"Immer Ärger mit der Schule": Der so furchtsame Dunkelmann war ich...
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im Rahmen eines "Bürgerforums" im unabhängig gestalteten ORF-Hauptabendprogramm

 

Weil mich seit Mittwoch ständig besorgte Freunde/Freundinnen und BürgerInnen nicht nur aus Penzing, sondern weit darüber hinaus, anrufen und anmailen, ob es mir noch gut ginge und seit wann ich mich neuerdings vor meinem Amt fürchte oder warum ich - manche kennen mich halt besser -  zur Primetime von ORF 2 dieser Woche so ein lustiger Scherzbold sein musste, als anonymer Lehrer im Fernsehen wegen Angst vor Repressalien“ im Finstern und mit verfälschter Stimme aufzutreten, dabei aber eh nichts an  Kritik zu äußern, ist  hier und jetzt leider eine öffentlich gut nachlesbare Antwort unvermeidbar, denn ich kann unmöglich alle Mails beantworten oder Anrufe annehmen!



Tatsächlich war ich von ORF-Seite gefragt worden, ob ich zu den Folgen der parteipolitischen Bestellungen von Wiener SchuldirektorInnen als Lehrer eine Meinung hätte und ob ich selbst mich jemals um einen Schulleiterposten beworben hätte.


Weil  diesbezügliche breite und sehr transparente Aufklärung seit dem letzten Jahrtausend schon Not tut  und man ja – dum spiro spero – auch zu den hoffnungslosesten politischen Missständen dennoch zu Verbesserungen gern Beiträge versucht, habe ich mich also für einen jungen Redakteur des öffentlichen rechtlichen Fernsehens vor die Kamera gesetzt! Und zwar unter dem selbstverständlichen Angebot, das auch in bester Erkennbarkeit und bei Einblendung meines Namens tun zu können, - ich hätte mir allenfalls selbst die Nase dazu vorweg pudern lassen, die glänzt immer so schrecklich.


Der ORF wollte mich aber lieber im Gegenlicht, unkenntlich und mit einem Halbton zu hoher Stimmlage dargestellt sehen, weil  ich als Mitglied des Kollegiums im Stadtschulrat für Wien ein Mandat für die Wiener GRÜNEN bekleide und eben nicht nur Lehrer sondern natürlich Politiker sei, - und dann müssten in die Bürgerforum-Sendung auch VertreterInnen aller anderen Fraktionen eingeladen werden, - das wolle man nicht.


Dass dann in dem Interview selbst schon jedweder einfachste Nebensatz meinerseits bei sehr langsamer Rede das Publikum angeblich überfordert hätte und nach meinem Eindruck nur als einzige Aussage erhofft war, ich würde mich vor dem SPÖ -und ÖVP-Allmachtstreiben bzw. -ansprüchen im  Schulwesen ( das gibt es natürlich in Fülle) sehr fürchten, hat man dann halt die Gesamtheit meiner Kritik auf die zwei allerharmlosesten Sätze beschränkt und diese gefährliche Botschaft aus dem Dunkeln selbsttätig mit „Angst vor Repressalien“ vorgestellt.


Tatsächlich erklären durfte Schule dann allerdings bei der Ausstrahlung der Sendung verwichenen Mittwoch zur Unterstützung der unparteiisch anwesenden SPÖ-Ministerin Claudia SCHMIED doch ein ganz eindeutiger SPÖ-Mandatar aus dem Kollegium des Wiener Stadtschulrates, der ihr rechter Hand zur Seite saß. Und das ging deshalb natürlich aufs Allerbeste trotz vorgeblichem Grundsatz, keine PolitikerInnen eingeladen zu haben , weil der Kollege das politische Gremium des Stadtschulrates zwar via SPÖ-Ticket verstärkt, - dort aber als überparteilicher Elternvertreter geführt wird. Warum weiß ich zwar nicht, das ist aber so, obwohl mir persönlich bisher keinesfalls  innergremiale Vorstöße in Sachen Elternvertretung seinerseits nur im Geringsten ersichtlich geworden wären.)

