nur immer mehr Nullen hinten dran, damit unsere Wirtschafts- und Finanzkapitäne keine Probleme beim Zocken haben!

„Find i eh org“, sagte Herr W., „ oba des is ja mehr in die USA!“

„Na ja“, sagte ich, „ wenn man bei uns jetzt langsam merkt, dass in Wolfgang Schüssels so genannter Drei-Säulen-Pensionsreform die 3.Säule global für viele ÖsterreicherInnen schon ziemlich verzockt ist, dann hat vielleicht ja in den USA oder China  irgendwer viel davon! Aber bei uns dafür viele PensionistInnen eher viel weniger! Außer sie haben eine Mindestpension, auch wenn's das ganze Leben hart gearbeitet haben! Da ist schon alles wurscht! Wollen Sie wissen, was heute Frauen kriegen, die ….“

„Naaa, heama auf mit der Politik!“ sagte Herr W., angewidert. „Oba sogns, verbauns jetzt in Stahof?“

„Ein Rehabzentrum, bestimmt für alle leistbar, kommt jedenfalls“, sagte ich, „für Weiteres fürchtet sich die SPÖ vor einer sehr klugen Bürgerinitiative und der Kronenzeitung! Die ist dort zum Glück gegen Riesenwohnblöcke, und jetzt weiß man nix Genaues mehr!“

„Und wieso san Sie genan Ausbau vom Hanappi-Stadion?“ Herr W. ist eingefleischter Grüner mit Leib und Seele.

„Simple Geschichte“, sagte ich, „würden Sie gern rundherum in Hütteldorf wohnen?“

„Des lieba net! I foa lieber ein Bissl länga hin, wenn a Match is“. Herr W. war immer schon herzlich ehrlich!

„Sehen Sie“, sagte ich, „und außerdem will ich nicht, dass RAPID und AUSTRIA jeweils –zig Millionen in den …. Profibetrieb …. sagen wir einmal, hineingeschoben kriegen! Und dafür muss  Stadtrat Oxonitsch in den Kindergärten zum Beispiel beim Geld fürs Basteln sparen! Beispielsweise nur! Wollen Sie noch was hören, wo überall besonders sozial gespart werden muss?“

Herr W. wollte nicht.

„Und hinten in Stadt des Kindes, da bauns a scho, göö?“

„Da ist man bald fertig!“, sagte ich, „ und da kriegt jetzt der Private - Kleingeld macht ja auch Mist - öffentlichen Gehsteig zum ehemals öffentlichen Bad dazu, ob gerodeter Wald anderswo nachgepflanzt wird, werd ich feststellen können. Und natürlich bauen wir für die gute Privatisierung mit öffentlichen Geld ein bissl Straße aus und die neue Kreuzung am Palme-Platz wieder neuer und breiter“!

Zum Glück hob i mei Gemeindewohnung", sagte Herr W. "Übrigens, gibts im Breitnerhof scho ab Abrechnung von der Sockelsanierung?"

"Jetzt schon? Nicht einmal 10 Jahre nach Baubeginn? Sie scherzen !"

„Und reißen's eich jetzt am Kinkplatz die neiche Schui wirklich weg?“ Herr W. zeigte sich von der FPÖ-Königsidee gut informiert! „ Genau so sicher, wie die ÖVP bis zum nächsten ersten Advent-Einkaufssonntag fürs Auhof-Center die U4-Verlängerung durchgesetzt haben wird!“, lachte ich herzlich!

„Heans, und was sogn sie zum Strache? Wos mocht der bei der nächsten Woih?“

„Kurz den Dauerurlaub unterbrechen“, sagte ich, „die FPÖ gewinnt haushoch, ohne aus den Solarstudios und Clubbings zu müssen! Wappnen Sie sich aber mit Gleichmut! Immerhin wird die ÖVP in Wien einstellig, wenn ich mich nicht ganz irre!“

„Na, ja, „ räsonierte Herr W., „ mir geht des eh ois wo vorbei!“

„Bitte nicht täuschen, auch weit vorbei ist in der Politik oft als voller Treffer schmerzhaft!“, gab ich zu bedenken.

„Sie san guat“, sagte Herr W., „kenan Sie net eh boid aa in Pension geh?“

„Aber nein“, sagte ich, „ich schau nur so alt aus wie ich mich fühle. Und erstens einmal geh ich trotz der so genannten Schulpolitik noch immer gern in die Schule, das muss ein angeborener Gendefekt sein! Ist aber unerforscht! Und außerdem hat mir jetzt grad ein Politiker, der in der Blüte seiner Jahre bis vor kurzem noch nie außerhalb der Partei niederschwellig berufstätig war, angekündigt, Beamte müssen bis 65 bleiben! Ich  bleib aber noch viel länger, denn bis dahin ist bestimmt die Inklusivklasse erfunden und evaluiert, in der die Kinder an den massenhaften LehrerInnengreisen die Altenpflege lebenspraktisch erlernen dürfen! Frau und Tochter sparen sich zwei Pflegerinnen für mich, wenn ich ganz quiqui bin, ich hab dafür keinen Pensionsschock, und die Kinder haben es lustig!“

Herr W. musste jetzt gut gelaunt aussteigen, lobte meinen Humor, wünschte mir mutig Kopf hoch, und so verabschiedeten wir uns mit wechselseitig besten Wünschen für den Jahreswechsel für selbst und die ganze Familie herzlich und erfreut.

„I les eh imma, wos sie auf ihra Hombeidsch schreim“, sagte Herr W. gütlich, „a wenns a bissl vü zum Lesn is!“

„Sie sagen es“ winkte ich schwach, „leider! Aber ich werd’s nicht ändern können. Man lässt mich nicht kürzer schreiben!“

Schön, wie auch immer, wenn man mit ganz netten MutbürgerInnen, die es wahrlich noch zuhauf gibt, ohne viele Worte einen stringenten Meinungsaustausch pflegen kann, weiß zu berichten

Wolfgang Krisch
mit besten Wünschen für 2012!

Zuletzt: Wenn Sie auf meiner Website auch 2012 ein Kardinalthema Ihrerseits nicht finden und es mir auch nicht für einen Bericht ans Herz legen können, dann liegt das nur daran, dass mir das Thema für Penzing wenig verhängnisvoll erscheint! Die Penzinger Schön- und Erfolgsmeldungen darüber hinaus sind ohnehin mit ordentlichen Mitteln aus Ihrem Steuergeld bestens vertrieben und werden Ihnen nicht entgehen können!