Zu einem jüngsten Auftritt des Herr
Vizekanzlers an einer Wiener AHS
Die übliche "Besuchskultur" von
PolitikerInnen an Wiener Schulen wird zunehmend nicht mehr hingenommen..
Zur
Beurteilung der ganz üblichen, üblen "Besuchskultur" von PolitikerInnen an
Wiener Schulen bzw. das Abkommandiert-Werden ganzer Schulklassen zu diversen
Veranstaltungen, auf denen PolitkerInnen werbewirksam tänzeln, herrscht ja unter
bewussten Menschen hierzulande seit langem durchaus Einigkeit.
Erfreulich neu ist allerdings, dass sich immer weniger Betroffene gefallen
lassen, hier ganz dreist vor holprige politische Karren gespannt zu werden, -
und zwar, was LehrerInnen betrifft, auch gleich dienstrechtlich relevant!
Das hat u. A. zu folgender, nachstehend im Volltext angeführten, Anfrage von
Landtagsabgeordneten Susanne Jerusalem und Wolfgang Krisch in der Sitzung des
Gesamtkollegiums des Stadtschulrates für Wien am
13.12.2007 geführt. Über die
derzeit noch ausstehende Beantwortung wird ausführlich berichtet werden können.

im Stadtschulrat für Wien
Die unterfertigten Mitglieder des Kollegiums des Wiener Stadtschulrates stellen in der Sitzung des Gesamtkollegiums am 13.12.2007 folgende
ANFRAGE
an die Präsidentin des Wiener Stadtschulrates
Dr. Susanne Brandsteidl
Zu einem jüngsten Auftritt des Herr Vizekanzlers und Bundesministers für Finanzen, Mag. Wilhelm MOLTERER, an einer Wiener AHS, der vielfach weniger als Beitrag zu politischer Bildung an der Schule sondern vielmehr als parteipolitisches Agieren verstanden wurde, wird um Auskunft gebeten,
aus
welchem Grund auch aus dem Präsidium des SSR Anlass gesehen wurde, konkret
diesen Vorfall drastisch zu rügen,
welche
Vorgaben zum Auftreten von PolitikerInnen an Wiener Schulen derzeit zur
Beachtung an den Schulen verschriftlicht vorliegen, wobei um Übermittlung des
vollständigen Wortlautes gebeten wird,
in
welcher Form der Wiener Stadtschulrat reagiert, wenn SchulleiterInnen oder
PolitikerInnen diesbezüglich gültige Maßgaben missachten,
zu
welchen Maßnahmen sich der Wiener SSR nach einem länger zurück liegenden,
durchaus vergleichbaren,
Vorfall - Eltern Wiener AHS-SchülerInnen fanden in
Tageszeitungen zu ihrer großen Überraschung Abbildungen ihrer Kinder aus
Anlass der Verteilung von Kondomen durch die Frau Bundesministerin für
Gesundheit, Familie und Jugend - verhalten gesehen hat,
von
welchen weiteren Auftritten von PolitikerInnen, welche Anlass zur Kritik
gaben, der Wiener SSR im Verlauf der letzten Jahre Kenntnis erhalten hat,
in
welcher Form sich LehrerInnen grundsätzlich und dienstrechtlich schlüssig ihre
angeordnete Teilnahme an politischer Medienarbeit von PolitkerInnen an
Schulen, welche ohne ihr Zutun zu Dienst- oder Unterrichtszeiten inszeniert
wird, persönlich verbitten können,
in
welcher Form Eltern von SchülerInnen bislang und vorab in Kenntnis gesetzt
werden, wenn PolitikerInnen für Medientermine Schulklassen als Staffage
benötigen wollen.
Ob der Wiener SSR in Anbetracht der jüngsten Besuchskultur von PolitikerInnen Handlungsbedarf erkennt, um die vielfältigen Möglichkeiten politischer Agitation an Schulen einzuschränken, die selbst im harmlosesten Fall die ohnehin spärliche Unterrichtszeit ohne jede Begründung weithin nutzlos reduziert!
Begründung:
Es
scheint wünschenswert, parteipolitisches Agieren an Schulen in Wien schon allein
deshalb abzustellen, weil mancherorts – wie vielfach empfunden - schon durch die
Praxis der Schulleiterbestellung hierzulande der nur mehr dürftig verbrämten
Parteipolitik an Schulen leider ganz überreichlich Genüge getan ist.
Wien am 13.12.2007
Wolfgang Krisch Susanne Jerusalem