Dafür wusste der Kollege frohgemut, dass die [sic, Krisch] Claudia Schmied“ ( „ unsere“ ist ihm als  aufschlussreiche Beifügung routiniert nicht herausgerutscht) auf gutem Weg zu ihrer Schulreform sei und dass die Lehrer „vom 6. bis -  im günstigsten Fall - 65.Lebensjahr in die Schule gehen und viel wüssten, „hauptsächlich von den Ferien“. Und wenn Schulreform jetzt nicht endlich klappe, würden die Elternvertreten „aufstehen“.
(Dass ein „Elternvertreter“ für den “günstigsten Fall“ ernsthafter Weise einen 65jährigen Lehrer für sein Kind wünscht, zeigt günstig, dass er entweder keinen Uropa für den Nachwuchs zur häuslichen Hand hat oder aber – eher anzunehmen – für seine Regierungspartei die Problematik zu langer Pensionsdauern bei LehrerInnen im Hinterkopf sorgenvoll mit sich führt , schließlich sterben die oft reichlich spät in ihrer unverdienten Pension und kosten bis dahin einfach zu viel Geld, das man natürlich für was Sinnvolleres brauchen könnte!



So ist das eben im unabhängigen ORF, liebe bei mir anfragende Ex-SchülerInnen, Eltern von SchülerInnen oder Ex- SchülerInnen, KollegInnen und sonstige PenzingerInnen, wenn der ORF der SPÖ halt ein wenig unter die Arme greifen muss.  
Grund zur Sorge um mich
ist aber keineswegs angebracht, obwohl mein klandestiner  Auftritt bei den üblichen „Schulexperten“ für blankes Entsetzen sorgte (
„Das ist wie  bei der Mafia“, „Erschreckend“ etc.) Natürlich neige ich verlässlich weiterhin keineswegs zu Furcht vor SPÖ- und ÖVP-Treiben in der Schule und habe auch nach wie vor keinen Grund zu Allotria vor TV-Mikrofonen. In ein solches  hatte ich nämlich tatsächlich etwa Folgendes gesagt, was die Zuseher nach ORF-Sichtweise offensichtlich ganz viel „überfordert“ hätte:


„Tatsächlich kenne ich
niemand außerhalb der SPÖ und ÖVP,
die/der seit geraumer Zeit auf die aberwitzige Idee gekommen wäre, sich als Wiener SchulleiterIn für das auch politisch stark beeinflusste Amt eines Schulleiters zu bewerben, - was in den anderen Bundesländer übrigens ganz ebenso der Fall ist.

Schulen würden natürlich nach politischen Gesichtpunkten
besetzt und geleitet - zum Teil auch nur durch die Fraktionen in Personal- und Standesvertretung - Querdenker seien nicht erwünscht und hätten natürlich Schwierigkeiten in dem parteipolitischen Minenfeld zu gewärtigen, ich selbst vielleicht weniger, weil ich mich notfalls auch als Politiker
ohnehin  bestens zu wehren wüsste.

Und auf die Frage, ob diese Zustände besser werden könnten, bestand ich ausdrücklich auf die Äußerung, dass
exakt das Gegenteil der Fall sein wird, sobald die SPÖ-Ministerin ihre Absicht realisieren darf, SchulleiterInnen sollten sich ihre LehrerInnen selbst aussuchen. Dann würde nämlich jede/r Partei-Schuldirektor/In seine/ihre ParteifreundInnen mitbringen.
(Darüber demnächst mehr!)



So viel an zutreffender Kritik hätte aber natürlich die derzeitige SPÖ-Kampagne in allen möglichen Medien (bei dortigen Onkeln und Freunden von Kanzler Werner FAYMANN) zur Unterstützung der Frau Minister gegen überall überbezahlte und stets faule LehrerInnen erheblich gestört! Das ging nicht an, und so durfte ich wenigstens einmal den schreckhaften Finstermann nach Art der Mafia geben , der sich arg fürchtet, - worüber zu berichtet hier wenigstens breiten Sinn macht, weiß


Wolfgang Krisch, am 25.9.09



P.S.
Bis zu den Personalvertretungswahlen an den Wiener Schulen (24.
- 25.Oktober) ist aber jetzt einmal größtes Lob für LehrerInnen an unseren Bildungsanstalten termingerecht ausgebrochen: Die SPÖ-Personalvertretung hat aktuell schon ein Mail geschickt, in dem größte Anerkennung der Leistungen der Wiener LehrerInnen durch SSR-Präsidentin Susanne BRANDSTEIDL bestätigt wird! Danach wird man aber wieder gut sehen können, was die SPÖ unter Erziehung, Bildung und Schule versteht!

Die ÖVP ist dagegen
erheblich schlauer: Die gibt sich unbeteiligt und bedeckt , obwohl sie exakt die gleichen Absichten hat wie der sozialdemokratische Partner und muss bis demnächst dazu nur ihren Obergewerkschafter  in Pension schicken ! Man braucht diesbezüglich nur dem Wirtschaftsbund und der Industriellenvereinigung zuhören, was man sich dort unter Bildung vorstellt!

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